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^^RABi^"

©cMiidite

bet

taOt ^olftrrg

Sluö ben öucUeu bargefiellt

bon

1. |iim»nn,

^rofeffor am ©^mnafium gu ©reifcnlteTg in ^otnm.

5Wit Urfunben, ?)Idnen ber Sclagerunvjen ßotbergd iiiib einer ?(nfi^t.

^arl Sande'd SSerlag.

DD

vs^\

SDem Slnbenfen

felijen Datew^

be0 »eitanb ?>aftorö unb Äir^enratl^ö

^tintiäi ^Imtiniud ätiemann

in grlcblanb in SWedtIcnburg, SRittcrö bed cifernen ^rcujes 2. 5llaffc,

unb.ber tl^euren,

m^ lebenben Jlutter

getoibmet

vom

Serfoffet*

Doruiort mit ^upbe hu (^Mtn,

hiermit übergebe iä) ben 3^reimt)en pommerf($er ©ef($i($te, inÄb'e- fonbere ben SBemol^nern ber Stabt Golberg, bie ©efd^ic^fe ber alten, l^oiä^berül^mten g^efie an ber ?perfan<e in jufammenl^ängenber Sarffet^ lung t)on bem Saläre an, in welchem il^r 3Jame juerfi bunfel genannt wirb, bi§ ju bem Seitpuncte l^in, wo er IjeH'burd^ ganj S5eutf(3^lanb ertönte unb in iebem paterlänbifiä^en ^erjen ben freubigfien SBiberl^all fanb. ®§ ift n)enigflen§ mein SBille geraefeft, bur(3^ mein S3u(^ nii^^t JU fel^r l^inter bem JHufe ber ©fabt jurüd juftel^n. 9Bo x^ trofe langiäl^= tiger, mül^feliger ätbeit hoS) geirrt, ober ber f(ä^tr)erfanigen aJfaffe be§ n)eitf(ä^i(ä^tigen 9KateriaU in ber 2)arfteIIung unterlegen bin, bitte iä) um freunbli^e S«a(^fi(ä^t*).

SDie ßueffen meiner Sfrbelt waten junäc^^fi:

1) SDie Driginalurfunben beö ftäbtifd^en Str^ioö, etroa 300 an ber Sal^l, t)on benen bie miiä^tigften, befönberö bie woS) ungebrudten, im Slnl^ange beigefügt ftnb.

2) 3)ie ßapitete 5 Urf unben na^ bem jJ)ipiomalarmni Capit. eathedr. Colberg. ex originalihtis AfchM\ meli^es ber ©oml^err %x. t). 2)ieä (f. ©. 439 ber ©efd^. t)on ßolberg) unter feinen 2lugen l^at anfertigen laffen. ©ä fd^eint baö forgfältigfte unb DoKftänbigfte ju fein. S)ie 6apitel§urfunben finb l^ierr.ac^ citirt, ba mol^l balb im 33efi^e be§ föniglic^en 2lr(3^ir)ß in Stettin fein wirb. Sßcrglid^en finb bamit bie JOriginalurfunben im ©tettiner 2lrd)it), fo weit fie t)orl^anben finb.

3) S)ie SBefifeurtunben beö allfiäbtiftä^en Älofterö ndd^- einem auf

0 Cinjclnc Srrt^fimer unb S^ntdfe^ler fmb im SRod^trogc oerbefferi

_ II

Pergament gefiä^riebenen, 32 SBlätter ftarfen 6opiariiun a\i^ bem Sa^re 1541 (f. ©, .312 bcö SBerfö), bie i^ im gd^lo^ ^lat^e ouffanb.

4) S)ie älteren gebtudten pommerfd^en Urfunben, citirt (bis 1253) na(ä^ /)n Älempinö Urfunbenbud^,

©in glüd Ud^er Sufatt l^at mid^ in ben ©tanb gefefet, biefe Quellen bur(^ Sluffinbnng neuer ni^t unerl^ebliiä^ ju t)ennel^ren, ©aju gel^örf:

5) @tn ^ergamentcobe^ in Sluart von 55 blättern. @r entfiält auf ben erfien 40 blättern in 189 SRummern baö lübifd^e SRed^t, weli^eö Sllbred^t t)on Sarbewid^ im Saläre 1297 für ben ßolberger 3iat^ l^at abfd^reiben laffen (ju tjergl. ©. 86 unb 87 biefeö S33erfö). ©ö ftimmt bieö bis SBIatt 33 faft wörtlid^ unb in regelmäßiger 9teil^enfoIge ber Slrtifel mit bem 6obe£ SBrofeö a (f. §ad^: baö alte lübifd^e SRed^t). S)ie Slrtifel bcr lefeten 7 SBlätter finb bem 6obeE SBarbewid^ entnommen. 2)ie S«aÄ|träge (f. ©. 86 unb 87) von 83latt 40—44, 2lrtifel 190—210, werben für bie Äenner bes lübifdfien SRed^ts von Sntereffe fein, ba fid^ in ben bei §ad^ abgebrühten 6obice§, aud^ unter ben ©tetten, bie in ben 6obb* I. imb IL nid^t t)orfommen (f. §ad& 551 f.), bie bei weitem größere SÖlel^rjal^l berfelben gar nid^t, unb nur einer ober ber anbere in ganj t)eränberter ©eftalt finbet SDaö ©d^lußblatt enthält bie ©• 87 biefeß SBerfö jum S^eil abgebrudfte ©rHärung beö ßolberger diai^ bar- über. S)er 9iaum bajroifd^en ifl faft ganj von ©tatuten be§ ßolberger SRatl^s auö t)erfd^iebenen Sal^rl^unberten auögefüttt (f. älnl^ang)*).

6) SDiefer ©obes fül^rte jur SEBieberauffinbung pon brei Si^eilen beö t)erloren geglaubten älteren ©tabtbuÄiö, von benen ber erfte 1373— 1433, ber jweite von 1433—1493 unb ber britte t)on ba biß 1540

*) S)cr ©obcj ijl oon Anfang bie 5u (Snbc mit Sinicn bcjogcn. 3ebc Seite enthält 2 (Eolumnctt mit je 22 Sinien, auf jeber Seite gelten 6 baoon, 2 oben, 2 in ber SP'^itte unb 2 unten, burd^ bie gan^e Seite, bie übrigen reichen nur bi0 an ben 9lanb ber (Eolumnen, gmifc^en benen ftc^ ein ocn Derticalen, bie (Kolumnen ein« fc^lie^enben unb bid an ben S^anb ber SSlätter gc^cnben Sinien begrenjter fc^maler ^aum bepnbet. S)ae lübifd^e fflcä^i ijl auf ber erften Seite in rotier, fonft in fc^dner f^marjer SRinuffel von einer $)anb gefc^rieben, bie S^lacl^tr&ge finb oon an« r>9xn C>önben. 2)ie Olatl^dbefc^läffe ftnb t^etU in äP'iinuffel, tl^ieild in (Eurrto. S)ie IDedel ber obere ijl abgeldft fmb au« ^o\^ unb mit rotl^em öeber überaogen.

III ^

xtxi^t 3)er Sl^eil, mläitx bie Seit t)on 1277—1373 umfaßt, ifi lelber Bis jcfet nii^t tDiebergcfunbcn» 6r war ttot^ um 1760 t)or]^anben. ©inen f(ä^tt)a(3^en ©rfafe bafür bot ein von einem 2lbfd&reiBer, bem bie Äenntniß ber ©iä^rift unb ba$ aSerftönbniß beö Sn^altö abging, ange^ fertigtet Sluöjug, ben i^ in ber v. ©fien^fd&en Sibliotl^eE in ^piatl^e gefunben l^abe. SBie alle ©tabtbüd^er, entl^ält aud^ baß ßolberger 3luf^ laffungen vox bem SRatl^e: Ääufe, SSerfSufe, SSetpfänbungen tjon §äui fem, ©runbfiüden unb ^fannflätten, 6rbf(3^i(^tungen unb bapifc^en Urfel^ben, l^in unb wieber Siatl^ßbefd^lüffe unb einjelne gef(]&i(]&tli(35e Sluf« jei(]Önungen (f. ©. 260, 247, 302 3lnmerfuttg 1 biefes SBerfe), in ben Sluöjügen anä) jwei t)or bem SWatl^e gef^Ioffene faufmännifd^e aSer* träge (f. ©. 135. 157). 5Die Slufieid^nungen finb anfänglid^ in latei* nifiä^er ©pra(3^e, nur bie Urfel^ben finb nieberbeutf(ä^, allmäl^lig mad^t [x^ baö SRieberbeutfd^e aud^ in (Srbfc^^id^tungen unb teftamentarif(^en 83e^ flimmungen geltenb, bie t)offfianbige §errf(|aft gewinnt es erfi feit 1520.

3Son bem t)erf(^n)unbenen Äotbui^e fanben [\^ 3lusjüge in ©(^lo§ ^ßlatl^e unb in ber Sanbf(3^aftsbibliot]^ef in ©tettin.

§ülfömittel für bie filtere unb DueHe für bie neuere ®ef(]^i($te ber ©tabt waren:

1) S)ie umfangreichen ßollectaneen bes ßolberger ßapitefef^nbicu« e^riftop]^ Subwig Äunbenreid^ (geb. 1699), ©ol^n beö gleichnamigen ©tabt!ämmererö in 4 goliobänben auf ?ßapier, wel(3^e SlbfC^riften älterer Urfunben unb wichtiger Slctenflücfe beö 16., 17. unb 18. Sa^rl^unbertö, auC^ bie ©efC^iiä^te ber ©pirituöfiriä^e t)om ?ßafior (Sngelbred^t aJlüIler entl^alten. 3)as SSürgermeiflerregifier, von Äunbenrei(3^ entworfen, ijl von 1500 an t)on großem SBertl^e (f. 2ln|ang).

2) SDie gef(]&id^tli(3^en Slrbeiten von aWartin JRango, ©ol^n beö SRatl^öfämmerers unb ©ülil^errn Soaiä^im SRango in ©olberg, ebenfaffö SRatl^öl&err unb ©d^olard^ bafelbfi unb jugleic]^ htrfürfilid^ branbenburgi= f(3^er ©eriC^töaboocat (gefi. 1688).

5Bon biefen ift für bie ®ef(3^iC^te ©olbergö am wiC^tigflen bar ~ nur §anbf(ä^riftli(3& tjor^anbene „Chronicon Colber gerne, b,\

IV

I

gctweine Sefd^teibung bcr ©tabt ©olberg, t)ou bereu ©rbauung/ SRameu, SBorjügm u. f. ID." in 20 Gapiteln, 54 ^oUofeiten, eine Sefcä^reibung, ber etabt, il^rer jDertUd^feüen unb bamaligeu 3uftänbe, mit gefd^i(ä&t^ lici&cn, frül^ere Seiten betreffenben SSemerfungen, wertl^DoII für bie ©e^ f(|fi(^e ber ©tabt im 17. Sal^rl^iuabert. ©gentlid^ ift baö SBerf nur ein 3lnöjug a«§ einem größeren SBerfe gleid^en Sitelö von bemfelben SSerfajler, weli^eö ythoö) m^ SBad^fe'ö a?erfid^ernng, ber in Stettin ©eUgenl^it l^atte, beibe SSBerfe ju pergleiÄien, wenig mel^r entl^ielt, alö ber 2luäjug. S)ie Slbf^rift, n)el(^e mir vorliegt, ift tjon SSBad^ä unb oon biefem mit ©nppkmenten üerfel^en, bie umfangreicher finb, alö baö SEBer! felbfi. (©ä gel^ört §errn ^^aftor SKaafe in SDegou).)

SWid^t fo bebeutenb ift fein „Seitrcgifter merfmürbiger Singe u. f. w.", Don ber entftel^ung ber ©tabt biö 1574 fortgeführt, üollftänbig nur in §anbfd^riften porl^anben. (Ueber ben S)rud f. ©. 412 biefeö V 2ßerfeö.) 3)ie SWel^rjal^l feiner SBemerfungen ift axi^ \\o6) üorl^anbenen ftäbtif(^en imb ßiapitelöurfunben entnommen, roicj^tig mirb er, mo biefe feieren. Sffiertl^üoll ift ein. von 2Ba(ä&s SRango jugef(ä^riebener SRad^rag, vom Saläre 1671-^1686 reid^nb, ber ju biefen Sauren eine gro^e gülle einjelner 3Zotijen bietet.

(^ö ift felbftt)erftanbli(|, ba§ andi) feine gebrudten aBer!e: Origines porpcr.y Colberga togata unb ba§ g^eueralpl^abet benufet finb.

3) SDie ^iftorif(3^en SBerfe von SBad^fe (f. ©. 490).

©one gebruae §iftorif<J^^bipIomaiif<|e ©efd^id^te ber älltftabt, mit mand^en Urlunben, bie im Original nid^t mel^r tjorl^anben finb, wert^^ t>oIl befonberß für bie neuere ©efd^id^te. SDie ©efd^id^te beä ©apitel« unb beö Äloflers, ßapitel 9 uub 11, in meinem S3ud^e ift natürlid^ nad^ ben Quellen gearbeitet unb nid^t etioa ein Sluöjug au§ SBad^fe'ö SBerf.

Aiviales Colbergeiises, in 9tango'ö SBetfe gearbeitet, voxx ben ätteften Seiten ber ©tabt bis jutn Saläre 1742 reid^enb. SDie Slotijen finb tl^eiU auö Urfunben gefd)öpft, tl^eife, mie ber aSe;rfaffet felbft m^ giebt, ben eoDeclaneen entnommen, bie ein of^tx greunb auö @bbe(ingd, Dr. 2lnbrea§ Söulgrin« unb ©onfiftorialra.t^ö ^awl 3Bö«er Porifc^en

SRanufcripten jufammengetragen l^atte. S)er Jkesaurm Aistor. pom.^^ fettfl von Gbbeling (feit 1568 ©eneralfuperintenbent im ©tift unb ßolbergcr SJcfou) ifl fd^on SBad^fe nic^^t mel^r ju ®efi(]^te gcfommen. einjelne 3?otijcn baraus finb i^rcö Drtcö benufet. S)ie /öäw/ö genti- licia familiamm in Colb. (1580) ift unbrauij^bar.

Untcrgcorbnete Duellen, toie bie Sluäjüge au§ beii Äatenbatien t)on Satob SRango, ^roüifor ber aWatienfiriä^e in ßolberg, t)on 1529—48, Sauren} §eit(!e, ßolberger SRatl^öl^err, üon 1595—1647?, SorenjSRango für bie erfte §älfte. Mag. 3SaIentin ed&erping für bie jweite §älfte be« 17. Söi^rl^unbertö, fättimtlii]^ in ber Sanbfd^aftöbibliotl^ef in Stettin, §ülfömittet, wie SEBaÄife^ö ®ef(i|i(ä^te ber ©uubjottfrei^eit (1757), beffen ©lüdraunfd^fd^rift bei ber t). Sraunfd^raeig^fiä^en unb Äafoppif(^en ^oS^^ jeitöfeier, bie eine furje ©üljengefd^id^te entl^ält, ©d&untann'ä J^anbfd&rift^ lid^e ©efd^id^te beö Spceumö, feine unb ©d^rönerö gebrudte Slbl^anblungen über bie Äird^engefd^iiä^te ßolbergä (f. ©. 490), 6. d. ©immern G^ronif, ^JJrogramme u. f. tu. finb, wie bie neueren SEBerfe über pommerfd^e ®e- fd^id^te t)on Ätempin, Sartljolb u. f. xo. aw ben betreffenben Drten genannt unb benufet.

©(^liejsUd^ erfülle id^ bie angenel^me ^flid^t, allen benen, bie mid^ burd^ ©eroä^rung oon §ülfömitteln bei meiner Slrbeit unterfiüfet l^abciv wie ber Sönigti(^en Sibliotl^e! in Serlin, bem §errn ». b. £)fleu in ^(atf;e, bem §erm ^rcbiger 3Jlaafe in SDegoro, ber föniglid^en 6omman= bantur in ©olberg luib bem 9Kagiftrafe ber ©tabt, ber mir mit jUDor* fommenber SereitroiHigfeit bie Urfunben ber ©tabt jur Senufeung an meinem SBol^nort 3at;relang überlaffen l^at, ben §erren 3lrd^iüaren .in ©tettin, namentlid^ bem §erm Dr. Älempin für feine üielfaÄie münb- lid^e unb fd^riftlid^e Selel^rung meinen ergebenden unb aufri($tigften S)anf auäjufpred^en-

3{urier o)i|TenfcOQf(l^tcO<?t JlacOmeis.

N. bfbeutet (Solberget Gtabiard^iv*

(Jap. Urf. bic UtTunbcn bcÄ Solbcrger 2)cmfafl*cW na«]^ 5)iej f. 33onöort 2)

m6i bet ©cUft^aH cittrt. ^lofterml. bie f^efi^urfunbcn bed 5((ofi(rd (f. Somort 3) 9?a^d (o^ne 3ufa^) - bit ^iftor. bi))romatif^c ®t\ä^i6)it ber 9i(tpabt t>on

bemfelben.

J) 3*ictmor ». 5Wcrfeb. VI., 8. 2) Thietm. IV., 28. VII. 52. 3) Thietm VIL, 52. 4) 5J Script, rer. prussic. öon 4>itW «• f- '^^^^ 6) Monum. Ger- man. XIX. Cbronic. polon. 561. 7) Script, rer. prussic. 1, 744. 8) Sef^^reibung ber ^age bütt S)oboBa bon |)aftor ^c^ioe^tcn in Qheifenberg 1750 (in 9)Iatl^c) 9) ^ra^ unb jriempiii, (g^efc^. ber ^omm. €tabte XVII. 10) Mon. PriefliDg. 10. 11) ^alt. @tub.l868 (Sabrg. 22). e. 144 üon Duanbt. 12) «Derfclbe ebenbort 14?. 13) N. 10. ma^B €. 492. 14) StUm^in, f). Urfunbenbud^ N. 214. 15) Seoba(^- iungen an Drt urb ©teile unter freunbH(ber Leitung be0 ^errn äHiitergutdbefi^^rS üü^oager in ^(tftabt. 16) N. 42. 17) N. 95. 18) j^lempln, ^omm. Urfunbenb. 323. 19) 3Ba(^d. e. 54. 364. 20) ^(empin, Url. 70. 21) ^benbort 196. 22) @ben- bort 197. 23; @benbort 126. 24) St\m}ßin unb ^ra^, biplom. »eitr. e. 369. 25) ®op. Urt e. 360.

Hapittl 2.

1) 3)refter, Cod. Pom. N. 275. 2) Älempin, Url., @. 65. 3) ©benbort N. 579. 4; @benbort 475. 5) N. 25b in ber ^ert&ti0un((durlunbe aud bem 3a^re 1721. 6) gjofgt, @ef*. uon |)reu6en 3, 465. 7) Sifdj, «Werft. Sa^rb 11, 157. 8) Älempin, Ur!. N. 572. 573. ftnoterlungen. 9) ^n^ang N. I. 10) 2)reger, Cod. @. 426 11) Hud^ng bed älteften ©tabtbudji«. IIa) (So uon Jttemptn berbeffert. 12) S){e an« fle()ebenen 9}amen ftnben \i(S) bei S)re0er ®. 371. 374. 395. 403. 430. 432. 434. N. 1 unb 2. 13; Slavus vendidit agram au 1303 unb 1313 im ©tabtbud^e. 14) @ap. Urt (130i; @, 419 quod in nostra idiomatis lingoa „vorlanden" appellatur.

II -•

i»t\^. b. $3oti{n m^m Urf. U 15) SRan^e, Stitrcdifiet 1539. 16) mdittih. Mxl 2, 869, 9}^ 1517. 1971. 17) N. 38. 18) <D{e Belege im medfenb. Urfunbenbitd^, an ))crf4* eteOen. 19) 5tlem^in unb jtra^, aiVatriMn f. tr. 43. 20) N. 21. N. 22.

21) e^ottaen, ^a^lai Msc. V., p. 13 (UnimfitatSbibl. ju iE)atIe, 22), eeiber^ Urf. toon SBen)>^a(rn 616. 28) ga^ne, Ut!. t)on S)ortmunb 343. 24; etefcnnfid ®aii\n ^briftine fc^eint bie ^(i)m\ivc 2){hnar9 ^u fein, ^apitelSurt. e. 325 (1320). 25) Saf. Ur(. 50. 26) atango, Beitreg. 1304. 27) S)rei^aupt, eaalfrei^ 2, 806. 28j ^udaug aud bem älteften etabtbud^. ©ctbarb €Iet) faifcb ge(e{en für ee^er, 9i'ebel Cod. dipl. I., 18, 317. 29) eiebmai^er, äBappenbud^ IL, 115.

ea|iitel 3.

1) «Ranflo, Chron. Colb. ^ap. U. 2j ©ap. Uri €. 44. j^) N. 33. 4) SRanflO, Chron. @ap. 14. 5) Blango, ätiitt^ 2U bem 3abre. 6) 2)reget, Cod. 482. 7) SBa^d, 304 (1419, nic^t 1319). 8) SRango, Chron. 19 u. o. m. 9) «ieftefted etabtb. ju bem Sabre. 10) fR^n^o, Stiixt^. }u 1331. 11) N. 51. <^p. Urf. 362* 12; ^eltefted etabtb. su bem 3abre. 13) N. 3. 14) $>affelba(b, @obe]c @. 396, ?u »erftl. Älfmpin, ^omm. Urf. 91. 244. 15) ecbott^en unb Ärepflg, Dipl III , VIII. 16) sKanßo, 3<itr. ju 1277. 17) €cb6ttflen unb SerevpÄ, I>ipl. lH-r XVIII. 18) «el- tefted etdbtb. 19; @bcnbort. 20) @benbort ^u ben angegebenen Sabren. 2i; N. 31*

22) N. 36b. 23; N. 37.

1) Äfempin unb Ära^, pommerftbe €tabte XLVII. ff. 2) N. 4. 3; N. 8. 4; e&bfdb. €>tobtb. e. 1 5) e. ^nbang unter [Raib^befcblüffe. 6) Si^ango, Chron. colb. ©ap. XIII. 7) gcrf: 9lug.-Tomm. ®efcb. Sb- III., 146. 8) ©benbott 265. 9) JRatböbejcbl. im lüb. ^taHb. lO; Äunbcnreicb, S««rgermeifleireg. e. 132. 11) (Sben- bort e. 27. 12) Seunbenr. II, 231. 13) Subfdb. €tobtb, SHot^dbefcbL 14) €tabtb. }u bem 3abre. 15) Uh\6). ^toUb., fRatf)^U\6)l f. tlnbang. 16) @^enbott. 17; SIeltcfte« @tabtb. ju bem Sobte. 18) £labtb. iu bem Sabre. 19, 8ü' fdb- €tablb. 20; N. 140b. 21) Äunbenreicb IL. 240. 22) 5tloft«rurf. ju bem Sobre. 23) N. 156. 24) jeiempin: bipl. ^eitr- 368. 25) Üb. Utiunbenb. ^um Sabre 1297. 26) N. 4. 27; e. ))or]^er 25. 28; 5lrat^ unb ^(cmpin, ^omm. ©tabte ^ 43. 29; 5^unbcnr. II. 229 unb etabtb. an Dcrfcb. Crten. 30> Subf(b. &o\>ib., SRatbdbefcbl. Unbang. 31) N. 23. 32) e. oben 9lnm. 25. 33) i^iempin, bipl. $5eitr. 370. 34) etabtb. |u bem Salj^rc. 35) e. tln^ang. 36; ©. ^n^ang.

ea)iitel 5.

i; eüb[(b. ®tabtb. 9la(btrag. 2) ^urfprafe. «nbang. 3^ N. 176. 4) 189b. 5) ^cten im SHaibdarcbio. 6) ^bfcbriften (^clb. Urf. in ber Sanbfcbaftdbibl. in €tettin. ^(btenb. ber ®i(be in (Solberg. 7) ^urfenbüd^er unb @)ef(b. ber ^utfe t^om ?uftii« lat^ Q^dtfc^ in (Sotberg in (^bronif @o(b. ))on Slein^oib.

1) i». Aoc^-Sternfclb: bie teutfd^en ^afiweife. 2) (^ i). Simmevn: ßolberg«

ni -

3) HMselb. Ck)d. pom. 91. 16 ilnmerf. 4) Stitmpin, Urt 437. 534. 5) 5((oti^rttTt. Stt tm Sa^rr. 6) ^aff<lba(]^, Cod. 92. 30 «nmerf. !0}e(nfnb. Sa^rbü^cr 11, 164. 7) 5to(]ft«etenifeU), e. 103 ttnb 883. 8) ®rimm, b.titfci^. S95rterb. unter fdtt^. 9) 5((cinpfn, Urt 48. 94. 256. 378. S)reacr 365. 10) ta^e'b. Cod. 99 11) ilac^ äietloiv, 9)r5iiionfir. 5e(ofter auf nfebom. 6. 99. 12) ^regrr 365. 13) @bni^M 917, 319, 329, 393 u. f. lo. 14) @benbott 393. 15) 9)A(t. etub. 2^1, 15. ^xamtt, 9iM}m^t\6). 2, 4. 16) ^e^renb, €ooU unb eeebab @o(b. 6. 102. 17) (Sap. Urf. e. 350. 18) S5erg^attd, Saubb. t^on 9)omm. III., 1, 98. 19) N. 4. 20) N 19a. 21) etabtb. )u bem 3a^rf. 22) <Drei^aupt, Saolfr. «nb (^rfci^ic^te ber ^ui^t von Sfinf bürg. 23) Serro suo dabit a. m. D. 24) grbrudfte Drbnung ber Bunft. 25) €tabtb. an verfd^ieb. ^teUen ab alia parte prope vectaram, prope Persantam, in medio montis, versus stagnum etc. 26) (5ap. Ui!. 48, 55 u. a. 27) S3olat ®etc^. |)rett§fn8, V, 199. 28) ^e^renb, €ooI' unb eeebab (Solb. 124. 29) etabt. ^cten. 10) ^unben- tei(^ IL, 7.

eojiitcl 7.

1) N. 18. 2) N. 26. 3) 2)ie SReceffe ber ^anfeta^e toon 1361 an. 3a) 6. Sin- ^ang. 4) SKedlenb. »rf. III., 3367. 5) Sfieceffe u. f. w. I. 9?. 150. gorf, SRüg.. ^fomm. @ef(^. III, 119. 6) 8ftecejfe 92. 232. 7) fßoi^i, «Bitatienbr. In SRaumer, 3:af(benb. öon 1841, e. 33. 8) N. 1. N. 8. 9) N. 55. 10) JDittmer, @efc^. be« JCrieged ber wenb. @tabte 36, 33, 44. SRantef, ^funb^oa, e. 30 f. II) N. 118a. 12) N. 137. 13) Äunbenr., ©ürflerm. gu bem Satire. 14) 2öa(^«, €unbioUfrel^e(t. 15) N. 207c. 16) gieceffe b. 4>. H-i 4. 17) 3n üer(c^iebencn 2:eftamenten ber jtöeiten 4>älfte be0 15. Sa^r^. 13) 53olflt, «itatienbr. ©. 35. 19) Treptower etabtart^iu. 20) SReceffe IL, 306 unb 320. 21) N. 84. 22) sRefcffe II, 343. 23) ©d^ottjen unb ^repfig, Dipl. pcm. 184. 24) |>anten, ^eitr. jur l^anfeat^enß!. ^anbeUgefcit;. 9)rcgramm 2. ©. 5. 25) etabtb. ^itxnaä^ ift 53ortbolb IV., 2, 75 gu berlt^tigen. 26) N. 139a 27) N. 151. N. 152. N. 160. 28) ^ro^ unb 5l(empin, 9^omm. <&:t5bte 90. 29) 9{anfto, äeitreg. su bem 3a^re. ZO) (^olb. ftäbt. bieten. 31) e^mibt, @)ef(^. be« ©tettlner S)anbeC3. 32) ©olb. ftabt. ^Kcten. 33) Slanao, Chron. VI., Äalenbar. tocn SRango u. a. m. 34) $(!t^ottgett unb ^repftg, Dipl. pom. 385. 9{ango, Chron. VI.* 36) j^inbenreid^ 1, 168. 37) Ba(^0, Annales gu bem 3a^r\ 38) Slango, Chron XI. 39) SO^ac^d, ®ef(^. ber eunbioQfrei^elt. Stabt. ^cten.

1) N. 9. 2) Senno, &t\ä). \>on (^o^Iin, @. 269 unb 32. 2b) ^atSf güHarr 9Ritt^ei(ung t)on ^errn d. 5Camefe auf Sufiebu'^r fü^rt ber bei bem oor mehreren Sabrcn eingegangenen S^orioerf 9ttt!en^agen vorbeifltegeabe, bei Safjene münbenbe 93a(!( blefen 9}amen; ^tn )). j^amefe ift ber 9J{einung, bag ffl^c^rt ber (SoQectiuname für bie l^eu« tige Saffene'^immen^ager Sefi^ung unb mit Saffene ^ufammengefc^moljen ift, o^ne baf« felbe 2U fein. £a^ ein ^rdjborf mit einer ^irci^e untergegangen fei, ift aUerb{ng6 unival^tfc^eintid^. 3) N. 30. 4) Sl^einer, Monum. L, 323. ^(empin, S)ipl. 8eitr. 417. 5) Älempin, 2)ipL 53eitr. 430 f. JDaju N. 66. N. 66b. N. 67. 6) N. 76. 7) N. 69, 8) N. 72. 9) N. 81a. 10) N. 82a. 11) Sammlner SRatr. jum 5a^re 1864. 12) K 82b. 13) N. 62. 14) N. 81b. 15) N. 89 unb 93.

- fv -

1) @ap. Urf. 44. 2) ^benbort 304* 3) ebenbort 358. 25. 4) 8rdgflemattn 2, 2. ®. 569. 5) Söa^^, ©. 380 in ber Ur!. üon 1520. 6) 3t»el Urf. [teilen in SBiberfprud^), ^ap. Url. 128 unb 344, nai^ ber einen l^at ^. i^ermann, m^ ber anbem S. ^timi^ S)ar2tttti SU (Sorlin gelegt. 7) @a)>. Utf. 303. 8) WlMtnh. Urf. ^u bem Sa^re unb @ap. Urf. 348. 9) ^benbort 398. 10) (gbenbort 400, 460. 11) ^ben- bort 237. 12) (gbenbort 419, 420. 13) (gbenbort 349. 14) S)le Seit ergiebt fl« aud ber ^ergleidt^ung ber @ap. Utf. 414 unb 107. 15) ^benbott 128. 16) ^eftanb no4 gegen 1500. Älem^)in: 2)tpl. Seltr. 335. 17) (5op. Urf. 128. 18) 3ietIow; ^rfimonftr. (S(. auf Ufebom 167 unb 227. 19) äBcKi^d: 323. 20) (Sap. Urf. 425. 426. 427. 430. 428. 21) N. 33. 22) 2Bod&8 390. 23) ©a*3 178. 24) Äfempfn: 2)ipl. 55eitr. 370. 25) ©ap. Urf. 48. 26) @benbort 211. 27) ^benbort 342. 27b) ßbenbort 18. 28) (gbenbort 42. 29) Älenipin; 2)ipL ©eitr. 419. 30) (5ap. Urf. 231. 31) mmp\n\ S)i))(. ^eitr. 418. 32) @ap. Utf. 403. 33) SBad^d 276. 34) @ap. Urf. 123. 85) Statuta cap. 482. 36) 211. ^ie ))on SBa^d angeführten ^^atfad^en [xnb fämmtli^ falfc^; toor 1474 ift fein (S^olberger Kantor nac^ioeidbar. 37) 6ap. Urf. 52, biefelbe Diente, bie Subivig r>. b. SBiebe t^om ^lofter fauft 38) G^ap. Utf. 46. 39) ^ie dlteften Statuten fennen nur eine ft&nbtge praeb. pueril; fie fmb nid^t Dor 1323 abgefagt, ba erft in biefem Sa^re bie SBeftimmung über bie beiben ^ufen in Xxamm getroffen tourbe. @op. Urf. 322. 40) @benbort 345. 40b) @ben- bort 485. 41) ^benbott 188. 42) 6tenbort 238. 44) SBacba oerftebt unter eccles. unb paroch. Colb^ irrtbümlid^ bie ^Itftabt unb bie 3ob(tnni«fird^e; unter Colbcrg obne ben 3ufa^ antiqaa ift feit ber ^egrünbnng ber beutf^en @tabt immer biefe 2u txrflel^en. SBann foQten au^ tvobl biefe S)orfer ber So^annidfir^e abge- nommen fein? 45) @ap. Utf. 360, 266, 475, 362. 46) ©tabtbucb. 47) @ap. Urf. 144. S)ie Urfunbe lägt unflar, ob ha SRalb aud^ für bie beiben anberen Käufer eine gleid^e 6umme erbalten ^at. 48; ^ermuibli^ ber 1338 genannte 2)efan ^einri^; aber fein be äßicbe, loie !Ba6)9 meint. 49) Sa^regjabl bei SBa^d falftb, f. (Sap. Urf. 538. 50) @ap. Urf. 334. 51) ^benbott 461 unb 462. 52) ^ud^ Sacbl Annal. 53) @ap. Urf. 217. 54) @benbort 371. 55) Uh% etabtb. 56) GcbSttgen, $llt- unb ^eued 9)ommerl. 495. 57) €tabtb. p biefem Sa^re. 58) etabt. ^cten.

dajfiitl 10.

1) etettiner ^rd^io: Samminer €(branf. 2. 15. 221. 2) ffla^ti^t ))on eini- gen Käufern ber von €d^lieffen, Seilage e. 29. 3) N. 12Ö. 5) ec^Bttgen, ilt- unb 9leuea |)ommerl. 444. SOBac^a. 6) ^benbort bad ©(^reiben an bie i^anfeftSbte. 7) etettiner ^r^it), f. SR. 1 biefea @apitel0. 8) 2)etmar, Sortfe^. 1442 ; ber lübfdbe @^ronift ^at, tvie bie !Xteptomer Urfunbe t^cn 1445 f. 92. 11 seigt» bid ba^iu bie beften Sfla*rl(bten. 9) SRocbr. t>. ©iblieffcn 218. 10) N. 112. 11) Treptower Urfunbe, atf^iftlid^ in meinem Sefi^e, im Original voti^l nidbt mebr i^orl^anben. 12) SRango SU biefem 3abre. 13) N. 98. U) aiango, Orig. pom. 219. 15) Senno, QMn 343 (Urfunbe). 16) N. 104. 17) N. 105. 18) Sap. Urf. 437. 19) Äofegarten, «efdfr. ber Univeif. ©reifdujalb 2, 59. 20) N. 111. N. 113. 21) SSofen, Seitr. 82 unb ^olberg. ^^rcnifien. 22) N. 140a. 2?) ^d^id^it b. €(blieffen, Seilage 91. 28. 34) Dl^oääi bist pol XIII. 328. Lindenbr. incerti aut. cbron. pol 225,

^ V -

25) Sart^olb, &t\ä). bon 9)ommem 4, 1. @. 264. 26) Dt!, im £re)>io)))er €iabt« or^iD. 27) 9iaiidO, Orig. pom. 233. 28) N. 114. N. 115. 29;K\117. 30) S«ic. manu, &t\^. ))on ©reiffenberg, @. 273 (au @ap. U;. 31) jtunbtnictd^ 2, 32. 32) UtI. bcd %xtpt 9(r4^H tt){e cd {^eint, im Dtiginal nid^t mt\}x bot^anben, filtere $lbf(i^tiften babon in meinem $eP|^.

1} ^tabtb. ^u bem 3a§re. 2) SRauqo, ^unbenreid^ an mehreren ^teUen. 3) N. 126. 4; SBac^d, @)ef(|f. ber SlUftabt 495. 5) Senno, ^odlin 343. 6) N. 116. 7) N. 118. 8) N. 120. 9) N. 110. lOj Notit episc. f. «n^anq. 11) N. 110. 12) N. 122, unlefeili*. 13) (5op. Url 3. 14; N. 139b. 15; S^ra^, ®ef(^?i*te bet Äleift. 16) »enno 281. 17; N. 135. 18) N. 125. 19; N. 129. 20) N. 13a 21) jtunbenreid^ 1 , 21. 22) Not episc. ^n^ang. 23j N. 142. 24) N. 156. 25) !Radgridt^t u. f. U). bon ben ^c^Iieffen, ^eiiaf^e Sfl 65. 26) N. 163. N. 168. N. 176. N. 186. N. 187. N. 195. 27) N. 167. 28) N. 182. 29) N. 181. 30) N. 196. 31) N. 167. 32j N. 172. 33) SRango, Beitreg. ju 1527. 34) N. 182.

36) SRad^ SSac^d Annal., ^an^oU), @. b. Zimmern, Slango unb mehreren doib. Ucl.

37) N. 185. 38) N. 184. 39) €tobtb. 40) €ctüttflfn iinb ^te^rtfl HI-, 251 f., aud^ in j^nnbrnreic^ 1, 723 ff., aber fe^r berborben. 41) N. 175 42; Sßac^d, Annal. au bem 3a(re. 43) (Sbenbort, offenbar nad^ bem SKic^tbud^e. 44; N. 186b. 45) @tabtb. lu bem Sa^re.

1) ma^9, ®tW^U ber ^Itftabt 491. 2) @ap. Utt 48, au§erbem 3 ^axi 8 @d^. für einen ^ot^en (ober 5^at]^en) an ber ^erfante an ber @teOe, ivo bie ^ferbe getrSnft loerben, bon beffen ^eioobnern [xt jäbrlid^ ebenfo biel erhoben b^ben. @ap. Urf. 470. 3) 5^rempin, bipL Seitr. 4) äSacb^, ®e[d(^. ber ^(tpabt 520. 5; &at>t. 1432. 6) ^unbenreicb I, 192, bon bem bamaHgen €9nbilud ^aul ^nbreaa ange* ferHflt. 7) N. 24. 8; N. 48-62 unb ©tabtb. su bem Sabie. 9) N. 87. 10) SBacb« 536. 11) @benbort 577. 12) S)ie [labt. Urf. (N. 10) ift bon 1288 unb nennt nur bad balbe 3a$be, bie Url. bei SBacbl (571) ocn 1278 unb fprid|;t bon bem ganzen 2)orfe. ^ie Seftatigung^urfunbe (N. 34; oon 1334 ftimmt im IDatum mit ber fl&bt, im Sabre mit ber bei ^ati^L 13) !D?edf(enb. Urf. 1288. 14) j^iofterurf. unb äßacba 354. 15) etühth. 16) N. 24. 17) ^ofterurf. 18) N. 155. 19) ^loftcrutf. 20) unb 21) ebenbort. 22) N. 35. 23; J^Iofterutl. 24) @benbort unb 3iet(ou}, 9)r&« monfir. «(öfter 164. 25) 5tCofterntf. 26) N. 150b. 27) N. 155. ^enu^t ift augec ^ad^ nodt^ eine banbfcbripcbe Arbeit über m mofttt im ftabt. ^rd||tb.

€apiUl 13.

i; ^eder, engl. €d^tt»ei§. 2) Stango, 3eitreg. 1528 unb 1529. 3) «unbenreid^, Sürgermeiftetreg. gu bem 3abre. 5; 5(unbenr., tBürg. 1535. 6) etabtb. 1536. 7) 9iango, äeitr. 1530. 8) N. 225. 9, 3n ed^^iog 9)(atbe gefunben. 10) @ap. Ulf. 208. 11) 138b. 12) ftlofterurf. (e^te Seite. 13) 201b. 14) ma<i)9 541. 15; 205«h. 205b, 16; Surfenanficic^nttugen unb Vu^jug au9 bem ^anbbuc^Iein M

-. VI -

|)a{lord ^mtt. 17) N. 209 unb 210. 18) N. 165. 19) Sie «nftaBc Gimmcni« ttnb {Rangod, tag er ein gebornet @oIbetget geioefen fei, l^at \^n Gd^mann (9)rogt.) tvibetle^t. 20) ®efd^i(|te ber et ©piritudfird^e.

Sa))ttel a

1) N. 219. 2) N. 218. 3) ^fltationdacten. 4) SBad^d 547 f., ^eunbenrei«,

«ürdetm. au tim 3a^re. 5) N. 236 unb 234. 6) N. 227 nnb 228. 7) N. 230.

8) N. 233. 9) N. 239. 10] äSad^d 550. 11) N. 240b. 12) N. 241. 13) ^afett, @odIin 56 unb ftSbtifd^e ^cten. 14) (Solbetger ftdbtifd^e bieten.

fitttiitel 15.

1) K 189b. 2) j^unbenrei^ 2, 403. 3) 2Ba((«, Annales ^u bem 3a^re. 4) 6. )). eimment, Solberg. 5) ^ol^orbnung, l^anbfc^riftliij^. S)ie S^arftellutig na(i^ ^unbenrei^ I., 228—366. Sürgermeifterregiftet 159 f. eimmetn tinb SBad^d, Ann. unb Notata bed bamaligen ©enatord ^ord^arb. jhtnbenreicf^ I., 242.

(£a))itel 16.

1) aiango, Chronik XIV. 2) @6enboit. 3) ^unbenreici^ IL, 232. 4) Subfcb. ©tobtb. 5) SRanfiO, Chronik XX. 6) N. 97. N. 254c. 7) N. 81d. N. 95b. N. 246c. 8) N. 99b. N. 109a. N. 109c. 9) 5?unbenrei^, ©ürgeim. an öetfcb- €tellett; fl&bt ^cten. 10) ^nbenr., ^ürgerm. gu 1578. 11) ^benbort. 12) @Ben- bort au 1618. 13) N. 247c. 14) 6immcrn, (Solberg. 15) ftunbenreic^ IL, 233. 15a) Uh. fRz(^i bei «acb 6. 144, 9lnmetl Cod. U., 26., lonigUd^e Q^ewalt ftebt ^Ir Suftiabobeit, aifo bad ^^efangnig, in m^H bie bor bad ^erid^t be§ bifdftöft. ^ogts Q^eaogenen gelegt tonrben. 16) ^a^a» Ann. 17) ©immem, @. 18) Seid^enprfbigt auf j^at^arina b. e^^lieff Dom 9)aftor ^olberg, u. o.

1) Sl^otiaen aud Sßa^d, fRan^o, ben 5?alcnbar. u. f* )v« 2) i^unbenr. IL, 250. 3) Einleitung au ^ra^, |)omm. &», r>, JSiempin ©. LY. 4) jtunbenr. Siirgerm. au bem Sabrc. 5) SRuboIpbi« ^b^^uil. 6) j(unbenrei4,. ^ürgerm. au bem Sabre; eine Serlaufdurfunbe feblt im Original unb in ber $lbf(brift. IRacb einet unverbürgten eage tt?&re ea bei bem j^aufe nid^t reblicb aug<g<(ngen. 7) Sn jtunbenrei^ II., ber »on e. 76 *an i^auptqueHe ift neben ben Ifalenbarien. 8) Parentatio auf Safere.

9) ed^dttgen unb Ar. m., 385 unb 389. 10) @ef^. ber et e)>iritudlir(be.

HüpM a

1) €t&bt. ^cten. 2) J^unbenr. L, 84. 3) Url. unb ^ctenftüdTe aur ®ef^. be9 grogen j^urfurften, $. lY., 938. 4) j^unbenrei^b IL, 260. 5) (Rango, @btonif, @a)). YIIL 6) 5eunbenr. L, von G. 90 an. 7) (Sbenbort 86. 8) (SbenDoit unb 374 unb 376. 9) Ebenbort IL, 205 unb 206. 10) Siango, geueralpbabet. 11) Sflango, 9la(ib^&ge bon 1671 an. 11) Ungebrudfte UrÜtnben unb ^cten im ®reifenb. etabt« ar^it). S)er streit atvifc^den (Solberg unb 3af(be meiftend aud @(bumannd ungebrutfter ®ef^ bed 89ceuma.

1) €t5bt. ^cten. 2) SBenbott 3) ^\x^u^ 0tt6 berfd^iebenen älteren QueVen in bet Sibliotl^e! bed ©i^mnaflitmd €. 75. 4) Sl^ango, Chron. XL Suffixe toon Jhinbftird^. ©^mibi, ^efd^. M @tettinet ^anbela, e. 54. 60. 5) SQ^utftral I. 996 unb 583.

ea|iitel 20.

^au^tl^ülfdmittel: SHe 9)ommerf(^e ^nfigefd^. von j^ufilev, balt @inb. YIII, 1, and tvfld&et bal Bef^e, tt?c(^e9 bied Kapitel enthalt, fief^o))ft ift, ba^u ^CLa% ®e- fd^reibung ber ÜRarienürd^e nnb bie ^emerhtngen bed ^upetintenbentcn Sßeng in 9etg]^aud, 9anbbud(^ @. 517 f. 1) @ap. Uri 360. ^ettrag über @t ephitud. 2) (Sbenbort <S. 128. 271. 318. 3) (Sbenboti 474. 4) ^aa^, @. 22. 5) 92ad^d(i^t über bie e^lieffen, Seil. 91. 57. 6) @benbort 91. 64. 7) Qap, Uri 384. 8j ffla^' x\^i über bie ed^lieffen 91. 53. 9) fRan^o, Orig. pom. 107. 10) S^ango, Chron. XV.

^apittl iU

^üiflmittel: ^dgumann, &t\^. bed Spceumd, SPad^d, histor. Lycii (unbebeu« ienb), (SbertS d^ronoL SBerseid^nig ber SRectoren om (^olberger Spcenm, ^tier, 9)rO' gromm 1867, Programme von Sütfemann, Gdbumann, Reifet, Serid^t über bie re* formirte €4u(e, Q^irft^ner: bie DftfeebSber, Delrid{^d (Snttvurf einer ^ibliot^el ber ®efd(|. ber ©elal^rtl&eit in |). 27, Sflonfio, Chron. XV., ©u^jplemente. 1) ©tobtb. 2) 9lud() in fi&bt. ^{r(t)enacten. 3) Ungebr. ^ctenftüde unb Urfunbe» aur @t\^, ix. 9BiC^. be« (trogen, ftfibt. ^ird^iv in (^reifenberg.

UpM 22.

OueQen: ^enfwürbigfeiten ber brei Belagerungen ^olbergd (1763); bie erfte ift vom |)räpof. fRan, bie beiben anbem vom SRector ^dfel gefdj^deben, festere mit vielen crbaulid^en Betrachtungen audgeftattet, aber von ^elb hc^ mit Unred^t verunglimpft, ba fle dne ber »id^tigften Duellen für feine dgene ^arftetfung bilbet; auger ben be« fannten l^anbfdgriftlidden unb gebrmften S)iaden nod^ unbefannte banbfc^dftlid^e ^uf- jeid^nungen von äßad^d. ^ülf^mittd: 5?arl aRarfd^aH v. ©uHdfi, flebenja^r. ^ieg in ^ommem unb v. ipelb, bie brei Belagerungen im fiebeni&^dgen 5^iege. 1) Zap unb Bictnal-Drbnung für baa 8ürftent§um @ammin, 1625. 2) @. ha^ Sitelbilb. 3) (Sol« berger Seftungdard^iv.

gapttel 23.

OueUen: einige 2:agebüd^er unb Kcten im Seftungdarddiv, ftabi ^den. ^ülfd- mittel: 9)er^, ®neifenau6 Seben, Tlaa%, bie Bdagerung (Solbergd 1807, 9Rot^, Ber- t^eibigung ^olbergd 1807, V. Bagen% ®t\^. bed 9. SHegimentd, @(^onlein, Q^efc^. ber Belagerungen (Solbergd. u. o. v. ^elb, bad ÜReerbab in ^olberg (1803), tvie bie (^ef(|. ber Belagerung in ber 3eit feiner Seftnngdl^aft gefd^deben.

}leg{|ler

bcr ttjtd^Hjeren unb f^tperer ju flnbenben ©od^eti unb ffiamtn.

^baaUn unb Seiftun^en ber IBürgec: 95.

96. 208. 346. 377. 405. an Un S3if*of 89 f. 122. 134. Slbebar. 263, 264. 272. 3a!ob, 272 f.

280. 85. Slfenftefenf^aft, 212. 272. Siaftabt, 17. 18. 19. 21. 8I^otbcfc, 99. 370. 373. 415. 425. Sippenation na^ UUä, 88. 89. 330. 331.

332 ^tnolb, ißif^of, 175 f. «r^t ber ®tabt, 99. 366.

!BabeftuBe, 49. 53. S3a^rr(4t, 381. SBartin, 192. ©aft (^agen), 288. 339. Säumt, entlaufene, 108. Saumgarten, 64. Searabniggcfenfdbaft, 389. Selbuf, 119. 123.

©etflarb, 7. 9. 160. 176. 238. 239. Belohnungen, offentltci^e, 75. 78. 229. 230. D. Seloiv, 41. 42. Senebict, IBif^of, 254. 256. Sergere^t, 277. Sergfriebe, 61. ©emfteitt, 375. Sergftrage 49.

Sovo^ner^al^I, 453 f. 529. 533. 570. Sif^ofa^of, 51. 358. 431. Sidtbum, ^olberger, 3 f. t). Slanfenburg, 227. 248. ^(otnik 16. 243. Sobe(el, 34. Soben^agen, 529.

Spgiölato Via, Slbminiftrator beö ©tiftö, 179. 181,

SoglöTab IX., 220 ff.

X.. 254. 256. 267. Soltenl^agen, 369.

Sorl, mU, 36. 67. SReu-, 529.

Sorfe, 98. 363.

Srauergilbe unb IBraure^t, 97. 374. 343.

453. ö. Sraunftßtijeig, 37. 39. 48. 133. 281 ff.

856. 364. 415. f. Seiid^ttgungen. Sranbe, 373. 399 f. 406. 426 f. 428. SBruberf^aften, gefftlic^e, 209. D. Srofer, 248. SufcH^, 88. 89. S3u*bruder, 412. Sud^l^anbrung, 412. S3u!om, Älofter, 36. 82. 120. 122 f.

©e^öfte in ber ©tabt, 37. 50. 96. Suggentin, 24.

Sulgrin.

SuHentvinfel, 64. 369. S3urg, Sage, 16. 17. 20. 21. Sürgerfc^aft, SHed^te unb g)f[i*ten, 93.

94. 95. 97. 265. 280. 342 f. SfirgerbataiÜfon, 397 f. 481. Süraermeifter, 70. 71. 72. 365. 443 f. Surfe, 102 f. SfiffoU), 84. 367.

Kantor, erfter a. G^apit. 196. 199. ©apitet, ©olberger, 17. 23 f. 195. 187 ff.

438. 439. ©fobona, 11. dolberg, @r!(5rung bed ^Ramend, 116.

118 f.

gamilie, 33.

Dr,, pasL prim., 429 ff. 432. 433. \

Sodann »irb ermorbet, 169. ^* l (Solbad, 120.

eoldbe, 288. ^v

(Sorlin, Srürfe, 169. ©labt 88. ^ dblofi 182, 184, 227. 228. 252 ff.

- II -

eSMin, 88. 160. 175 f. 227. 231. 249. 252 f. 254. 338. Äloftcr, 119. 126. ^u^cenberg, 193. @a9r6t^oti ^7.

S)amftatt, 22. 192.

)>. S)am\k 41. 42. 82. 84. 337.

JDargun, 86. 119. ^lofier^of in ©olberö 50.

2)ar0Utij, 187.

IDänemar!, Schiebungen in, 161. 163.

170 f. 222. 233. 234. S)ee)>, @oI6erger. 65. 423. IDegott), 194. 65. 423. ^H ^. Sr. D., 439 unb (Sinreitnng. 3)obeIften, 5)etmar, ermotbet, 182. S)omini!aner in ^mmin, 264. SDomt^ule. 470 f. S)refott), 84. 2)»erin, 65.

tj. Sberfieln, Subnjia, 9)i>ftulatb. , 249.

250 .f. 254. @inipung mit %xtpU)a> unb ben S3orfen,

227., mit Sre))tou) 232, mit (Sddlin

249, mit me^rer. pomm. @t&bten 252. ^intvanbemng, beutfÄe in ^olbera, (Sa-

pM 2. (Sngtanb, ^riegdxuftanb (Solbergd mit il^m,

161 ff. @ri(||, 4)er8og, 232 ff. @ugen IV , g)apft, beffen |)riöileöien, 217.

227. 228.

ga^rlrug, 129.

Sinansen ber €tabt, 370 ff, 873. 396.

450. Sinfenburg, 62. 366. gif^erftrage, alte, 52. f^ifc^matft, 52. Sifc^teiÄe, 63. 152. gif^üerbrau*, 378. grana, S3if*of. 355. 357. Sransof. ^reblger, 432. griebricfa ü. öirfftebt, Sif(i&of, 176. 8u*8, 9). (5^417. günffir^en^ ^aron D., 393.

Katrin, 24. 206.

Q)ame!ammer, 198, 460.

(harten, 63. 399.

@ate, 45.

(S^eorgeufir^e unb ©pitai, 57. 204 f.

211 ff. 898. 405. Q^i^t fie^e S^Dgt

®erttubenfir*e, 68. 59. 204 f. 418. 423.

425. ©etoerKroHen 376 f. 99. 441. (S^ewanb^aud. 56. 109. ©üben, 97.

)). Q^Iafenapp, 41. 66. 82. ©olnott), 252. ®orebanb, 175. ©oredjom, 187. ©o^fe, Situ«, 352 ff. ©ouüerneurc, 411. 420. ^rabengeric^t, 366. 446. ^reifenberg, 11. 242. 152. 158. 160. ®reifdu)alb, 30 f. 86. t>. (SJriplfecnberg, Swan, 41. ©dpawolbefen, 33. 60.

ßafen, 73. 74. 219. 373. 413. 414.416.

Safenfu^ren, 91

^atengeric^t, 366.

^afen^ettn, 91. "444.

4)afen, 66. 290.

^anbel, 145. 155 f. 157. 161. 167. 345.

355. 455 f. 4)amifc&mü^!e, 76. ^afenwiet]^, 64. 4)eere0folge, 390. ^enlen^agen, 291. 369. i)enning, «if*of. 227. 233. 4)etmann, »ifcjof. 27. 28. 31. ^ejcenproceffe, 433 f. £)eilige ^eiftfirc^e unb ©pital, 57. 131.

204 f. 211 f. 369. 406. 407. i^enoge \>on Komment, @(|irml^nm bed

em, 159. 177. ö. i)evbebred, 67. ^odbaeitdorbnung, 108. 382 f. t). ^o^en^aufen, 248. 348. 354. 4)olf, 38. 60. 67. 82. 84. 108. 109. ^olfenfpital, 213. ^olsgtaben, 127. ^olasingcl, 61. ^opfenbau, 63. 168. ^ü^ner ^eilige (Beift, 214.

3-

3al6rm5rfte, 108. 378. 406.

SotobifapeUe, 23.

3afobi!it*e, 58. 62. 326.

Safere, 9)aftor, 400 f. 403. SRector, 433 f.

487. Saöbe, 289. Seftin, 86. 67. Sobenftrat, 54.

Sobanncd Srunonid, Sifc^of, 178. 180. Sodann v. Dppeln, Si(4of, 180.

?o\)amti m(Rni, ßMol 178. ScbannmtiÄf, 18. 19. 23. SU. Suben, 55.

St.

mavti, 209.

JColbautunbna, 5S.

V. Sallom, 247.

SamU. 67. 82, 110. 176. 193. 270 f.

183 f. 331. 232. Jtämi^, 373. 404.

Äntftl), 243. TOartin, aifAof, 356 ff. Äaflmlr, »ifi^of, 337. 349. 353. 357 ff. SCamaa nüt in aitfloM, 31, ffaufmannflfllfte, 345 f. 847. 350. 374. 416. Stthn^agdi, 60. 422. SintiaufnltnuttB, lOS. 383. fileine, gamilif, 39. IHicolaua, 39. 105. 304. JClofler, ISO. 136. 336. 231. 249, 3S2 f.

339. Sh\tnlk<bi, 408. 436. .Rnubbcl, {itnnina, 265 f. 2dl, Soitam, 41. 66. fin^Icnmatlt, 57. ficäftnjDnft, 374. JCcIpfn, CErnteTuna bcffclbtu, 226, ÄDlbfnorönuna, ntue, 133 f. 219. 230. Ai>t^bu4 134. ffrtmtrliaatn, 60. Äiü^ne, 187 f. fftua, xatf)e, 423. JfunDninld), 364. Sunbeiirei4.&Dl('SpHat 213 f, Sun^])f(if(rtburiii, 44. JtülrTflTagc, ffaUTl^DT, 46,

S. 8anb(ebanbftTage, 37. 40. 49. gaabtJcDQesim in (Sotbttg, 411. Snfinbt-

nnnttt bnmlt, 419 f- 421 f. 425. Sanbftflnb. JRf^tt, 179. 228. 255. Saßabir, 59. 8autcntiu8T(ip(ir(, 59. 9(i(tnam<lailb(, 210. fe^ngület, 81. 83. u. 8(ut»Q), 38. 19. eilitajunft, 374.

Bube, &mea, 266 f. ^(nninj, 269 f. 281, SUccum, 474. 2m<^t »{[^1, 31. 87 f.

SR. Wailu^It, 63. 373. maam», Sift^vf, 181. 134, aVaf» au« SollKta, 469. Wal4)tim, 45. ÜBanttiiffd, 22G. 332. 243. (Sralmu*,

»ifdjof, 273 f. aXari(ntl[4t in iSoltma. 186. 457 f. nf In «Itflobr, 13. 32.

t Soiewfl« baftlbft 177.

in ffiolbna« mit ibtun,

t^Sri^di, 47. Tiotiha, 18. 120. ailolidin, 190, gjtolfnbijt, 45, 9J;5n((SDf, 37. Woadjtiiet, 46. 3Biiotbäinm(, 49. 73, Wühlen, 30. 45, 55, ^finbe, 59. 74. 380. 393. 414. 454. aRünje, 57. anüttärec^t, 92.

SRflflDio, 83. 84. 182 ff.

9iaugaTb, Aleln, i90. 369. 396.

gierfnin, 190. 204.

9ir6mtr, 368.

fflt\H 189.

JtctUlbrf, 533 ff. 547.

3t(uBabt, 45.

9i(ut I^Dir, 218, 219. 225.

9iitDlainr*(, 51. 73. 204 f. 413. 422.

molaal, WW, 131.

m«ta. 176. ÖIO, f, »(ri(ttifluii8.n.

Stonntn^olj, 64.

©,

Dffidat, bi|(l)£fli4tr, 197. 200.

OltKnbntfl, 188. 270.

Dibatt, 31. 90. 184.

Cfttn, B. b., 68, aJinni«, 234. 237. 24a

Olto B. Sambcca, 10 ff,

270.

0. plattet, 64. 379. |}l(bane in Salbtta, 204 f. ^clbtmln, 28L

^ iv -

9)fannrd)mteben, 59. 398. 422. 428.

g)retm{n, 23. 194.

D. ^ti^e, 363.

9\xlr>txiit\6)üi^, Ib. ^\xl))txmu^U, 75.

r>. ^uttfamer: 248.

Duelftn, 84. 292.

D. dtan^o, 248.

Sdat^ bcr €tabt, 71. 72. 76 f. 80 f. 280.

365 f. 441 f. 447 f. 9tat§^aud, 37. 50. 56. 363. aftaufd^cnborf, 360. SRcformittc Äir^e, 50. 430 f. mefüfiied, 432. 441. üim, 65. 244 f. S^eglement, rat^^äudltc^e^, 447. Sieinbern, ^ifc^of, 3. Rej/f de grote^ 76. giic^^tflättcn, 367.

SRiga, Don ^olberg unterftu^t, 164. fRitterafabemie, 412. 495 f. mofenbal, 33. 45. 62. 63. 204. SRojen (Slafen.) aunft, 106. 375. 9lodg(em, 35. Sfloffentin, 72. 193.

müaentoalbe, 152. 158. 160. 238. 338. 8Rü§ne, 283 f.

€o^ot», 24 f.

Saline, 15. 114 ff. 344 f. 373. 455.

©al^t^or, 46.

€4aufpiele, 481.

€(^ipn)crften. 59.

ec^lac^t^au^ 46.

©O^lame, 88. 238.

». ©c^Iiefffn, 43. 215 ff. 265.

^fxvA L, 216.

- «)an8 II., 216 ff. 220 f. 229 f. 240. 241.

@*licffenio3pitaI, 212 f. ©cblifffenfavenc, 459. ec^Ucffenftrafee, 52. ©(^rnclmö, ge^be berfelbcn mit ©olberg,

®(]^oaungen, 373. 447. ©cbopcnbrouer, 374. edjofc 95 f. 377. ecbulcn, 211. 470 f. €^ul^aud, ältere^, 54. ©djuppepol, 129. f. «öcri^tigunaen. ©(^u^endilbe, 100 f. ^Aiu&ne, 74. @c9ioniQ, i6oaU(aD, 420.

€(&U}eber, 364.

@d&U)eblfcbe i^rnfc^aft, 403 f. 41Ö.

Sccbob, 571.

©eefelb, 25. 187.

©ealerbauö, 50. 97.

@eInom, 66.

©emmerom, 369.

©ie^en^aud, 58. 212.

©iebcrianb, 65.

©ifflfrieb, S3lf*of, 183 f. 220. 223.

D. €)immern, 364.

©imö^elr 368.

@ittc unb Sud^t im 17. 3a^r^., 383.

384 f. epie, 68. 369. ^pinnbaud, 451.

©tabtöüter, SBewirtl^fc^aftuna, 372 f. etabtbof, 60. 449. ©tabtmauer, 44.

etolpc, 152. 158. ICO. 238. 388. @tranb^er€(i&tia!cit, 375 f. ©tragfii bec ^tabt, 49 f. igtrafeenpfiafterung, 362. ©tdcferebcrg, 62.

etubben^agcn, 59. 351. 398. 422. ^tunn, ber ö^oge, in 3)oramern, 260 f.

Slammc, 53ürgermeifter, 349. 354. SS:(rminareien in ©olberg, 203. 204. 2:cftamentc 207.

2;cf[incr @ee, SRicbcrlagc am, 225, Seftament ». b. SBicbc, 193. 2^01 c ber etabt, 45. X^urm, rol^e, 407. Stramme, 187. ö. Slrcbctow, Safob, 32. Srebnl^, 120.

Srcptom, 9. 12. 112. 152. 159. 160. 162. 227. 232. 242 f. Äloftet 117.

U.

U(ri(^8§of, 369.

SBicariecn, 208.

S3icarien^of, 208. 473.

«iern)Et!e, 95. 374.

Sitaüfnbrüber, 158 f.

93itte, eolberger, 154. 163.

S3oat (Obcf unb Unter-), ©erlr^t 69.

85. 89. 174. 257. 340. 366. Q]ogt auf ©d^onen, 154. 156. äSoarabg^aaen, 40. 60. SBorwerl, 60 f. 61.

ä8ai(en^att«, 451.

»^ V '

3öa(btbor, 61. SKalkutc, 17. 2Panfa6rlcn, 207. Söotibra^mcn 55. SBavVfn, b. St. f. 9kdbtrafl. aBaffcrIunft, 49. 413. 3Bafferlbörcl)cu, 47. SRüeibe, falte, 55. 2öcnbcn, 34. 376.

Söenbcflra6<'. 34. 52.

aöirter, 67. 39G. 399 SRcu», 529.

u. b. 2öicbe, 33. 34. 190. 457.

2Blc!f, 61. 62.

SQBilljelm, 53ifAof, 27.

SBinbmu^tcn, 373.

S5^obrot, 204. 289.

S^olb, !oniöli*e, 380.

SR^clbcnbura, 237,

SBotföbcrö, 62.

^otnu^na, 25.

Söonin, 13. 152. 158. 160.

u. SßcpcrSnott), öuftadf», 84. 318.

3cc bll um, 57.

äenbauö, 57.

Bernin, 192.

äeuö^auö i^Hüft^au«) unb 5lrliaerif, 75.

148. 162. 275. 380. 398. Bieadl^or, 61. Sieffnier, 5)eter, 373 f. äillenbcrfl, 115. 117. 129, 131. 422 f.

428 3olT, dX 91. 92. äucfau, 119. 3wl(ip|), 292.

(Brjtea (l[aßitet

tlVäl^renb bie jroifd^en @tte unb Dber wol^nenben f(at)ifd^ett Stämme in ben grauet unb wed^fetooKen Äriegen, butd^ toeld^e bie ©infül^rung be§ ßi^riftentl^umö unb beö beutfd^en SBefenö bei i^nen vorbereitet würbe, fd^on in ber erften §älfte be§ lOten Sai^tl^unbertä mit ßanb unb Seuten in flareren Umriffen in ba§ ßid^t ber ©efd^id^te eintreten, liegt auf bem von ber JDber an in ungewiffer Sluöbetinung gegen £)ften an bem ©eftabe ber ©ftfee l^ingeftredten Sommern noä) längere 3eit ein bid;ter SRebel. @rft gegen ba§ 6nbe beö 3al^rJ)unbertö beginnt er l^ier unb ba ju jerrei^en, unb als bie l^ettften fünfte fd^inu mern juerft auö i^m l^ert)or bie beiben ©täbte 2Bottin unb ßolberg, biefe jum erften 9Jiale mit bem anfange beö jweiten Sai^rtaufenbö, jene \ä)on etwaö früher mit bem fremben Flamen Sumne ober Somöburg genannt. aBoHin, beffen 33ilb burt^ ben 9?ebelfd;immer ju marinem l^after ^ra(3^t oergröfeert unb oerjogen worben ift, baö begel^rli(^e 3iel bänifd^er Slaub- unb ©roberungöluft, bann ber anä) oon beutfd^en §änb' lern immer jaf)lrei(^er befud^te gro^e aWarft beö n)enbif(^en 33erfel^r§ an ber £)ber, bleibt oon ba an aud^ bem SBeftlanbe bauernb geöffnet, über ßolberg bagegen leud^tet ber Sid^tftral^l nur einen 3lugenbliä, bann weidet er fogleid^ lieber einer bunflen SRad^t, meldte unö ben 2lnblid ber ©tabt nod^ auf ein gaujeö Salirl^unbert entjiel^t; bo($ genügt er, um uns bie ©eftalt beö älteften ßolbergö wenigftenö im äujBerften Um^ riffe erfennen ju laffen,

SBon ^olen auä wirb uns biefer flüd^tige SBlid gegönnt

♦; ^ie ®rf(äntng bc3 flamme f, (5ap. 4

$oIen war in ber jweiten §älftc beö lOten S^i^tl^unbertö in ein 9lbl^än9i9feitöt)erl^ältni§ jum bcutfd^en Steid^e getreten: 3Wteöfo, ber ^er^ jog beö Sanbeö, l^atte im Scti^^e 965 bie Oberl^ol^eit feineö mää)i\Qtn ©renjnad^bam, beö beutfd^en £önigö Dtto I., anerfenneu unb alö Sei^nö^ mann beffelben \i6) ju einer Sributja^lung t)erftel^en muffen. SDer Un- terroerfung folgte balb bie Slnnafime unb ©infü^rung beö ©firiftent^umö, unb bie Unterorbnung beö erften polnifd^en SBiötl^umö ^^Jofen unter baö eben (968) begrünbete ®rjftift SUiagbeburg, bem £)tto I. aud^ baö ge:^ fammte SBenbenlanb öftlid^ ber ©aale unb eibe alö ©prengel jugeroie^ \en l^atte, mu^te baö Sanb aud^ tix^liä) t)on SDeutfd^lanb abl^ängig mad^en. 33oleölat) I. ©I^robri, ber 992 feinem aSater 3)iieö!o in ber ^Regierung folgte, n)ar ein friegerifd^ gefinnter gürft oon fül^nen &iU würfen: er unterwarf bie benachbarten ftammoenoanbten 3SöHerfd^aften, biird^brad^, toie fd^eint, juerft in unbelannten §eereöjügen ben brei= teil JSolbgürtel, metd^er ^^Jommem oon ^olen trennte, unb jroang bie burd^ ©prad^e uxib ©itte ben ^oten nal^e üenoanbten Serool^ner beö Äüftenftrid^d am baltifd^n SKeere feinen Sefel^len ju gel^ordEien. 3um beutfd^n Könige blieb er für'ö erfte in bem alten SBer^ältni^, fo lange er ber §ülfe beffelben jur görberung feiner ^läne beburfte. S)eim eine ©rmeiterung unb Umgeftaltung ber ftrd^lid^en 6inri(^tungen, bie il^m entftlid^ am §erjen lagen, tonnte er nii^t Dome^men ol^ne bie 35en)itligung Äaifer ötto'ö III., beö Srägerö ber i^öd^ften irbifd^en ©emalt, beö ©d^ugs ^erm ber obenblönbifd^en Siri^e, ber furj Dorl^er jroeimal über bie Se- fe|ung beä pöpftlid^en ©tul^lö ^jerfügt l^atte unb mit bem bamaligen ^^apfte gleid^e Siele Derfolgte.

3n bem 3ai^re 1000, in roeld^em £)tto, ben allgemeinen ©lauben an ben beoorftel^enben Untergang ber 2Belt t^eilenb, eine SBaüfa^rt an baä ®rab feineö ^reunbeö, be§ von ben ^reufeen erfd^lagenen 3Jiärt9= rers Slbalbert, na^ ©nefen mad^te, um bort alö barfüjsiger ^ilger ju beten, gab er wäl^renb feiner 3lnn)efenl^eit aud^ ben ftrdilid^eit 3uftäm ben bie mit bem ^apft unb ol^ne Sroeifel aud^ mit Soleälao fd^on oor- ^er feftgefefete ©eftalt; fie entfpradi bem gelieimen SBunfd^e S3oleölao'ö, fein Sleid^ ftaatlid^ u)ie fird^lid^ oon frembem ©influffe frei ju mad^en. Uriber ben ©ebeinen beä l^eiligen Slbalbert, bie fdion jal^lreid^e SBuitber geroirft l^atten, mürbe oline 33erü(ffid^tigung ber 2lnfprü^e beä a)lagbe5 burger ©t^bifd^ofö ein befonberes (Srjbiöt^um unb bamit eine eigene pot nifi^e, oon S)eutfd^lanb unabhängige Slird^e erridt)tet, unb biefer auger bem älteren pofenfd^en öiätl^ume nod^ brei anbere, neugefd^affene Sid-

t|ümer untergeotbnet; bie ©ifee betfetten toutben Sttatau, S3reölau unb ©otterg.

S)ie Slnnal^tne, ba^ bas Sotterger Siötl^um fd^on frül^er t)on aWieöfo ober aSoleölao begrünbet fei unb bamalö nur feine Seftätigung oon Dtto erl^alten l^abe, ift unjuläffig, ba nur bem Äaifer in jener Seit bie SBelel^nung mit SRing unb ©tab juftanb, unb ber ^olenfürft nid^t aus eigener 3Rad^t txx6)liä)^ ©inrid^tungen treffen fonnte, roeld^e bie aied^te fd^on beftefienber Äird^en t)erlefeten: 3>ie ©rünbung beö 33iös tl^ums, mit weld^em ßottergg 3larm ium erften 2Rale in ber ©efd^id&te genannt toirb, fällt alfo in baö Sal^r 1000.

3um erften SBifd^ofe in ©aljfotterg (salsa Cliolbergiensis eccle- sia) warb ein beutfd^er ©eiftlid^er eingefefet.*) 2)enn bauerte no(^ geraume Seit, biö fid^ bie potnifd^e Äird^e ©ö^ne beö aSolfe ju ©eifb lid^en unb aWiffionären et^og, unb baö S3ebürfni| pang, ber lateinifd^en Äird^enfprad^e unb ber g^eber funbige Gräfte meift aus bem benad^bar« ttn S)eutfd^lanb l^erbeijujiel^en, beffen politifd^e ßberfierrfd^aft Soleölat) balb barauf abwarf. S)er Sifd^of l^iejs Sleinbern, voax gebürtig m% bem §oögau (jtoifd^en ©aale, Unftrut unb SQBipper) im §atterftäbti^ fd^en, toar auf einer ber ©d^ulen beö 3Jiagbeburger ©rjftiftö t)on tüd^^ tigen Sel^rern in ben SSiffenfd^aften feiner 3eit auögebilbet unb xotti^l unter ber ©inrairfung ber l^errfd^enben 3iid^tung ber 3Kagbeburger Äird^e, meldte, mit ber Oberleitung beö S3efef)rungön)er!eö in ben raenbifdien £änbem betraut, fd^on mel^rere begeifterte Sßerfünber beö ©l^riftentl^umä in ben Dften entfanbt l^atte, oon bem frommen ©ebanfen erfüllt wor- ben, alö aWiffionär ju ben ^olen ju gel^n. 33ei Soleßlao ftanb er, wie feine fpäteren ©(^idfale jeigen, in grojsem 2lnfel^n.

SRod^ im Sa^re 1075 flagt ©regor VII., ba^ ben polnifd^en 33iö^ tl^ümem bie ftrenge 3lbgrenjung ber ©prengel fel^le; maä bamate in ^olen nod^ nidjt erreid^t mar, fonnte unmögli(^ fd^on fiebjig Saljre früher in bem th^ unterworfenen Sommern burd^gefül^rt fein; überhaupt ift nid^t an ein mit ber nöt^igen I)öl)cren unb nieberen ©eiftlid^feit t)erfes l^ened, auf anbere ©infünfte, alö etwa bie unfid^eren Sel^nten im l^eib^ nifd^en Sanbe funbirteä, t)ottft(inbig eingerid^teteö Siötl^um ju benfen. aSie t)iele ber oon Äarl bem ©ro^en in ©ad^fen errid^teten SSiät^ümer,

*) 9la(^ Äanncgtefecr«, ©iefcbrcc^te unb Slöpclld ((Scfd^. oon ^olen I, 645) Untctfuc^ungcn lann !cln begründeter Sweifel mel^t gegen bad (Eolberger Sldtl^ttm erl^oben werben.

i*

Toar an^ baö ßotberger Siötl^um fd^werlti^ tnel^r alö eine SWiffioitö^ ftation, von ber aus baö Sid^t beö 6l^rtftentl^uni§ in bie pomnterfd^e 2Bälbema(ä^t l^incinleu(^ten foHte. S)od^ ift fid^erlii^ imriiä^tig, SRein- bem alö einen blojgen Sift^of in parlihtis anjufe^en. 6r l^at roenigftend eine 3eit lang in ßolberg feinen ©ife gel^abt unb t)on feinen geifttid^en Begleitern unterftüfet ein ÄapeDan t)on ifim wirb 1004 genannt 0 eifrigft ba§ §eibentl^um burd^ SBort unb Sfiat befämpft; er l^at bie Sempel ber l^eibnif(^en ©ötter jerftört imb ©öfeenbilber verbrannt, baö t)on böfen ©eiftern alö fold^e erfd^ienen natürlid^ betn d^riftlid^en ^riefter bie l^eibnifd^en ©ötter befeffene SDteer gereinigt, inbem er mit SBeifiroaffer befprengte unb, nad^ einem bei öannungen üblid^en, unter anbern au(^ 1526 gegen ben ßolberger SRatl^mann Änubbe ange^ wenbeten f^mbolifc^en 33raud^ ber Äird^e, t)ier mit bem l^eiligen £)ele gefalbte Steine i^ineinroarf, unb fo „an einem unfrud^tbaren Saume bem §erm einen neuen ©d^öJBling gejogen, b. 1^. in einem attju rollen (inmlsOj ungefaljenen, wofil nid^t o^ne 2lnfpielung auf bie ©aljftabt gefagt) a?olfe bie ^flanjung ber l^eiligen ^rebigt begrünbet." 3)er S3ifd^of S^ietmar von 9Kerfeburg, ein ©efi^id^tfdireiber jener 3eit, bem mir obige 9la($rid^ten Derbanfen^), fügt l^inju, bajs meber feine Äennt^^ ni§, nod^ feine Serebfamfeit auöreid^e, um baö ju fd)ilbern, maö Sieim bem in feinem i^m übertragenen 3tmte auögerid^tet l^abe. äöir mürben i^m gemig nod^ banfbarer fein, menn er xin^ an6) in ber unberebteften ©arfteUung nod^ anbere Si^atfad^en mitgetl;eilt fiätte, boä) ift aud^ biefe fpärlid^e ^unbe f(^on von groj^er 2Bid^tig!cit, fie reid)t auö, um eine SBorftellung von bem alten ßolberg ju gewinnen.

SBenn Soleölan ßolberg jum ©ife beö neuen SBiötl^umö madE)te, fo mußten ifim liier bie Sebingungen für eine erfolgreidje ^eibenbefel)- rung alö bie günftigften erfd^einen. Dffenbar mar bie ©tabt ein^r ber ^auptort ber SanbfdEiaft: liier befanb fidl^ eine mit Sempein unb ©öfeen- bilbeni gefi^müdfte Dpferftätte beö ^eibuifd^en ßultuö, unb gern errid|= tete man bie (^riftlid^en ^ird^en grabe an ber ©teile niebergeriffener §eibentempel; l^ier mar einer ber mid^tigften ^^uncte beö l^interpommer^ f(^en §anbetet)erfel^rö, ber auf ben beiben einlräglid^en 9?atirung§quellen berul^te, au§ meldten biö auf unfere Sage ber SBol^lftanb unb jeitmeife ber Sieid^tl^um ber ©tabt gefloffen ift: bein ©eeliafen unb bem ©alj? merfe.

©d^on bamafö fannten unb nufeten bie 33emol^ner ber ©tabt bie ttud bem ©d^afe^aufe ber SRatuc in un.*rfJ^5pfHd^er ^üde ^erporfpru^

5

bcinbc ©aljtafc, f(^on bantate fticg ber ^fianä) auf aus bcn ©aljfotJ^en am Ufer ber ^erfatite, utib roat fieser fd^on Söl^tl^utibertc lang aus l^ncn aufgeftiegen (f. 6ap. 4); benn grabe biefe unentbelirlid^e Su^ tl^at ju jeber ©peife l^atte ben Slamen von ©aljfolberg über bie pom:: nierf(^en SBälber l^inauö nad^ ^olen getragen. SBeitl^tn t)on ber £)ber öftli(3^ an ber 3Reere§fäfte unb in baö Snnere fiinein biö jum S)mepr unb ju ben erft feit 1253 htaxiexkien ©aljlagem am g^u^e ber Äar^ patl^en in bem ©aljlanbe §alicj (©alicien) gab feine naml^aften Salinen, (f. 6ap. 4) unb fieser unterbrach fd^on lange t)or Soleölaoä §eeresjügen nid^t bloß baö ©el^eul ber SBolförubel bie ©tille bed ©renj^ Toalbeö, fül^ne §änbler fül^rten auf ber l^unbert '^df)u fpäter beutli(^er l^erDortretenben ©atjftraße baö unentbel^rlid^e ©eroürj bem polnifc^en Sinnenlanbe ju, üieHeid^t aud^ fd^on, wie fidler l^unbert Saläre fpäter, getrodtnete unb gefallene g^ifd^e, befonberö ben gering, baö beliebte Slal^rungömittel au(§ beö polnifd^en Säuern biö auf unfere 3eit

2)enn f(^on in jener 3eit war bie jroeite ßebenöbebingung beö ßolberger SBol^lftanbeö, ber §(ifen unb baö 3Keer, von ben Sewol^nern ber @tabt gefannt unb ausgebeutet. SBenn JReinbern bie §errfd^aft beä 9Meereö ben unl^olben S)ämonen entjog unb baffelbe bem milben ßj^ri:: ftengotte n)eil)te, fo muffen bie ßolberger fd^on üerftanben fiaben, auö bem §olje i^rer SBälber feettid^tige Sd^iffe ju jimmem, muß fc^on bamalö ein ©efd^led^t füi^ner ©eeleute unb ^ifd^er in ßolberg gegeben l^aben, bie auf il^ren leidsten fielen ben unfiolben 3)ämonen ju trogen wagten, unl^olb wie baö unwirtl^lid^e 3Jleer felbft mit feinen ungaft^ lid^en Äüften, von benen an§t erbarmungötofe ©tranbräuber nad^ ben ©Riffen auöfpäl^ten, raeld^e ber ©türm an baö ©eftabe werfen fonnte.

Jfrofe feiner eifrigen S^ätigfeit l^at SReinbern nic^t erreid^t, baß bie gelegten Äeime beö 6t)angeliumö tiefere SBurjeln fd^lugen. 3tn Saläre 1004 finben' wir einen ÄapeUan beä ßolberger 33ifd}ofö fem von bem bifd^öflic^en ©ifee in ^olen in ber Umgebung beä ^olenfürften, unb in nid^t naiver ju beftimmenber Seit, jebenfallö nod^ vox 1015, ben Sifd^of felbft in SRußlanb in einer politifd^en ©enbung. (£r begleitete eine pot nifd^e ?ßrinjeffin, bie Sod^ter 33oleölat)ö, an ben §of beö ruffifctjen ®roß^ fürften SBlabimir ju Äiew, ber um biefelbe für feinen ©ol^n geworben l^atte. 2lte et l^ier ben ^ringen, ber auf Soleölat)S, feines ©d^wieger^^ Daterö, 33etrieb ben wilben Seibenfc^aften bes aSaters entgegentrat, burd^ freimüt^ige Siebe unterftüfeen wollte, geriet!^ ber Sprann in fold^en 3orn, baß er mit ©o^n unb ©d^wiegertoi^ter au(^ ben S3if d^of in bas ® ef ängniß

fcfetc. 5Dlefet jeigte haxin bic glettä^e ©tatibl^aftiöteit, wie r>oxf)ec, „rerföl^nte fi(^ unter Sl^ränen utib beftänbtgem ®ebet aiiö jerlnitfd^tem §erjen mit feinem ßrlöfer unb ging, auö bem engen ®efängnt§ beß Körpers erlöft, freubig l^inüber ju ber gteil^eit emiger ©lorie/'^)

£)b Sieinbem f(^on jur Seit biefer §o(3^jeitöreife hmä) einen Sluf^ ftanb in feinem S3ef el^Tungön)erfe unterbro(^en unb vertrieben mar, ober ob erft bie unter S3oleölat)S ©öl^nen in ^olen eintretenbe 3errüttung ben Sommern ©elegenl^eit gab, bie Derl^a^te ^olenl^errfd^aft unb baö ßl^ri:: ftentl^um abjuf(ä^üttetn, ift ni(3^t ju entf(3^eiben, SebenfaHs l^at bie f(ä^ma(ä^e ©(^öpfung in ßolberg nur furjen Seftanb gel^abt, fie ift mit ben leiiS^t- gezimmerten Äird^en, bie Soleölat) an ber ©teile ber ]^eibnif(^en Sbole motzte erri(S^tet l^aben *), von ben Sommern jerftört, alö fie nic^t metir von bem polnifd^en ©(^mert gefc^üfet mürbe. 3?o(^ einmal erl^ob ber alte ©ötterglaube baö §aupt, unb bie unl^olben S)ämonen nal^men mie^ ber Sefife vom 3Reere: unb alö l^unbert Saläre fpäter ber äpoftel ber Sommern für immer baö ftreuj in Solberg errid^tete, fc^eint feine (Bx-- innerung mel^r bei feinen Semol^nem t)orl^anben gemefen ju fein, bafe i|ire Sinnen f(^on einmal ju il^m gebetet l^atten.

35aö ganje Ute 3ctl^rl)unbert l^inburc^ mögt ein erbitterter Krieg jmif(^en ben ^olen unb Sommern l^in unb l^er; oft gef (plagen, betiaup^: tcn bie lefeteren hoä) im ©anjen il^re Unabl^ängigfeit, biö in bem 3ln= fange beö folgenben Sal^rl^unbertö bie feinblii^e ©emalt ftärfer unb na(^l^altiger in il^r felbftftänbigeä Seben eingreift, ^od^ l^at ber emige SBaffenlörm anä) ben friebli(^en SSerfel^r niä)t oerfij^eud^t: pommerf(S^e §änbler werben, mie ein polnif(^eö, balb ju ermäl^nenbeö Sieb nn% jeigt, nid^t abgel^alten, auf ber alten SSerleJ^röftrafee ©alj unb gifd^e na(^ ^olen JU bringen.

©eit bem Saläre 1102 l^errfd^te mieber ein SSoleälao, beigenannt ßrjimouftt, ©d^iefmunb, in ^olen. ©einem gleichnamigen 2ll^n öl^nlid^ an friegerifd^^religiöfem ©inne, mar er entfd^loffen, bie unrul^igen ®renjna(^barn in Sommern bauemb feiner §errf($aft ju unterwerfen unb biefe burc^ bie ©infül^rung beö ©l^riftentl^umö ju befeftigen. SBäl^' renb bie polnifc^en SKngriffe frül^er oorjugömeife bem öftlid^en ^om^ mern (^^Jomerellen) galten, nal^men 33oleölat)ö 3üge eine mel^r meftli(^e Sftid^lung gegen bie Äüfte von SBeftpommem; offenbar, um l^ier ben

eigetitlid^en §erb au($ beö oftpommerjd^en SBiberftanbcö aufjufud^en unb ju t)erni(^ten.

3n bcm Saläre feiner S^ronbefteigung erfd^ien er mit einem flei= nen, aber anöerwäl^Iten §eere unerwartet vox bem großen unb volh reid^en Selgarb (SBeiffburg) an ber ^erfante unb nal^m bie über^ rafc^te ©tabt im erften 3lnlaufe. ^oä) mirfte ber ©d^reden, ben ber fül^ne 3ug erregt l^aben mochte, nid^t nac^l^altig. SBäl^renb 33oleötat) gegen SBö^men unb aWäl^ren fämpfte, wagten bie Sommern, im ©inuers ftänbnijB mit Sbignet), bem treulojen 33ruber beffelben, ber mä) bie Söl^men jum angriff auf ^^olen t)eranlaBt l^aben follte, einen neuen ©infatt in ba§ polnif(3^e ©renjlanb.

SBoIeötat) l^atte ben Ärieg gegen SlWäl^ren tbm glüdlid^ beenbigt unb ftanb noä) in ©d^Iefien »), alö il^m bie ilunbe bavon jufam. @r fammelte fein §eer bei ©logau unb bra(^ t)on l^ier mit auöerroäl^lten SReiterfd^aaren gegen ßolberg auf, vodä)t^ alfo alö §auptfife ber ©rJ^e- bung ganj befonberö feine SRad^e l^erauögeforbert l^aben mu^. 3ui un^ unterbro(ä^enen fünftägigen ®ilmarf(j^e jog er unter l^arten ©trapajen burd^ müfte ©egenben, geraäl^rte feinem §eere bann eine furje SRaft, um fid^ burd^ baö Iieilige 3lbenbmal^l unb bnxä) leiblid^e ©peife wieber ju Mftigen, unb gelangte am 3lbenb beö feigsten Sageö, an einem ©onm abenb, in bie M^e von ßolberg. 2)er fül^ne SReitergeneral SBerner, ben ^riebrid^ ber ©rojge im Sal^t 1760 bei ber jweiten S3elagerung ©olbergö ebenfalls non ©logau auö jum ©ntfafee bortl^in fanbte, brandete, burd^ gu|3t)olf unb Srain befi^mert, breijel^n Sage ju feinetn SIRarfi^e; er jog über Äroffen, Sanböberg unb ©d^ief elbein. SJBeld^enuaBege ^o^ leölat) gefolgt ift, miffen mir ni(^t*): bod^ errei(^te er iebenfattö von SEBeften l^er in ber 3lä^e t)on ©olberg bie ^erfante. 2lm ©onntage vor Sagesanbru^ festen bie ^olen mit SBermeibung von Srtidten unb pl^ren, um unbemerft ju bleiben, fd^mimmenb unb nid^t o^ne ©efal^r über ben %lu% 3enfeit§ orbneten fid^ bie ®ef(^maber unb ftünnten, burd^ einen SiüdCl^alt gegen plöfelid^en Ueberfall gefid^ert, im ginge ge^^ gen bie reid^e unb . mol^lbefeftigte ©tabt, um fie, wie frül^er Selgarb, im unerwarteten 9lnlaufe ju nel^men. ®ö gelang i^nen, fid^ ber imbe^^ wagten Z^oxe ju bemäd^tigen; aber anftatt gleid^ mit affer Äraft fid^ auf bie 33urg ju werfen, jerfheuten fid^ bie plünberungöfüc^tigen ©d^aa«

*) 3m 3al()r 1284 gcfti^tel^t einer alten (Strafe (anliqua via) (grroä^nung, bie mn SRaffow (alfo ou^ ©targatb) na^ (Eolberg fül^rte.

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Un über bie ©tabt, unb nur SBetitgc bratigcn über eine örürfe, welche ©tabt unb Surg üerbanb, in bie lefetere ein. (Heber bie Dertlic^fei^ ten ift auöfü^rlld^ am Sc^tuffe be§ ßapitefä gel^anbelt). 2)er liier jum erften aJiale genannte ^ommern^erjog, weld^er fid^ in ber Surg befanb, erröt^ete jwar nid^t, bur(^ ein anbreö S^or ju entfliel^n, bod^ feine ftreife baren Untertl^anen auf ber Surg leifteten einen fo tapferen SBiberftanb, ba)3 bie ®ingebrungenen fic^ jurüdjiefien mußten. S)ie ©tabt bagegen, bie ganj in ber ©ewalt beä ©ieger§ war, rourbe auögeplünbert unb reid^e 33eute an befangenen unb „aWeereöfd^äfeen" b. ^. e?ifd^en gemad^t. S)0(^ wagte Soteötat) ni^t, bie SWad^t bort jujubringen, er Hefe bie ©tabt nieberbrennen unb jog feine Siruppen gegen 9lbenb aus ben SWau^ ern l^erauö, o^ne eilten neuen 3lngriff auf bie Surg ju untemel^men.*) S)er ©ebanfe, feit Soleölat) ß^robrpö 3eit juerft roieber an bie ©ee Dorgebrungen ju fein, tüft^renb bie SBäter nur um bie S3urgen im Sinnenlanbe gefämpft l^atten, fteigerte ben 9Kutf) unb baö ©elbftgefü^l ber ^o(en, fie feierten ifiren §elben 33oleö{at) unb ilire eigenen Si^ateu in aSolfeUebent, von benen um ein in lateinifc^e 33erfe gebrachtes Srud^= ftüdE er£)alten ift, jüeld^eö jugteic^ ben alten g^ifd^- unb ©aljl;anbel nad^ ^^olen ^in bejeugt. @S lautet überfe^t:

„^^Inbrc brachten fonfl bie gifc^c ftinfenb unb gcfaljcn l^cr,

,2)odi cd bringen nun bie 8dl^ne 5uc!enb no(^ unb frifd^ fie l^er,

«®egen SSurgen ansuftürmen, jogen rool^I bie S3äter aud,

„^06) bie @ö()nc felbft nid^t fürd^itcn 2)fieerc«ftürm' unb SSogenbrau«.

g^\v\6^m, ®bern, IRel^en fleOten einften« unfre 95öter nac^,

„'j)icfe jagen S^leereiünjunbern unb ber ^iefc (B^äl^zn nac^.* ^)

3lud^ bieömal war bie 3Birfung bes UeberfaHö nid^t bie erwartete, eolberg war bod^ unbejwungen geblieben, imb ber aJhitl^ raud^ö bem trofeigen a3olfe na($ 93oleölat)ö 2lbjuge wieber fo, bafe in neuen "^piünberungöäiigen baö polnifd^e ©renjlanb rer^eerte, mobei ber Äönig felbft in ©efal^r geriet^. SDa befd^tofe biefer ben ©i^redfen ber polni^ fd^en 2Baffen nod^ einmal an bie Äüfte ju tragen. 3n bemfelben Seigre nod^ (1107) unb bieömal, um bie burd^ ©ümpfe unb Sffiaffer gefd^üfe:: kn 2Benbenbmgen leidster gerainnen ju fönnen, im SBinter, jog er auf bem aSege, auf bem er im Seigre 1102 in ^Pommern eingefallen war.

*) Äeine SBei ücffic^tigung oerbient bie abenteuerlid^e gabel, ba^ SSoleelao \>m beutfd^en ^önig §einric^ IV. in (£olberg {cuülrum maritimum) 6 2)f(onatc gefan* gen gehalten \:^\xhi^). (Solbecg fäiti erjt nac^ §cinrld^3 3^ob in bie §anbe S5olc«5lao0.

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juerfl tüteber gegen „bas Sentrum beä Sanbeö", gegen 93elgarb, erj^ang md) einer Setagerung von wenigen Sagen bie Uebergabe bet ©tabt unb erf^ien bann vor ßolberg. @r l^atte furj rorl^er bie g^eftigfeit ber ©tabt unb bie ©treitfertigfeit il^rer SBertl^eibiger fennen gelernt, er rid^^ tete beöl^alb bieömal ben 2lngriff nid^t gegen biefelbe, fonbem beabfiij^^ tigte juerft ein ganj nal^e am aJleere gelegenes ÄafteH in feine ©eroalt ju bringen. 3lber ber fd^nelle g^aU t)on 33elgarb, bie [id)tbare Ueber^ legen^eit ber polnifc^en SBaffen liatte ben friegerif(3^en Srofe ber SBe^ njol^ner (Solbergö gebrod^en. 3Kit gefenftem SRaden tarnen fie an§> ber ©tabt gejogen, um fi($ bie ®nabe beö ©iegerö hnx^ freiwillige Unter? merfung ju erfaufen, unter i^nen ber bei biefer ©elegenl^eit jum ixoeu ten ajlale genannte ^ommeml^erjog, ber Unterwerfung unb §eereöfolge angelobte. 3n ber 3eit t)on fünf SBod^en l^atte Soleölat) baö SBerf beenbet unb er mo(j^te glauben jefet faft ba§ „ganje SRei(^" (regmim) unter feine SBotmä^igfeit gebrad^t ju Ijaben.

Slber au($ biefer 3ug fül^rte noä) nid^t bie üoHe Unterwerfung l^erbei. SDer ©renjfrieg namentlid^ mit ben Dftpotnmem bauerte fort, bod^ auä) bie SBeftpommern fönnen ni^t ruliig geblieben fein, benn ber neue §eereöjug, ben Soleölan im Salire 1120 begann, war abermals gegen biefe gerichtet. 3)amit ni(^t immer neue Dpfer unb SKnftrengun^ gen nötl^ig würben, wollte er einen entfi^eibenben Unterwerfimgö- unb wo fid^ SBiberftanb jeigte, Sßernid^tungöfrieg fül^ren; barum l^atte er a\xä) mit bem SDänenfönige, bem alten g^einbe ber 3Benben, ein Sünb^ ni§ gefd^loffen.

2luf ber alten ©trage über 5Rafel brad) Soleslat) in ^:pommem ein. Selgarb unb ßolberg beugten fi(^ ol^ne SBiberftanb oor bem ©ie= ger, beffen §anb fd^on jweimal f(^wer auf ilinen gelegen l^atte. ^lan- mäßiger SBiberftanb jeigte fid^ nirgenbö, l^ier unb ba üertl^eibigte fid^ eine Surg tapfer, aber ber üereinjelte 2Biberftanb brachte feine dieU tung. Ueber bie Surg Treptow*), bie fid^ jur Sßel^re gefefet liaben mufete, erging ein furd^tbareö ©trafgerid^t, über bie raud^enben Srümnter ber grauenooH jerftörten ©tabt bal^nte fid^ Soleölao ben SBeg an bie "^ie^ oenow nac^ SffioHin. 3lu^ biefe ©tabt, überbieö nod^ burd^ bie ftarfe flotte, bie Äönig TOelö von 5Dänemarf jur Unterftüfeung l^erbeigefü^rt liatte, bebrängt, ergab fid^ ol^ne SBiberftanb. 2)er ^ommem^erjog SBartiölao

*) 5tlcmptn (511. u. 5lr. ^omm. ©tabte XVII ) l^at übcr^cugcnb nac^öcmtcfen, ba$ iene SSurg nur Xxtptow fein !ann. f-'f^-!

10

foß bann felbft, but(^ bie 33cnt)äftung feincö fianbcö gcBeugt, bei bem S)änenfönige um gerieben gebeten Iiaben.

3lber war, alö ob iebe§ ©lieb be§ pcnimerfi^en aSolfeö felbft^ ftänbigeö 2eUn l^ätte: ©tettin, bamalö juerft genannt, bod^ bei ben *J)ommem für bie ältefte ©tabt beö Sanbeö geltenb, fefete ben SBiber^ ftanb fort. 2)a liefe ber §erjog im gel^eimen oon Ujba aM na^ ^r)^ rife ju eine ©trafee burd^ ben breiten ©renjmalb fd^lagen, ober burd^ 5Werfmale an ben Säumen bejeid^nen, unb aU ber 2Binter bie ßber^ ftröme mit fefter ©iöberfe überbrüdt l^atte, nal^m er bie burd^ il^re %t^ ftig!eit fonft berül^mte ©tabt burd^ UeberfaH ein. Unb ate nun bie Ufer^ marf unb baö Sanb bis an bie 5D?ürife von il^m imterraorfen mar, lag ganj ^Pommern gebemütl^igt unb gebrochen t)or bem ftegreicä^en g=einbe unb gelobte Sreue, Sribut unb Stnnafime bes ßl^riftentl^ums. 5Der §erjog mar ber SBafaff beö ^olenfönigö geworben, es fd^ien, alö ob ba§ poli:: tifd^e Seben beö pommerfd^en Sßolles für immer jefet an ben fiärferen polnifd^en ©taat gebunben fein, ^öl^ere ©efittung il^m von l^ier auö jufommen mürbe. Unb bod^ bereitete ber ^olenl^erjog felbft, alö er ber Seigre beö §eite in Sommern Sal^n brad^, nur einer anbem, bem ganjen ©koent^um gefäl^rlid^en SKad^t ben 2Seg, auf bem fie in ^om^ metn einjog, um von bem Sanbe 33efi^ ju ergreifen unb il^m baä ©ie« gel feines ©eiftes aufzuprägen.

3ln bem beutfd^en öifd^ofe £)tto von Bamberg, einem ber ®eift^ lid^en, in meld^em ber altgermanif(^e §elbengeift in bem unmiberftel^s lid^en SDrange fortlebte, „bie ©ö^enbiener jum maleren ®lanbm ju befe^ren ober ben aWärtprertob ju erleiben," gemann Soleölao ben ge:= eigneten aRiffionär für bie l^eibnifd^en Sommern. 3n ^olen auf baö reid^fte mit aUm 5Wöt^igen ausgerüftet, erreid^te ber Sifd^of, oon Ujba aus, ber brei Sa^re frül^er oon Soleslat) burd^ ben ©renjmalb geba^m ten ©trage folgenb, mit feinem ftattlid^en ©efolge um ben Slnfang beö 3uni 1124 ben pommerfd^en ©renjflu& (bie faule Sl^na nad^IÄlempin), mo i^n ber §erjog SGBartiSlao, Don 500 JReitem begleitet, empfing unb begrüßte. 2ln bemfelben Sage, an bem er ben pommerfd^en 33oben be^ trat, begann er an einem ©ee (^lönefee nad^ Älempin) fein aWiffions^ merf. SDer »ifd^of ift in ber 3eit feiner S^ätigfeit me^r als einmal in ©efal^r gemefen, burd^ bie §ätibe berer, bie an ben alten ßrbnun^ gen bes Sanbes unb bem alten ©lauben feft^alten mofften, ben 3Kär^ trirertob ju erleiben, bod^ würbe il^m feine SÄrbeit erleid^tert burd^ ben 3uftanb bes burd^ bie fd^mere oon ben ^olen erlittene Jiieberlage in

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feinem ©elbfigefül^l geBrocä^enen, an feinen ©öttem ret^weifelnben SSoHeö, in beffen SKitte fi(^ f(^on man(3^er gel^eime 93efenner bes ßl^riftentl^umö, n)ie ;ber ^et^og felbft, befanb, 2lte prunfootter Äircj^enfürft mit bem äußeren ?Pompe ber fatl^oIifiS^en Äircä^e auftretenb, mie es baö SBenben« t)oif üerlangte, baö grabe an ber unfcj^einbaren Änei^tögeftalt, in ber frül^ere ©laubenöboten bei il^m erf(S^ienen maren, 3lnfto§ genommen l^atte, jur (Seite einen oorttel^men polnifiä^en ©eleitömann unb l^inter fid^ baö brol^enbe ©(S^redbilb polnifd^er JRac^e an ben Sßiberfpenftigen, fanb er nur in ben größeren ©tobten ein ftärjEereö (Sträuben, unb bis jum 2)ecember l^in l^atten fid^ bie am meiften miberflrebenben ©tftbte SBoffin unb ©tettin ber Stnnal^me beö ei^riftent^umä gefügt.

mn^ no(^ in bemfelben SKonate gewefen fein, baß JOtto anf!f-^ jog, um an^ bie Sanbfd^aft bis jur ^ßerfante in i^ren §auptortetf für baä ei^riftentl^um ju geroinnen. S)ie ©trafee, auf meliS^er er von 3Bot Un mS) (Solberg gelangte, ift in il^rer $Ri(3^tung fidler hm^ bie S3e^ f(3^affen^eit beö Sanbeö beftimmt gemefen. Ueber baö 3Woor, meld^eö jwifd^en ©ammin unb Treptow l^ingeftrecft feine SBerjmeigungen bis in bie 3l&f)e von ©reifenberg entfenbet, unb toeI(^eö nad^n)eiöU(3^ nod^ 200 Saläre fpäter mit ©een ober firmer jugängli(ä^em ©untpfe auögefüHt mar, fül^rten fiä^merlii^ in einer Seit SDämme, mo man in ©täbten, wie SBoHin, fumpfigere ©trajgen nur burd^ l^ingemorfene Sretter gangbar ma^tt; muffen beöl^alb bie ©trajsen nad^ ßolberg unb 33elgarb fo^: mol^l von SBottin, mie von ßammin auö etma bei bem fpäteren ©rei^^ fenberg bie SRega erreicht l^aben, unb bie 2lnlegung beö lefeteren grabe an biefer ©teile mag fi(^ mit au§ biefem Umftanbe erflären taffen. S)ie in anmutl^iger, malbreid^er ©egenb an ber SWega gelegene gro^e £)rtfd^aft ©lobona ober S)obona, bie £)tto von Sffiottin auö erreid^te, fann beäl^alb von bem l^eutigen ©reifenberg nid^t attjumeit entfernt ge= mefen fein. SSBiH man ben alten SRamen in einem l^eutigen Drtöna^' men mieberfinben, fo fd^eint, ba ber SRame ©lobona ber beffer beglau^ bigte ift, etötfom ben größeren Slnfprud^ ju l^aben, für SDabom fprid^t bie größere SRäl^e an ©reifenberg, bie jal^lreic^en Hünengräber^ meiere no(^ am @nbe beö t)origen Sai^rl^unbertö fi(^ auf ber gelbmar! beä gegenüber am anbem Ufer ber 3iega liegenben ©c^eHin fanben, femer in berfelben 3eit aufgegrabene baulid^e Ueberrefte, unter anbem ein fed^ä guj5 tief unter ber ©rbe liegenbeö ©teinpflafter, megen feiner SRe^ gelmä^igfeit bamalö für ben gujsboben eines gröjseren ©ebäubeö ge^^ Italien ®), enblid^ eine alte SBrüdfe über bie aiega, beren vom ©reifenberger

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Statte 1586 beabfic^ttgtc ©mcuerung burd^ ®tnfprud^ ber ©tabt Steptott) rerl^inbert rourbc. ®a)3 bie 33en)o^ner bicfer Drtfd^aft anä) über bie Dftfee ©(Äifffal^rt trieben, fann tiid^t befremben, ba nod^ bis in baö 16te Sal^rl^unbert bie SRega von ©reifenberg an für ©(acuten t)on 5 biö bis 10 Saft fd^iffbar war unb bie Äaufleute unb J^if^^t biefer ©tabt ben gluB l^inab über bie „falfe ©ee" \\aä) ©(j^onen unb S)anji9 fegelten. aSon biefem £)rte auö f (^lug £)tto nic^t ben naivem 2Beg nad^ 6ot berg über bie S5örfer ein, fonbern jog auf ber linfen ober redeten ©eite ber 9lega abwärtö, um bie von ben ^olen fo furd^tbar jerftörte Surg unb ©tabt Sreptott) ®) auf jufu(^en. @r fanb jn)if(^en ben Srümmern berfelbcn nur einzelne ärmli(^e, an bie verbrannten SKauerrefte angelel^nte §ütten, tr)e((^e fid^ bie n)enigen ber entgoltenen Sewofiner, bie bis bal^in ge:= toagt l^atten jurüdfjufel^ren, an§> Saumjroeigen oorläupg geflochten l^at= ten, ein S^eil ber aSeoötterung weilte no(^ an ber Äüfie beö SKeereö unb TOol^nte bort ebenfalls in älinlid^en für ben 5Rot^bel^elf errid^teten §ütten^^). 2)aö furd^tbare ©d^idffal, n)eld^eö biefe aJienfd^en erlitten liatten, ftimmte fie wol^l empfänglid^er für bie 2lufnal^me beö ßl^riftem t^umö: jDtto taufte l^ier eine n\ä)t geringe 3al^l aud^ oon S)orfben)ol^= mxn, bie auö ber 9?a(^barfd^aft Iierbeigefommen waren. SDann jog er weiter nad^ ßolberg. ®ö fain jwar in biefer ©tabt ni(^t jum offenen SBiberflanbe gegen Dtto, wie in SBolIin unb ©tettin, bod^ jeigte fid^ anfänglich wenig 35ereitwi(ligfeit, ben mmn ©lauben anjunel^men. SDie gröjsere 3al^l ber Sewol^ner war nod^ auf §anbefereifen nad^ ben auö:: länbifd^en 3nfeln (SRügen, bie bänifd^en Snfeln unb ©fanbinaoien, we^ d^eö im frülieren 9)iittelalter als eine Sufel angefel^en würbe) abwefenb, unb bie 3urüdEgebliebenen erflärten anfangs, ol^ne il^re aJHtbürger feine 5Reuerung oornel^men ju fönnen. S)o(^ liefen fie fid^ burd^ bie wieber^ l^olten ©rmal^nungen beö SBifd^ofö enblid^ jum 5Ra(^geben unb jur 2ln:= nal^me ber Saufe beftimmen. Dtto ließ oorläufig einen 3lltar unb eine ÄapeUe errichten unb trug ©orge, bajg ber 33au ber oon il^m begönne^ neu Äird^e anä) na^ feiner 2lbreife fortgefefet werbe. 2lte er bann aud^ in bem einen 2agemarf(^ oon ©olberg entfernten Selgarb willige 2luf= nal^me feiner ße^re gefunben fiatte, feierte er nac^ SBoHin jurüdf, um nun baö weftlid^ ber £)ber gelegene Sanb ju befel^iren. S)a inbeg ber l^arte SBinter unb bie Äürje ber i^m oerftatteten 3eit er wollte ju Dftem wieber in Bamberg fein il^n jwang, bie Sluöfül^rung beä ^lanö auf fpätere 3eit ju oerf (Rieben, fo benufete er bie, geringe grift, bie il^m nod^ übrig war, bie jungen ^flanjungen jwifd^en ber 3)iet)e*

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nott) unb ^erfante hnxä) erneuten a3efu(^ ju fräfttgen. Um ben 2. ^e^ bruar 1125 ging et von SBolIin naä) ©ammin, t)on bort über S)obona nad^ Selgarb unb üon ha naä) (Solberg. UeberaH fanb er bie Äeime im beften SBac^ötl^um, bie Rxxä)m üoßenbet unb bei ben injwifc^en üon ben ©eereifen 3urä(fge!el)rten bereitwillige 2lnnaf)me beö ©^riftentl^umö. SBä^renb feiner 2lnn)efenl)eit in ßolberg würbe ber ron if)m bei bem erften S3efu(^e begonnene 33au ber Äird^e roßenbet, fo bajs er fic mä) felbft jU ®^ren ber Jungfrau aWaria einweihen fonnte. ©iner ber er^ ften, bie in berfelben if;re SRulieftätte fanben, toar Hermann, einer von ben bif(^öfli(^en 2)ia!onen, ber in ber ^erfante ertrunfen war; ber Sifc^of fetbft t)erri(^tete bie 93eftattungöceremonien. S)arauf begab er fict) über SDobona, SBottin, (Stettin nad^ ^prife, um auf bemfelben SBege, auf bem er gefommen war, in bie §eimat jurüdfjufel^ren.

Um ben no(^ fd^wad^en unb üereinjelten ©(^öpfungen 3ufammen^ l^alt unb gröjgere ®ewät)r bauernben S3eftanbeö ju t)erleif)en, l^atte 33i^ fct)of £)tto auä) an eine gemeinfame firi^lid^e Drganifation, an bie ©r^ rid^tung eineö Siöt^umö benfen muffen. lag in ben SSerl^ältniffen, baB er biefelbe bem g^ürften überlief, in beffen 3luftrage unb unter beffen ©d^ufe er baö SBefelirungöwer! t)olIbrad^t l^atte, weld^er ber wirfti^e jOberl^err von Sommern war, unb baö ©nefener ©rjftift erhielt bie SJluS- fid^t, feinen Sprengel nod) um baö neue pommerfd^e Siötl^um ju t)er= gröjsem.

Snbeffen ein neuer 9lbfatt vom ß^riftentl^um wenigftenö weftlid^ ber £>ber, ber nad^ £)ttoö 3lbreife erfolgte, brad)te biefen ju ber ©r- fenntni^, ba)3 bei bem leibenfd^aftlid^en ^affe ber ^^Jommern gegen bie polnifd^e Dberl^errfd^aft bie jarten Äeime immer t)on neuem ber Ser^ ftörung auögefefet wären, unb bie auf feiner ^weiten 33efel)rungöfat)rt (1127) ol^ne polnifdEien 2luftrag imb Seiftanb gewonnenen ©rfolge fe^ ten i^n in ben ©tanb, bie unpopuläre polnif(^e Seoonnunbung bei ©eite ju fd^ieben unb bie Seitung ber pommerfc^en Äird^e felbft in bie §anb JU nehmen biö jur enbgültigen Drbnung ber fird^lid^en SSer^ältniffe ba= felbft unb ber 2lbgrenjung beö bifdf)öflidl)en ©prengelö. £)tto gelang in längeren SBer^anblungen mit bem Äaifer unb ^^J^Pft^ bie ©d^wie= rigfeiten ber 3luöfül)nutg, be[onberö bie 3lnfprüd^e beä 3)iagbeburger ©rjftifteö, auö bem 3Bege ju räumen, bod^ erft ein Sal^r nad^ feinem Sobe trat baö neue, baö ganje ^^ommern in feiner politif(^en 3luöbel^= nung umfaffenbe, unmittelbar bem ^apfte unterworfene öiöt^um in ba^ Sthm. ©ife beffelben würbe bie 8lbalbertö!ird^e in SßoKin unb

14 ~

crftet Sifd^of ber von Dtto fclbft baju Dorgefd^tagenc 2lbalbert, biö ha^ i)\n Pfarrer an ber 58orftabt!ir^e in SBoIlin. 35te gröjsere ©id^erl^eit, rael^e befonbcrö vor bänifd^en Ueberfdtten bie ®ctftli(^fett beö Siötl^umö in ßammin ju finben glaubte, bewirfte fut^ rot bem Saläre 1176 bie aSerlegung bcö bifd^öflid^en ©ifeeö in biefe Stabt S)er alte SRame S8iäj= tf)nm von Sommern routbe von jefet an alfmä^lid^ buxä) ben beö Siö^ t^um ßammin t)erbrängt*).

3n ber t)oraufgel^enben S)arftettung brängten fid^ einige g^ragen auf, bie ol^ne Unterbre(^ung be^ 3ufammenl^ang§ ni(^t fogleid^ erörtert werben fonnten; fie f ollen liier il^re SBerüdfi^tigung finben.

3n ber 3eit ber lefeten kämpfe ber Sommern unb ^olen vor SBifc^of Dttoö aWiffionöreife erf(^eint Golberg alö ©Heb beö pommer^^ f(3^en, unter ber §errfd^aft SBartiölaüö, be§ erften mit 9tomen genannten Sanbeöl^erjogö, ftel^enben ©taateö. Seine §enj(3^aft erftredt \iä) öftlid^ bis iux Seba, nad^ ©üben bis jur ^^na, na^ SBeften l^in greift fie bebeutenb über bie jOber l^inauä unb fd^Iiefet bie Ufemtarf unb baß £anb nörbli(^ unb füblid^ ber ^eene biö Sribfeeö in i^re ©renjen ein. ©0 beutlid^ fid^ nun aud^ im Slllgemeinen bie Slntriebe ju ber ^ilbung einer bie Territorien ber fleinen Xyna^kn jufanunenfaffenben l^erjoglic^en ©eraalt in ber 3iotl^n)enbigfeit erfennen kffen, ber ©efal^r, meldte ber Unabljängigfeit ber raenbifd^en unb Uutififd^en ©tämme üon ©eiten ber überlegenen 3laä)baxn in ^olen unb ©eutfd^lanb brol^te, burc^ ein ge^ meinfameö SBert^eibigungöfpftem unb Unterorbnung unter ein gemein^ fameö Oberl^aupt ju begegnen, fo fd^raierig ift hoä), bie 3eit ber ©ntftel^ung berfelben ju beftimmen, unb ob fie raeftlid^ ober öftlid^ ber £)ber il^ren SÄnfang genommen l^at.

Sie naivere Erörterung biefer g^rage geprt in bie allgemeine ©e^ fd^id^te ?|}ommemö, l^ier fei nur bemerkt, ba^ für ben urfprünglid^en ©ife beö §erjogtl^umö öftlid^ ber Ober nid^t unerl^eblid^e ©rünbe Dor^ gebrad^t finb. Selgarb mirb Don bem polnifdEien ßl^roniften baä ©entrum beö Sanbeö, bie föniglid^e unb auögejeid^nete ©tabt (regia et egregia) genannt, ßolberg, baä fd^on l^unbert Saläre rorl^er jum ©ife eineä Siö^: t^umö auöertoäl^lt war, bie berühmte unb t)oi^ügli(^fte ©tabt ber Sommern

*) S)te »ilbung \iz^ S5i0t|umi5 ift fe^r !(ac bargelegt in ^lempln'S ©c^rtft: S)ie ^semtion bed SBidti^umd (Sammin. 1870.

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(gloriosa et praecipua urbs Pomeranonm). ©cgcn biefe beiben ©täbte richtet S3oleölat) üorjugötocife feine 3lngriffe. S)ie Eroberung berfelben etfüttt bie ^'oten mit ganj befonberem ©tolje unb ©elbftge- fül^l, fie glauben, bantit ben SBiberftanb in ber Söurjel t)emi(ä^tet, faft ba§ ganje 5Retd^ {lohun paeiie regiium) unterrootfen ju ^aben. §ier wirb breijel^n Saläre üor bem erften 3luftteten aBartiölauö jum erften aWale ber namenlofe §erjog t)on Sommern ertoäl^nt. 2)aö ©aljroerf bei ßolberg ift ©igentl^um ber l^erjoglic^en g^amilie, bie 3?a(j^fommen SBartiälat)ö verfugen bartiber noä) ©utbünfen ju ©unften Don Äird^en unb Ätöftem, unb ate 33amim für baö ßanb ©olberg 1248 ©targarb t)on bem 93if(^ofe eintauf(^t, nennt er jeneö fein wafireö, t)on ben aSor:^ fal^ren ererbtes @igentf)um. ift fomit nid^t unmöglich, baj3 baö ßanb jwif^en ^^erfante unb ©ieoenon), inöbefonbere bie ÄafieHaneien ©olberg unb Selgarb bie ©tammlanbe ber pommerfd^en §et^ogöfamilie gewefen finb»*). S)aö pommerfd^e Stettin unb bie weftli^ ber £)ber wo^- nenben ßiutifen müßten fid^ bann jwifd^en 1107 unb 1120 bemfelben untergeorbnet l^aben. 3Bä^renb 1102 nod^ aSelgarb alö baö ©entrum beö Sanbeö genannt ift, wirb 1124:SBoIIin afe im 3Rittelpunft beffelben liegenb bejeid^net. @rft 1120 rid^tet 33oleötat) feine Singriffe aud^ ge- gen Stettin, weli^eö biö baliin feinen 3orn nod^ in feiner SBeife gereijt JU i^aben fd^eint, unb baö unfic^ere unb jagl^afte auftreten SBartiglaDö biefer ©tabt gegenüber bei Sifd^of ©ttoö 2lnn)efenl^eit lä^t feine §err- fc^aft l)ier noct) fd^inad) begrünbet erfd;einen. %txix\, anfänglid^ bie Slb^ fic^t ba n)ar, jwei 33i§t{)ümer, Sommern unb ©tettin jU errid^ten, t)on benen jeneö bie größere 9)iaffe beö §erjogtl)umö öftlid^ ber £)ber, biefeö bie fleinere weftlid^ berfelben umfaffen foßte, fo lägt fi(^ barin uielleid^t nod^ eine Siüdfii^tnal^me auf bie beiben §auptbeftanbtl^eile beö neuge: bitbeten ©taateö, bie alten ©tammlanbe unb baö neul^injugefommene ©ebiet, baö pommerfd^e ©tettin unb baö ©tüdE t)om Siutifenlanbe er- fennen, bie no(^ nic^t üöHig }u einem ©anjen tjerraai^fen waren.

SBi(^tiger ate bie Unterfud^ung über ben Urfprung ber l^erjog^: li(^en ©emalt in ^ommeni ift für unö bie g^rage, an welcher ©teile baö wenbifd^e ©olberg gelegen l^at

Sommern war*), wie baö ftammt)em)anbte ^oten, t)on alter 3eit l^er in beftimmte Sejirfe get^eilt, t)on benen jeber eine 33urg jum 3Jlit' telpunfte l^atte. SDiefe war ber ©ife ber fürftlid^en Beamten beö

*) S)ic aUgcmeiuen poUt. Sujlanbc Sommern« nad^ Älcmptn @. 11 u. f.

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ganjen Söcjirfö, von il^r au§ verwaltete ber Äafteffan als etfter SSeatru: ter bie oberfte ©erid^töbarfeit in bemfelben, führte bie gefammte ©treifc= vxaä)t unb He§ in beut bei ber Surg ftel^enben Äruge bie ©elbfteuem unb SlaturaKieferungen erl^eben, vodöje bie Snjaffen beß Sejirfö bem Äanbeöl^errn ju entrid^ten l^atten.

Unter ben swanjig SBurgbejirfen, bie Sommern in urfunblid^er 3eit jäl^lte, war ber ßolberger einer ber größten. SBeftUd^ begrenjte i^n ber 3arbenfd^e ^aä) (frül^er 2)ampönife genannt), ber ©piebad^.(nod^ im 18ten Sal^rl^unbert aud^ unter bem alten SRamen SSlotnife üorlommenb) im untern ßaufe unb ber ©amper ©ee mit bem 3luöfluffe ber 3iega, öftlid^ ber 9Zeftbad^ von ber ÖueHe bis jur 3Äünbung, im ©üben bie $Wolfton), t)ielleid^t frül^er, baö ßanb ©(^it)elbein umfd^liejsenb, bie S)rage, bann bie Slabü mit ßörlin unb ber ÄautelbaiS^, unb gegen ©üb^^ often erftredfte er [id^ biö jum ©parjee unb bem OueHfee be§ 3al^m fluffeö. S3ei feiner ®rö^e |)atte er, wie mand^e ber anberen Surgbejirte, no(^ jn)ei Unterbejirfe mit befonberen Surgen: ^obijol unb ©oncrine. S)a fie ju bem 2|)eile beö Sanbeö ßolberg gel^örten, ben Samim 1248 für ©targarb an ben 33if(^of §ermann abtrat, fo muffen fie auf ber Oftfeite ber ^erfante gelegen l^aben. gür bie nähere 33eftimmung if)rer Sage fel^lt ein fid^rer Slnl^alt; ein gorf(^er in ber pommerf(^en ©efd^id^te fud^t fie in bem feit bem Sa^re 1267 alö £anb ßöölin ^er^ üortretenben öftlid^en 2i^eil beö S3urgbejirlö ^^).

©ud^en mir nun bie Sage ber §auptburg beö gangen ßolberger S3urgbejirtö ju beftimmen, fo gemährt unö bafür ben fid^erften ©tüfe^ punct eine Urfunbe am bem Saläre 1278, burd^ meldte bas eben er^ rid^tete Sungfrauenflofter bei ©olberg von feinem Segrünber, bem S3ifd^ofe ^ermann, feine weitere 2luöftattung er|)ält. SDaä Älofter ift errid^tet in ber 2lltftabt ßolberg, wo el^emalö (quondam) bie Solberger Canonici bie fdl^on feit längerer Seit in bie neue ©tabt übergefie* belt maren „bem §errn gebient l^atten." 5Der 33if(^of t)ereignet ben Jungfrauen ben ®runb unb 33oben auf ber §öl)e unb in ber 9Heberung, mo fid^ el^emalö bie S3urg befanb, mit allem 3ube^ör, SRed^t unb SRufeung, barunter bie SRaturattieferungen ber fleinen 3ldEerbefi^er bafelbft, ber ©ärtner, (Jiortulani) nur mit ber 6inf(^ränfung, ba^ biefe, fo lange ber Sifd^ofe lebe, bei feiner Slnmefenl^eit in ©olberg Äol^l unb ©emüfe in bie bifd^öflidEie Äüdie ju liefern Ratten ^^^^ g^mit lag bie SBurg um bie 3eit ber ®rüti4)ung beö neuen ßolbergö unjmeifell^aft bei bem jefeigen Stittergute 2l(tftabt auf ber §ö^e, bie früher mit fteilcrer 33öfd^ung,

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als ic|t jur ^erfante abfiel unb bann Sal^rl^unberte lang baö Älofter getragen l^at ©eit bte S3urg mit bem ©ntftel^en ber beutf(^en ©tabt überflüffig geworben war, ftanb fie unbewol^nt unb t)eröbet; aber no(^ Sal^rl^unberte lang l^at fi(^ ber SurgwaH erl^alten, wieberl^olt wirb er in ben ©tabtbüc^ern nod^ beö 15ten Sal^rl^unbertö jur Seftimmung ber Sage von SBiefen unb 2l(ferftüden genannt, unb bie (Soffäten ber 2llt= ftabt, bie alten „©ärtner", beren §äufer an unb auf bem alten Surg^ walle erbaut waren, l^aben noä) im vorigen Sal^rl^unberte ben Flamen „SBaaieute" geführt.

2luf ber 33urg l^atte, wie biefelbe Urfunbe jeigt, baö ßapitel fei- nen ©ife aufgef^lagen, fidler beftanb fc^on im Sai^r 1219 (fiel^e ©. 23) unb mit großer 2Ba|irfd^einli(^feit läjgt fid^ f(^on am 6nbe beö Dorl^ergel^enben Sai^rl^unbertö nad^weifen. mu§ alfo ju biefer Seit au(^ bie Surg an berfelben ©tette gelegen l^aben.

SBenn bie 3Benben i^re 33urgen meiftenä in ber 3Jiitte von ©ümpfen unb ©een anlegten, fo war biefe ©ewol^nl^eit boä) weniger burd^ eine befonbere Steigung, als burd^ bie Sefd^affenl^eit beö ßanbeö bebingt, bem bie Sergfpifeen fel^len, auf benen bie 33urgen beö weft= lii^en unb füblid^en ©eutfd^lanbö errid^tet finb. 3lu(^ bie 2Benben wer^ ben bie aSort^eile erfannt l)aben, weld^e bie 2lnlage auf einer §öl^e jumal im SBinter gewährt, wo ber g^roft ©umpf unb SEßaffer feft unb jugdnglid^ mad^t. ®ö gab nun aber feinen geeigneteren ^^unft in ber Umgegenb von ©olberg für eine S3efeftigung, afe ber 33urgberg bei Slltftabt Unmittelbar auö ber ^erfante fid^ erl^ebenb, bel^errfd^te er ben gluj3, war burd^ weitere ©ntfemung vom SReere e^er gegen plö^ lid^e Ueberfälle von ©eerdubern gefidEiert unb liej3 fid^ mit leidster aWül^e burd^ einen auö ber ^erfante gefpeiften ©raben in eine Snfel ücrwanbeln. ©ä ifi bal^er fein ®runb anjune^men, ba§ bie 33urg vor bem 13ten 3al;rl^unbert an einem anberen ^lafee geftanben l^abe.

©ie mit ben Surgen cerbunbenen jOrbnungen für ben Sejirf brad^ten mit fid^, ba§ in ber 3lixf)t berfelben ftabtartige Slnfieblun- gen, Surgfledfen, fid^ bilbeten. §ier ftanb ber Ärug beö Sejirfö, in weld^em bie Snfajfen beffelben bie abgaben an ben Sanbeö^errn ent: rid^teten unb gefettige Sufammenlünfte hielten, l^ier war ber 3Warft ber ^rot)inj, auf bem attein §anbel getrieben werben burfte, fonnte beö^ l^alb nid^t fehlen, bafe eine l^anbet unb gewerbetreibenbe 33et)ölferung ^ier i^re 33uben unb 3Berfftätten auffd^lug. 3Bo bie Dertlid^feit erlaubte, lag biefer SBürgfledfen (mburbium) in unmittelbarer 3lä^e ber Säurg,

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Ucbet bic Sage bcö 33urgfteäeuö bei bcr S3urg von ßolberg föitnen Toir m(j^t in Stoeifel fein. S)ie @rri(^tung eineö Gapitelö, roel^eö Dorjugd^ roeife bem ©otteöbienfte größere ^radf)t unb geierlid)feit üerleitien foH, l^at nur ©inn innerl^alb einer größeren ®emeinf(^aft üon 3Kenf(^en, unb baö SSorl^anbenfein beffelben auf ber S3urg ift fd^on ein 3eugni^ bafür, ba§ bie alte 3Benbenftabt in bereu unmittelbarer 9Jä(;e gelegen l^aben muJ3. S)o(^ ift aud^ eine ur!unbli(^e Seftätigung bafür üorl^anben: bie Sol^anniöürd^e wirb in ber Urfunbe, in lueld^er fie von ben §ers joginnen 3)hroölatt)a unb Sngarbiö (im Sa^r 1222) bem ßlofter 2Wo=: gilna in SDanjig rerlie^en wirb^^), alö in Golberg liegenb bejeid^net. Xa bie ©tabt gro^ unb voltxciä) genannt wirb, mufe fie einen nid^t unbebeutenben Umfang gel^abt ^aben. S)aJ3 fie fi^ üorjugömeife nad^ ©üben ^in auögebeljut l^abe, wie 9Bad^ö meint, ift nidjt unTOal^rfc^eim li(^, wenn aud^ bie in feiner 3eit noä) üorl^anbenen 9)iauerrefte fd^wer^ lidEi baf)er rüliren mod^ten, nad^ Dften l^in war jebenfallö no(^ bie So- l^anniöfird^e in ben ©rbwall, etwaö anberö ift unter ben Tffuri beö polnifd^en 6l;roniften nid^t ju beulen ber bie ©tabt fid^erte, mit eingef(^loffen.

Äeiner ber wenbifd^en 33urgfteden war eine ©tabt im beutfd^en ©inne. 3Bar er auct) äu^erlid^ burd^ 2Batt ober ^Uanfenwerf gegen bie £anbfd)aft abgef(^loffen, fo bilbeten bod^ feine S3ewol^ner feine hmä) ein befonbereä ©tabtrei^t jufammengel^altene, t)on 3lbel unb Sauern gefom berte ©enoffenf^aft. 33urg unb 3)urgfledeii war ber äJereinigungöpunft beö ganjen Sejirfö, ju ben aSolfdoerfammlungen bafetbft l^atten bie Sewoliner beö Sanbeö gleid^en 3utritt, wie bie ©täbter, beibe ftanben unter benfelben Beamten, ja£)lten bie gleid^en Steuern, ©o waren biefe 2Benbenftäbte ni^tö alö größere ftabtartige Sln^äufungen von Käufern. Snbeffen, wo bie iJage beä Crtö befonberö günftig war, ba rüfirte fid; aud^ wo^l ein fräftigereö unb felbftflänbigereö Seben, wel= d^eö über ben bäuerlid^en ß^arafter l^inauöging unb ben ©d^ein beut- fdEier ©täbtefrei^eit gewinnen fonnte. Siefe günftigen a3ebingungen ju einer reid^eren ©eftaltung bot and; ßolberg in bem ©aljwerfe unb bem na^en, burd^ glufe unb §afen jugängtid;en a)feere. ©c^ifffa^rt unb 3=ifd;erei bilbeten bie §auptna^rungö}weige ber 93ewol)ncr, flottenweife fuhren fie mit i^ren leidsten, für 9iuber unb ©egel eingeridf)teten ©nig:: gen nad^ Stügen jum §eringäfange ober nad^ bem gegenübertiegenben ©d^weben, unb fd^on bie gro^e Seute an gifd^en, welche bie ?Polen in ©olberg mad^ten, würbe beweifen, baß fie biefelben nid^t btofe jum

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eigenen Sebarf fingen, wenn wir mä) nid^t jonft wüßten, ba§ fie fo- gar batnit naä) ^Jßokn I)in §anbel getrieben l^aben. g^erner erforberte ber ©alinenbetrieb .(f- ^^V- 4) Strbeiter, er fefet bie Äunft üorauö, baö au§ fremben ^ergraerfen gel^olte Metall in bie g^orm ber Pfannen ju bringen, unb §änbter unb gul^rleute waren not^wenbig, um bie 2Baaren im Sanbe unb auf ben alten ^atibelöftrajgen nad^ SBottin, *^}olen, ©aujig ju vertreiben, g^ifd^er unb §änbler, ©aljfieber, ^fann^ fd^miebe, g^rad^tfal^rer werben alfo ben Äern ber 33et)ölferung gebilbet l^aben, unb bie gefal^rpolle 3lrbeit auf bem aKeere gab il^nen baö tröfeige ©elbftgefül^l unb ben fül^nen Sinn, ben fie ben ^olen gegenüber jeigten.

S)er ©teinbau war ben SBenben fremb, würbe wenigftenö von i^nen nur wenig angewenbet. S5ie 33ewol^ner beö fo anfel^nli($en SBoHinö wollten bem 33if(^ofe jOtto bie g^euerprobe, ju ber er fid^ erbot, nid^t geftatten, weil bie ©tabt babei in glammen aufge{)en fönne. SBie SBottin, wirb au(^ baö wenbifc^e ßolberg auö §olj unb Sel^m erbaut gewefen fein. 2)ie gotl^ifc^en Sogen, Siefte unterirbifd;er ©ewölbe, bie Dor langem Scti^ren auf bem Älofterfcerge ausgegraben finb, fo wie bie tiefgel^enben gunbamente, welche l^ier einen SKaum üon 3 biö 4 3)iorgeu einnel^men, finb natürlid^ Ueberbleibfel oon ben alten Sltoftergebäuben, bagegen tonnte aus wenbif($er 3eit ein auö an einanber gelegten §öU jem beftel^enber ®amm l^errütiren, ber oor mehreren Sauren gelegent:= lid^ in bem füblid^en Serraineinfd^nitt einige gufe tief unter ber Dber^ fläd^e entbedEt würbe, ^^)

Seid^t fonnte eine fold^e, burd^ fein inneres £eben§banb äufam- mengel^altene, aus §olj unb i5el)m erbaute ©tabt oont SJoben oerfd^win^ ben, wenn i^r bie SBebingungen ilireö 2Bol;lftanbeö entjogen würben. SDaö gefd^al^ burd^ bie ©rünbung von aJeu^Solberg unb burd^ ba§ ©im gel^n ber SBurg. SSon ber ©ee oerbrängt, intb fd^on baburd^ ju einem t)erfommenen SDafein oerurt^eilt, gab bie 2Benbeuftabt bie lebenöhäftigen eiemente an bie neue ©tabt ab unb faul balb jum unbebeutenben 5Dorfe l^erab. 3m Sa^r 1222 liegt bie Soi^anniöfirdje nod^ in ber ©tabt, 1360*^), wie l^eute, in ber a)Utte wogenber äle^renfelber (ifi campis), wol^l \6)on 1278 burd^ länblid)e (Sinfamfeit ein geeigneter £)rt für bie befiaulid^e Slnbad^t ber £lofterfdl;n:eftern. 5Dod^ ^at ber SRame 3lltftabt bie (Erinnerung an bie alte 2Benbmftabt bis auf unfere Sage ertialten.

SDiefer 3luffaffung ber ßertlid^feit entfpric^t burd^aus baö 33ilb, weld^eö wir m^ nad^ ber ©d^ilberung, bie ber polnifd^e ß^ronift von bem erften angriff öoleslaoS auf ßolberg (1107) gegeben %ai, eut^

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werfen muffen. SSoleölat) erreid^t bie ^erfante von SBeften l^er unb fü^rt, nad^bem er überbenglufe gefefet ift, feine ©efd^TOober in voUem 3tennen gegen bie ©tobt. ®in fold^er 6at)aIIeriean9riff ift nur benfbar auf offenem Slad^felbe, nid^t über aKoorgrünbe unb fd^male ßnüppet bämme fort, bie paffirt werben mußten, roenn bie SBenbenftabt auf bem ^^lafee beö l^eutigen ßolbergö geftanben l^ätte. SDie mit einem SBoH befeftigte ©tabt (ber SSurgftecfen) mirb überrumpelt, unb bie Surg würbe in berf elben SBeif e genommen fein, romn bie Singreifer in gef d^loffener 3Ka)fe über eine SBrüde fort in biefelbe eingebrungen wären. 2)ie Surg mu§ alfo unmittelbar neben bem SurgfledEen gelegen ^aben, von i^x nur burd^ einen überbrüdften SBafferlauf getrennt, in weld^em wir nur einen von ber ^erfante auögel^enben unb wieber in fie jurüdfel^renben ©raben erfennen fönnen. liefen l^at nad^ ßften l^in bie anbauembe ftiHe 2lrbeit be§ ^flugeö im Sauf ber Sai^rl^unberte auögefüHt unb feine ©puren faft t)erwifd^t, im ©üben unb SWorben bagegen ift er biä jur ^erfante l^in an tieferen Serraineinfd^nitten nod^ lei^t ju erfennen.

3Kit biefer 3luffaffung beö Sierrainö, für weld^e bie gefd^id^tlid^en 3eugniffe unb bie Sobenbefd^affenl^eit in gleid^er Sffieife fpre^en, miff fid^ tmr eine ©teile*) au§ bem polnifd^en 6|)roniften nid^t red^t vereinigen laffen. Sllö 33oleölat) in bem SBinter beffelben Sa^reö jum jweiten 3Jiale vox ©olberg rüdEte, befd^lofe er, beoor er bie ©tabt felbft angriff, fid^ eineö unmittelbar am aWeere gelegenen ÄafteHö (castellum niari proximum) ju bemäd^tigen. 2luö biefer ©teile liejse fid^ fd^liefeen, baJB bie SBurg (castellum) burd^ einen weiteren Siaum t)on ber ©tabt entfernt gewefen ift, unb wenn man bie in ber Sefd^reibung beö erften aingriffö genannte Srüdfe l^ier aud^ imterbringen will, am linfen Ufer ber ^erfante ftromab in ber 3iä^e beä aJieereö gelegen l)at.

3nbej5 läfet fid^ aud^ wo^l biefe ©teile in (ginftang mit ber obi= gen 3luffaffung ber Dertli^feit bringen, ber ßl^ronift lann fogar unter bem am aJieere gelegenen Äaftell nid^t bie Surg uerftanben l^aben, bie Soleölat) bei bem erften 3lngriff nid^t erobern fonnte, man mü^te benn annel^men, ba^ feine aHerbingö unbel^olfene SDarfteUung jeber Seftimmt-

*) Sic lautet üoHflänbiö: Boleslavus ad maritima proper amL Cumque jam ad urbem Cholbreg declinaret et castrutn mart proximutn expugnare prius- quam ad urbem accederet cogitaret, ecce does et oppidanos pronis cervicibus oboiam Bolezlav procedentesy semetipsos etfidem et seroitivm profercntes. Ipse quoque dux Pomeranerum adeeniens Boleilao inciinavit, IScriptares rer, /ViMfAv /, 747 Cbron, Pol: JI, 39.

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l^ett in ben Stuöbrüdfen ermangelt. 3Wlt bem SBorte tirbs ober mitas faßt er wol^l SSurg unb SBurgfleden jufamnten, aber tt)o er jwifd^en beiben fd^ei- bet, ba bejeid^net er ben 93ur9P[e(fen mit suburbium, bie Surg felbfi mit urbs ober civitas, SBenn nun in ber ©d^ilbenmg beö jraeiten 3lngriffö ber urbs baö castellum entgegengefefet mirb, fo fann unter ber erfieren nid^t fügli(3^ baö subnrbium, fonbem nur bie frül^er mit biefem SEBorte bejei($nete 33urg t)erftanben merben, unb bie cives unb oppidaiii (t)iet leidet: 93urgmannen unb ©tabtbemol^ner), roeld^e jufammen mit bem un- genannten ?Pommeml^et^oge fi(3^ bem ^olenfürften unterwarfen, finb au§ biefer, nid^t aus bem castellum l^eroorgefommen.

SBoffen mir bemnad^ biefem t)ereinjelt fiel^enben 3eugni§ einen 3Bertl& beilegen, fo bleibt unö nur übrig anjunel^men, baß bamafe aud^ in ber 3la^e be§ SJJeereö, etma an ber ©tette be§ l^eutigen ßolbergs, eine SBefeftigung beftanben l^at. ©ine 3lnfieblung in ber 3?äl^e beö ©alj* bergs, an% ©iebem, ^fannfc^mieben u. f. m. ift menigftenö aud^ für biefe 3eit fd^on nid^t unmöglich. Seneö Äafteff mürbe alfo baju ge^ bient l^aben, ben Semol^nem biefer Slnfieblung im %aU eineö unermar^j teten 2lngriff§^ befonberö von ber ©eefeite l^er, ©d^ufe ju gemäl^ren, unb 33oIe§lat) l^ätte bann bie 2lbfid^t gel^abt, burd^ bie ©innal^me biefeö Slußenmerfe bie Sefafeung ber 33urg ju fd^redfen imb fid^ bie Eroberung berfelben, beren SBiberfianböfraft er f(^on erprobt l^atte, ju erleichtern.

Sßeld^e 93emanbtnij3 es alfo anä) mit biefem ÄafteH an ber Küfte gel^abt l^aben mag, bie §auptburg unb ber 9Wittelpunft ber ßolberger Äafieffanei lag ni^t in ber M^e ber ©ee, fonbem an ber ©teile bes l^eutigen SRitterguts SKItftabt. ^ier ftanb ber Ärug ber ^rot)inj unb von l^ier aus leitete ber 5laftettan, ober ju Seiten bie Äaftettane, bie aSermaltung beö 35ejirfs.

35enn in ben Seiten ber Sl^eilung ?Pommemö unter jmei g^ürften blieb ber ©olberger Surgbejirf gemeinfameö ©igentl^um beiber, unb bie ©ered^tfame iebeö ber Seiben mürbe burd^ einen befonberen Äaftettan mal^rgenommen, mie aud^ bie jebem jugemiefenen, mal^rfd^einli($ burc^ bie ^erfante gefd^iebenen £>rtf(^aften il^re Slbgaben in einem befon:= beren 5lruge entrid^teten. SRur ber ©aljberg blieb ungetl^eilt. ©o finben fi(^ jmei Ärüge unb jmei Äaftettane in ßolberg jur 3eit ber erften SEl^eilung jmifd^en Sogiölao I. unb Äafimir I. (1160 bis 1181). aSon il^nen werben genannt Sarfa unb Sl^moris, ber lefe^^ tere mirb alö ber jmeite Äafteffan bejeic^net unb mar t)iellei(^t jenem untergeorbnet Sarfa gel^örte jii ben angefel^enften unb oertrauteften

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Beamten Sogißlaüö. ^a^ bcr S!Btcbert)eretnigung bcö fianbeö erf(]^cint er aU ber einzige ÄafteDan (1187). 33ei bcr jroeitcn Stellung (1214—64) tritt abermatö eine SDoppefoertDaltimg ein. 3utn Sal^r 1227 werben SDobijlauö imb «Tfinied^ als ilafteHane aufgefüf)rt, ber lefetere fd^on 1219 xmb nod^ 1240 genannt. 3:^ie 3leil^e ber wenbifd^en Äaftellane ((abließen 93orfo, ber ©tainntDater beö l^o(^angefel^enen SSortengefd^led^tä, nnb Stxa^ jimir, beibe in biefer ®igenfd^aft jroei Scii^re t)or ber ©rtinbung ber beut- fd^en ©tabt (1253) jum lefetenaJlde genannt. 9Son ben unter bemÄafiet lan ftefienben Beamten gefd^iel^t nur beö Tribunen (ber bie SPoIfeüerfamm- hingen leitete unb ben Heerbann ju gujg fül^rte) (Sbijlauö (1220—28) nanientlid^ ®m)äl^nung. 3al^Ireid^er fmb JJamen aM bem ©olberger Surgabel aufberoalirt, beffen ©üter innerl)alb beö 33urgbejirf§ lagen, unb ber beöl^alb mit feinen ^ienften ber ÄafteHanei üerpftiiä^tet war. ©o werben aufgeführt juni ^af)x 1194 Uneölat), SBird^oölaw, SBfemir, ju 1227 aSfemar, 3efelauö unb beffen ©o^n 3tot)§Iauö, ju 1249 ©anba unb 1253 3[>encefe, SBojan, (£ujjlau§, ^etruö, SBiffuca, 3lan)entar, Someca, aUeö 5Iamen üon eä)t roenbifc^em ©epräge.

3luf ber 33urg, wo neben ber Sel^aufung beö ÄafleHanö in lieib- nifd^er 3eit bie S'empel ber wenbifd^en ©ötter geftanben l^atten, war aud^ für bie (^riftUc^en Äird^en ber geeignetste ^lafe, ba bie uralte 'heilig- feit beö £)rtö bem Sempet beö neuen ©otteö in ben 3lugeu beö eien befel^rten 3?ol!e§ eine p^ere SBeü^e tierleil^en mufete. Ueberbieg würbe immer ber l^eibnif($e Sempelplafc mit bem baju gel^örigen ®ebiete GU gentium ber neuen Äird^e. §ier liefe Dtto bie erfte d^riftUd^e ber 3)iaria geweil^te Äird^e errid^ten. 3n ber furjen 3eit von jwei SKona^ ten l^ergeftettt unb unter einem SSoIfe, welAeö ben ©teinbau faum faimte, war fie gewife, wie bie (Samminer R\xä)e, imr leicht auö gled^t^ werf imb 23alfen 5ufanunengefügt, unb erft fpäter erl^ob fid^ an i^rer ©teile ein fefter ©teinbau mit einem ®Iodfentf)urm. ^Tiefe nid^t feiten mit ber 9!)larienfird)e beö beutfd^en ßolbergö t)erwed^felte 3Jiarienfird&e ber 3lltftabt war lange 3eit 6apitelöfird)e unb würbe nad^ ber Ueberfiebe- Iimg bcr Soml^crrn in bie neue ©tabt t)on bem SBifd^ofe §ennann, DieHeic^t neu gebaut, ben Ätofterfrauen eingeräumt.

3tu§er il^r befanb fid^ auf bcr SJurg nod^ eine Äapette ©t. ^etri. ©ic wirb 1309 alö eingegangen bejeid^net unb baö baju gelegene 35orf ©amgl^or von bem Sifd^ofe §einrid^ bem ßapitcl Dcreignet*).

*} (£apitcl«urfunbe x)on 1309. 2)a« S^orf üarnghor^ qxiac ab antUpio in

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S)ie von SBaiä^ä nod^ angefül^ttc 3afobi!ir(3^e xoax fein felbftftam bigeä fixä)^xä)^§^ ©ebäube, fonbem nur eine, erft 1432 genannte, mit ber Slltftäbter 3Karien!ir^e Derbunbene ÄapeHe^'^).

3llt, TOenn auä) nid)t, wie man im 17ten Sal^rl^unbert meinte, bie ältefte unb von £)tto felbft gegrünbet, ift bie in bem Surgfleden ge^ legene Sol^anniöfird^e. ©ie wirb in betn Saläre 1222, ju weld^em fie überl^aupt juerft genannt ift, t)on ben Herzoginnen aWiroölawa unb 3m garbiä im 5Ramen il^rer unmünbigen ©öl^ne Sarnim I. unb SEBartiälat) III. mit bem 3)orfe ^retmin bem Ätofter 3Jiogilna bei SDanjig ^ereignet, unb SBamim erläutert fpäter (1230) bie gleid) jugefii^erte ^Befreiung jene§ SDorfeö t)on allen meltUcJ^en Saften bal^in, bafe nur bie §eereöfolge unb bie SBurgbienfte für Solberg baoon ausgenommen fein foHen ^®). S5iefe auffallenbe SSerlei^ung an ein frembeö Älofter erflärt fi(^ mol^l auö bem Umftanbe, bafe SKiro^lama eine Soi^ter §erjog 3Reft: winö von ^Pommem'S)anjig mar unb t)ermutl^lid^ in Sejiel^ung ju bem Älofter il^rer Heimat ftanb. 3)aö Älofter gewann baburd^ nid^t nur ben aSortl^eil, ben bei ber Sol^anneöfird^e anjufteffenben SSicar bem Si- fd^ofe von ßammin präfentireu unb fomit einem feiner ©eiftlid^en eine ^vfrünbe t)erf($affen ju fönnen, fonbem aud^ eine ©tation in ber 3la^e von ßolberg jur Ueberwadjung feiner ^fannftätten unb eine 5Rieber:= läge für feinen SBaarenbetrieb, für ben von 33amim in ber oben- berührten Urfunbe bie Sollbefreiimg erl^alten l^atte. ®ö l^at fein SRec^t lange Seit be^uptet, unb im Sai^r 1281 naä) bem %obe beö t)on fei^^ nem 2lbte präfentirten 3Kagifterö 3ol)anne§, bifd^öflid^en SRotarö, wirb i^m baffelbe neu beftätigt ©rft 1333 bringt »ifd^of g^riebrid^ von ßammin baö in feinen ©prenget eingreifenbe ^atronatöred^t eines fremben ^lofterö burd^ gütlid^en SBergleid^ an fid^^^).

2Bie fd^on erwäl^nt, fafe neben ber SRarienfirc^e auf ber älltftabt ba§ ßapiteL S)ie 3eit ber ©ntftefiung beffelben ift nid^t mit ©id^erl^eit JU beftimmen. 3n berfelben Urfunbe, in weld^er an ber Sol^anniäfird^e in ßammin baö neubefteffte 35omcapitel nad^ bem 3Kufter t)on 6öln feine erfte ©inrid^tung erliält (1176), wirb unter ben Sengen aud^ ein ^räpofituö §ennann t)on ©olberg ^^) genannt. SDod^ ba aud^ bie 3lr5 d^ibiafonen, weld^e im SRamen beö Sifd^ofö bie geiftlid^e ©erid^töbarfeit

caslro Colbergh ad capellam St. Petri nunc dirutam spectaoerat. -— (Sic mar fd^on 1281 aujcr ©ebrauc^, \>ci 5)anigor in bttfcm 3al§rc ju 3ernin gelegt wurlw. ((Jap.oUrfunbe 1118).

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in crfler Snftanj t)em)alteten, bamafe mit bicfem Sitel bejeid^net xom^ ben, fo brandet jener §ermann nid^t S)ompropft gewefen ju fein, er !ann bie ©teHung eineö 2lrd^ibiafonuö befleibet §aben, unb ift alfo barau§ mä)t mit ©id^erl^eit auf baö Seftel^n beö ©tiftö in jener Seit ju fiä^liejgen. 5Daö erfte fidlere Seugnife ift aus bem Saläre 1219^0, in meld^em jum erfien 3WaIe ein ßolberger Äanonifns SRineruö ge:^ nannt toirb, unb bie ©d^enfung, meldte in bemfelben Saläre, ober in bem Slnfange beö folgenben bie ^ei^ogin Sngarbiö mit ben brei SJör^ fem 33uggentin, ©arrin unb ©abom^^) \^^ ^{^^^ j^^r l^eiligen Sung^ frau in ©olberg mad^t, ift alfo felbftoerftänblicä^ bem ©tifte zugefallen. 3lnn aber ift baö SDorf Suggentin fd^on einmal 119423) üon ber §ers jogin 2lnaftafia ber SDlarienfirdje oereignet, ift bemnad^ bie größte 2Bal)rfd^einlid^!eit Dorl^anben, ba§ fd^on bamate baö ©olberger ©tift be- ftanben l^at, unb bafe ber 1208 genannte ^röpofituö 5Rifolauä, S3rus ber beö 3lbteö ©igfrib von ©tolp, ©olberger SDompropfl gemefen ift. ®ö liegt alfo faum ein 3eitraum von jmanjig Salären jtoifd^en ber ©rünbung beö ßamminer unb ber erften urfunblid^en Sejeugung bes ßolberger ßopitels, unb rotnn in ben (fut^ vor 1385 abgefaßten) ©ta^ tuten ber ©amminer Äird^e bie ßeiftungen beö ßolberger ©tiftö an ben 33if($of alö t)on ber erften ©rünbung (a primaem fundafione) be§ ß'am^ miner Sapitelä l^er befiel^enb bejeid^net morben ^^), fo ift baö menigflenö ein Seraeiö, baß man bort bie ©rrid^tung bes ßolberger ©apitelö als jiemlid^ gleid^jeitig mit ber beö ©amminer annal^m.

SDer aWangel an gefd^id^tlid^en 3eugniffen über bie ©ntfiel^ungö^^ jeit erllärt fid^ mol^l aus ber anfdnglid^en Unbebeutenbl^eit beö ©apitelö. 93uggentin ift baö erfte SDorf, baö 1194 urfunblid^ t)ereignet mirb, unb jwar oon ber §et^ogin 2lnafiafiö. SRad^ bem Sobe bes §erm Äa= fimir, bem bie ^ürftin erblich oerliel^en l^at, foH an baä ßapitel fallen. S)o(^ l^at baffelbe nid^t gleid^ in ben SBefife gelangen fönnen. 3m Saläre 1219, mo il^m baö SDorf mit ©arrin unb ©abom jufammen abermals oerliel^en mirb, gel^ört bem ÄajleHan Simegl^, unb erft, menn biefer feinen SBol^nfife anberömol^in verlegt, fott an baö ©apitel fom^ men. 3m 3al^r 1253 erfd^eint als ©gentl^um beffelben, mirb il^m aber oon SBartiölao III. 1262 auffattenber 3Beife nid^t beftätigt, fonbern neu üerliel^en, al§ märe eine ntnt ©d^enfung.

©arrin fann bem ©opitel nur jum Sl^eil gel^ört l^aben, ba fid^ nod^ 1282 ^s) ber SRatl^ oon ©olberg für bie t)om ©apitel ertl^eilte ®t'^ laubniß, einen ^reöbpter an bem l^eiligen ®eift ju beftetten, oerbinblid^

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maä)t, betnfelben auf ©tabtfofteu in bcm S)orfe 8 §ufen mit bem baju gel^örcnben §ofe unb ©ebäuben ju faufen.

®aÄ ®orf ©abotü, wel^eö in einer Urfunbe t)on 1276 jum lefe^ ten 9RaIe genannt n)irb unb fftr untergegangen gilt, würbe im SKittet alter für einö mit ©eefelb angefel^en*). ßbglei^ in jener Urfunbe ©abow neben ©eefelb genannt mirb, fann bie 3lngabe hoä) vDof)l be* grünbet fein. 35ie SReinung t)on bem grojsen Sieid^tl^um, ben bas ®a* pitel fd^on bamäte gel^abt l^abe, ftüfct \iä) t)orjügli(ä^ auf bie große Sal^l von Örtfd^aften, au§ weld^en il^m ber 3el^nte juftanb. Snbeß bei ge« nauer 33etra(^tung jeigt fid^, baß biefe jum größeren Sl^eile nur auä fteinen ©ruppen von Käufern beftanben l^aben, von benen jebe il^ren befonberen Flamen trug. ®ö gefcä^al^ wol^l unter ber ©inroirhmg ber beut^ f(^en ®init)anberung, baß mel^rere ©el^öfte ju größeren Dörfern vereinigt würben, ©o mar unter anbem ba§ ©orf ©d^öfeom auö ben JDrtfi^aften ©infecom, 3ambome, 3elitij unb ©pepram gebilbet, fo befaß aud^ ba§ Älofier ^Pubagla ein S)orf 3latfom, meld^eö au§ fünf 2)örfem jufammen- gelegt mar. 2lel^nli(§ mag fic^ mit ©abom unb bem t)on ben SEßenben SBolnuöna genannten ©eefelb vetf)aitm l^aben. ©abom unb Sßotnuöna lagen nid^t meit oon einanber. Site bie ©epfte jufammetigelegt ma- ren, trug ber 3iame ©eefelb, bem fd^on ber menbifi^e SBolnuöna geroi- (ä^en mar, anä) übjer ©ab^m ben ©ieg bat)on. ©o erflärt fid^ einer= feitö baä SSerfd^minben fo videt ©rtänamen aus ber SBenbenjeit, an^ brerfeitö baö ©d^manfen unb ber SBed^fel in ben 33ejeid^nungen.

*) 3n einer oon S3. ^|tlipp 1384 ouigefteHten Urfunbe, burci^ meldte, roic bie S^rondfumpte x)on 1219 unb 1283 jeigen, bem Kapitel ber öeftj ber brei oben genannten ^drfer beflätigt werben foS, wirb flatt @abon) @eefelb genannt. (Eop.* Ur!. 0. 1276.

3lo^ xint bie SKitte beö 13ten Sal^rJ^tinbertö ftanb bic alte SSen= benburg auf ber §öl^c nal^e bcr ^erfantc unb \af) l^erab rote in uet:: gangener 3eit auf bie ©trol^bä(^er unb Sel^ml^äufer von SlltSolberg; jiüei Äaftellane, Äajimir unb S3orto, walteten auf ber Surg über ®^ xxä)t unb §eereöbann unb wachten über bie ©ered^tfame ber beiben ^er^ jöge, nod^ immer brad^ten bie roenbifd^en §örigen bie ©rträge il^rer leidsten ^Ib^^ unb SBalbarbeit in ßolberg ju aWarft unb SBad^ö von beut roilben §onig ber SBälber ate 2lbgabe an bie l^erjoglid^en Sabemen. 9lber baö SBenbentl^um war f(^on in feinem innerften SSBefen angegrif^ fen, in unb neben il^m waren neue Gräfte roirffam, bie bem Sanbe felbft ©egen, feinen älteren ©öl^nen unb beren 3SoIfetl^um aSemic^tung tmb Untergang bringen foHten.

Siö jum Saläre 1255 l^in finb bie SRamen ber 3eugen in ben Urfunben ber £anbfd^aft roenbifd^, nod^ fd^einen feine beutfd^en 2lbelä' gefd^led^ter, Sel^n fud^enb, in bie Äaftettanei ©olberg eingeroanbert ju fein; aber fc^on vor il^rem ©injuge begann beutfd^eö Sel^nroefen feinen ©influfe au(^ l^ier ju üben unb bie alte ßrbnung ber £anbeöt)ertl^eibi5 gung umjugeftalten. 3)er roenbifd^e ßble ©anba, einer ber Surgmam mn in ©olberg, trug ba§ SDorf 6art)ou (1255) nad^ beutfd^er SBeife von bem §er joge ju Sel^n ^) , unb er/ wie ber üometime Äaftettan S3orf e felbft, ber aud^ fd^on ben beutfd^en Sitel ßorggravius fül^rte, waren SJlitglieber beä SRitterorbenö geworben, ben beutfd^e SRitter feit 1235 ^) nad^ ?|}ommern gebrad^t l^atten.

2Bir wiffen nii^tä über bie geiftlid^e SEBirffamfeit be§ Solberger ßapitelö für ©tabt unb Sanb in biefer Seit. SDie bequemen §erren

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t)otn 33enebtctiner^£)rben werben bie ©ermantfirutig be§ Sanbeö nid^t in bem ®rabe geförbert l^aben, wie bie ßifterjienfer 3Wön(ä^e; aber fie bitbeten bod^, wie bie Flamen jeigen, eine überroiegenb beiitfc^e ©enofs fenfd^aft, fo baß bie Sprößlinge ebler wenbifd^er ®ef(3^Ied^ter, meldte fromme Steigung unter fie trieb, ben eintritt um ben ^reiö il^reö aSoKös tl^ums in ©itte unb ©prad^e erfaufen mußten, unb inbem fie, mie 1227 baö grauenflofter in STreptom für neun ^Dörfer in ber ^aftettanei ßolberg unb baö Älofter 3RoQr)lm 1236 für ^retmin, Befreiung von allen meltliiä^en Safien mit 9luöf($lu§ be§ Stufgebotö jur Sanbeänertl^eis bigung fowie Gntlaffung auö ber unmittelbaren fürftlid^en ©erid^tö- barfeit t)om §erjoge erlangten (1253) 3), mirften auS) fie auf bie Sodfe^ nmg beö 3ufammenl^ang§ jmifd^en 33urg unb Sanbfd^aft ein. Sel^nmefen unb ©eiftlid^feit arbeiteten jufammen an ber 3erfprengung ber alten 5laftellaneit)erfaffung. Smmer ftärfer mad^te ba§ beutfd^e SBefen fid^ geltenb; fjäufiger legten bie ©d^iffe Sübedfer ^auflcute im §afen an, breiteten beutfd^e §änbler i^re SBaaren an^, wehen il^nen jog ber frembe 3Jlönd^ burd^ bie Straßen t)on ©olberg, melrf^er bie feinem Älofter rom dürften t)erliel^ene ^fannftätte beaufft(^tigte, unb juraeilen anä) n)ol)l fd^on ein nieberfä(^fifd^er 33auer t)on ben ®ütern ber 6apitel§^errn, immer l)äuflger ertönte bie beutfd^e SRebe neben ber menbifd^en. So bereitete \iä) mä) liier ber 3lugenbli(f t)or, ber ba§ leere ®el)äufe ab:: geftorbenen Sebenö bei Seite fdf)ob unb 3*aum fd^affte für bie ©eftat tung neuer Sebensformen an§> ber ßigenart ber beutfd^en ©inraanberer. 3m Sa^r 1248 (7. Cctober) taufd)te Sifd^of SBill^elm ron 6am= ntin baö £anb Stargarb in biefen foliben 93efife liatte \\6) feinem fingen 3Sorgänger ber 3e^nt von 1800 §ufen r)erbi(^tet t)on '§erjog Santim T. gegen beffen 2lntl^eil beö fianbeö ßolberg an§>; er gemann baburd^ ben öftlid^ ber ^erfante gelegenen Sl^eil ber Äaftellanei mit ben SSejirfen ^obifeol unb ßoncrine^), unb bie aJlarfgrafen pon 33ran= benburg Sol^annl. unb DttoIII. beftätigten afe £)berlet)nöf)erm ben Saufd^. §erjog 3Barti§lat) bel^auptete feinen Tt)eftli(^ ber ^erfante gelegenen 2intl)eil bi§ an feinen Sob, bod^ fein 9fad^f olger Sarnim t)erfaufte 1276 unb 77 ^) bem 35ifd^of ^ermann non ßammin gegen eine 3(if)- tung von 3500 3Jiarf anä) biefe §älfte mit ber Sebingimg, baß er baö Sanb nid^t nom 3Jiarfgrafen von 33ranbenburg ju fielen näl^me, er über= tieß^eö il^m in ber 3lu§bel^nung, bie jur Seit ber testen Äaftettane gel^abt liatte, mit allen erbenfbaren Siegalien, mit Satjqueden, ®olb=, Silber^ unb ®ifengruben. SDenn' in imm gonbe, mo bie Quellen bie

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wnentBel^tltd^e SBürje jebcr ©peife, baö eble ©alj, l^erauöfpßltcn, glaubte man nod^ anbete ©(ä^äfee im Soben t)erborgen; fo war aud^ bei ber Sl^eilung Äurlanbä pifd^en bem bcutfd^en Drben unb bem Sifd^ofe feftgcfefct, wenn fi(^ SaljqucIIcn unb ®plb^ unb ©ilberabem fänben, fo fofften biefe gemeinfamer Sefife fein % unb in 3Kedflenburg rooHte man no(^ 1540 in ber ©aline ju ßonoro ^) naä) ber 3lber fud^en, bie nthtn bem ©alje ®olb, ©übet unb @ifen entl^alte. ©o routbe baö Sanb ©olbetg bet Äetn beö bifd^öflid^en ®ebiete§, beö ©tifteö ©ammin, ein gef(^loffene§, butd^ feine günfiige Sage am aWeete unb butd^ einen be^ quemen §afen beootjugteö Settitotium. S)od^ el^e nod^ butc^ biefen Äauf au(| bie weftlid^e §älfte in bifd^öflic^en Sefife fam, roax 'fd^on bet ®tunb gelegt ju bet ©tabt, rodelte beftimmt roat, bie witfUd^c §auptftabt beö ©tifteö px raetben unb ftäftig in bie ®ef(^idfe beffelben einjugteifen.

©eit 1251 faJ3 §etmann von ®leid^en auf bem bifd^öflid^en ©tul^Ie. 2lu§ bem ^ttien t)on S)eutfd^lanb, aus Sl^ütingen, ftammenb, mit bem btanbenbutgifd^en g^ütftenl^aufe nal^e üetroanbt, wat et bemül^t, ^ßom^ metnö ®ef($idPe enget an ^eutf(^lanb ju fnüpfen, unb eiftig fötbette et beutfd)e (Sinwanbetung unb Slnfieblung. 3n gleid^et 3tid^tung witften feine wenbifd^en aSetwanbten aus bem pommetfd^en §etjogSl^aufe 33atnim I. unb Sffiattiölat) IIL ©ie l^atten etfannt, baj3 jut SBiebetbebauung bet butd^ bie polnifd^en Stiege roüft gelegten Sanbfttid^e, jut ©teige^ tung bet Sanbeöfultut übetl^aupt, wie jut ©id^etung il^tet Settitotien gegen jOftpommetn unb gegen baö begel^tlid^e ftteitfettige ®efd^Ie(^t bet Slöfaniet fein beffeteö 5IKittel gebe, afe bie S3egtünbung beutfd^et 35ötfet unb befonbetö ftäbtifd^et, mit beutfd^em Siedete beroibmetet ®emein= mefen.

3m Sal^t 1253 l^attc SBatnim I. bie ©tabt ©tatgatb mit beut= fd^cm SWed^te auögeftattet mit bem SCuöbebing, ba§ fie il^m jum ©d^ufee bet ®tenjen feines Sanbeä offen ftel^en follte. S)iefet bei anbeten ©täbtegtünbungen nid^t t)otfommenbe 3ufafe fielet mal^tfd^einlii^ mit einem ÄtiegSjuge in SSetbinbung ^), ben §et^og Satnim jut SBiebetetobetung beö gütftentl^ums ©(^lan)e gegen §et^og ©roantopolf t)on ^ometeffen um tetnel^men wottte, unb auf einem uietjel^n Sage fpätet ju S)emmin abge^ l^altenen Sanbtage wutbe ol^ne Sweifel au(^ übet bie SKuöfül^tung biefet Untetnel^mung t)et]^anbelt. 3luf biefem fianbtage, bei bem aud^ §ei^og SBattiöIao, bie beiben Sifd^öfe von ßammin, §etmann unb fein SBot=: gänget SBil^elm, bet ^topft unb mel^tete SJoml^etten a\i% ©olbetg, bie

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Dome^mflen Beamten unb SHtter beä fianbeö Solberg jugegen roo^ ren, in einer Seit, wo ber ©inn ber gangen 3Serfammlnng jur 3lbn)e^r ober jnm Stngriff naä) £)ften gerid^tet war, mag juerft emftli(^ an bie ©rrid^tung einer peiten pontmerfd^en g^eftung gegen £)ften l^in, an bie Segrünbung beö beutf($en ßolbergö gebadet fein. 3n)ei Saläre fpäter pereinigten fid^ bie beiben §erren ber ßolberger ÄafteHanei, ber §erjog SBartiöIao unb ber 33if(^of §ermann, jur SSenoirflid^ung beö ©ebanfenö, jur Segrünbung eines neuen SoHroerfä beutf($en 2Befenö, an ber beut^ fd^e ©itte unb beutfd^eö SRed^t für bie ganje ^rooinj einen §alt ge:= raönne, an ©teile ber alten SBenbj^nftabt. ©ine anbere 3Jlad^t, eine eifrige SJUtarbeiterin an i|)rem SBerfe, l^atte i^nen ben ^lafe jur Sin* legung ber neuen ©tabt fd^on oorgejeid^net.

©ine SBiertelmeile entfernt von ber alten SBenbenburg, weiter ftromab naiver ber 9Jiünbung ber ^erfante war aHmäl^li(^ eine neue SRieberlaffung entftanben, mit il^ren 3lnfdngen x)ielleid^t fd^on in bie Seiten ber polnifd^en Kriege jurüdreid^enb. 2luf feud^tem 3Koor^ unb SQBiefengrunbe, ber fid^ nur wenig über bie 3Jleere§flä(^e erl^ob, jwifd^en ©Ifengebüfd^ nod^ im 17ten Sal^rl^unbert förberten bie 3Kaurer (SU fenftümpfe ju Sage, wenn fie bie gunbamente neuer §äufer in bie 6rbe fenften in ber 3lixf)e beö £luellbejir!ö, wo unauf^örlid^ in unerfd^öpf- lid^er g^ülle bie eble SRaturgabe auö ber 6rbe rinnt, mögen fi(^ juerft bie unfreien Slrbeiter beö ©aljbergö angefiebelt l^aben, bie ^i^^ex unb ^famxfd^miebe, ju i^nen gefeilte fid^ ber beutfd^e §änbler, ber feine 2Baaren ju aWarfte brad^te unb bie (Srträge ber pommerfd^en SBalb- unb gelbwirtl^f($aft bafür eintaufd^te, bort l^atte er ben bequemen ^a- fen in ber Jläl^e unb ben frifd^en SBeHenflang ber offenen ©ee, unb fümmerte il^n wenig, bajg ungefunbe 2)ünfte über ben aJloorgrunb f)m f^lid^en, ober baj3 ii^m baö SBaffer ber burd^ einen Siorbfturm aufge^ [tauten ^erfante t)or bie §au§f(^welle fpülte. "^mn er war auö l^ar- tem §olje gef($nitten, er gel^örte jenem ©efd^lei^te beutfd^er Äaufleute an, weld^eä in Sieflanb unb ^reu^en in einer Sieil^e ftanb mit bem gel^amifi^ten SRitter, unb bem bie Äird^e ba§ £ob fpenbete, ba^ er feine Slrbeit im grojsen ©inne auffaffe, unb bajs, wo er fein SBaarenl^auö baue, er aud^ d^riftlid^er unb beutfd^er ©efittung eine ©tätte bereite. Unter ben SBenben lebte er in t)ornel^mer Slbfonberung nad^ ben Sied^tö^ gewol^nl^eiten, bie er auö ber §eimat . mitgebrad^t l^atte, unb bie i^n unb feine ©enoffen inmitten ber g^remben mit ftarfen SSanben jufam= menfiielten«

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aSoIier biefer ältefte Äem beutfd^er Seiuol^ner fam,.fann nid^t jweifell^aft fein. S)aö 9tedjt war bamalö ein lebenbigeä Sefifetl^unt ber 3Jtenf($en, bie f(^riftli(^en Slnfjeii^nungcn oft mangell^aft nnb biirftig; würbe nun eine beutfd^e ©olonie jur ©tabt unt9ett)anbelt, fo erl^ielt fie baö Siedet, naä) weldjem bie Äoloniften fd;on üorfier if)ren SBertel^r unter einanber geregelt l^atten. S)aö died)t ber ©tabt, auö weti^em bie ajfel^r^ jal^l berfelben [tammte, raurbe jum ©tatut ber neuen ©tabt erl^oben. 2)aö neue ßolberg aber würbe mit £übif(^em äied^te beroibmet, wie in ©reifäwalb ©eftatt gewonnen l^atte, ©reiföwalber ßonfuln iiatten alö Beugen bie ©rünbungöurfunbe unterjeid^net (fiel^e weiter unten), ber ©tamm ber älteften 33et)öKerung mu^ alfo auö ©reiföwatb i^erüber- gefommen fein, unb ba fid^ erft 1241 ©reiföwalb auf ber SBalblid^^ tung beö Ätoftergrunbeö Don ©Ibena erhoben Ijat unb erft 1251 mit ©tabtredE)t bewibmet ift, fo bleibt für baö ftärfere 3lnwa(^fen ber ßo- lonie nur ein geringer 3eitraum übrig. 3ut 3al)r 1265 wirb Sub- bertuö be SBobarglie alä ber (Srbauer ber großen 9)iül)le genannt (qui primtuu . aedificacil) \ ift aud^ baö 3af)r ber Erbauung nid^t an- . gegeben, fo ift biefe bod^ fidler ni(^t lange cor ber ©rbauung ber ©tabt anäufefeen, unb eine ftäbtif(^e 2lnlage, ber an einer äJlü^le fel^lte, fann anfänglid^ nur unbebeutenb gewefen fein, ©ie muß alfo mit amerifanifd^er ©efd^winbigleit }u größerer öebeutung gewai^fen fein. SFiatürlid^ l^atte fie baö lebl^aftefte S^tereffe, il;re tmfid)ere ©tellung unter ben gremben burd^ bie Umfriebung mit einem beutfdE)en ©tabt= red^t ju feftigen.

3JJit i^rem Sntereffe ging §anb in §anb ber ä>ortl)eil ber ge- fammten norbbeutfd^en ^aufmannöwelt. ßange f(^on ging ber 5ßerfel^r auö ben äßeftftäbten nad^ bem Dften, bie 3Jewa l^inauf ju ben Slauf= pfen unb 3KePuben t)on Jiowgorob an beiben ©eiten ber SBold^ow, aber bie gal)rt bort^in war fd^wierig unb gefä^rlid^, unb ber Äauf- mann, ber feine 2Baaren bortl)in geleitete, tl^at wol^l, wenn er, wie auf 9limmerwieber!e^r, fein Seftament t)orl)er mad)te. SBar aud^ fd^on mand^er §afen gegrünbet, ber i^m <Bä;)\x% gegen ©türm unb SBellen Derliel^, fo l^errfi^te bo($ nod^ über weite ©treden baö ©tranbred^t in l^eibnifd^er ©eftalt, unb gegen bie §abgier ber rollen Serger, weld^e fi(^ baö ®ut ber ©eftranbeten aneigneten, fd^üfete wenig ber Sann ber ^ir^e unb ber apoftolifdje ©d^ufe, in weld^en Sifd^of Gilbert t)on 3?iga im 3al;r 1250 alle ©(^iffe jtDif^en Sübed unb Sliga nal^m, nid^t ge= nügenb baö freie ©eleit unb bie Befreiung ijom ©tranbrec^t, weld^eö

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bie Züheäex Äaufleute für fid^ unb anbete §anbelöleute ju t)erfd^iebef nen Seiten, unb noS) 1250 lieber ju ßolberg von ben pommerfd^en ^ei^ögen fi($ |iaben rerlei^en laffen, beffern ©d^ufe für '^xeif)e\t unb ©igentl^um gewäl^rte tl^nen eine neue beutfd^e ©tabt mit gutem §afen. Sübedf l^atte fd^on 1246 bie Slbfid^t gel^abt, eine neue ©tabt an ber aWünbung beö ^regete ju grünben, fie lonnte nur alö eine görbe- rung unb ©i(^entng ber eignen §anbelöintereffen anfe^n, wenn an ber 2)lünbung ber ^erfante fi($ eine beutfdE)e ©tabt erl^ob, bie jugleid^ ein bequem gelegener 9)iar!t für bett §anbel mit ^ommem unb ^olen merben fonnte. Stn 3af)r 1274 mürbe bie junge ©tabt (Solberg com §erjoge 33amim ermäd^tigt, mit bem SBifd^ofe §ermann jufammen bie fd^iffbrüd^igen ©eefal^rer gegen SBeeinträd^tigungen in ©d^uft ju nel^men, unb fieser mar ber ©d;ufe, ben bie ©tabt ben ©eftranbeten angebeil^en liejs, ein mir!famerer, alö ber frül^ere ber l^erjoglidöen SBögte unb ^t^ amten. ©o arbeiteten i)erf($iebene Sntereffen jufammen, SWeu^ßoIberg ju begrünben unb ein neues ©lieb in bie Äette ju fdfjlingen, meld;e fid^ mn bie Ufer beä baltif(^en aWeereö legte unb biefeö attmä^lid^ ju einem beutfi^en 3Keere mad^te.

aSom 23. 3Kai 1255 ifi bie Urfunbe batirt, bur($ mel(^e bie bei: hm g^ürften, ber §erjog SBartiölat) unb ber Sifd^of Hermann, ber 6o= lonie, an welcher ebenfalls fi^on ber SRame ßolberg l^aftet, bie ©eftalt einer beutfdE)en ©tabt geben, S)en bürgern berfelben merben barin fünf greijal^re gemalert; erft naä) 3lblauf biefer 3eit tritt baö ©runbgelb von Käufern unb §ufen in Äraft, meld^eö bie ©täbte alö eiujige, fpfc ter unter bem SRamen Drbäre in eine beftimmte ©umme jufammenge^ fafete aibgabe an ben ©runbl^errn ju jal^len l^atten, bie um' 1380 von ©olberg nad^ alter ©emo^nlieit in ber §öl^e von 600 3Karf t)om Slatl^:: i^aufe unb auö bem ©tabtfedfel entrid^tet mürbe; mirb il^nen baö SWed^t gegeben, fünf Saläre lang jur ©rrid^tung von ©ebäuben, mo fie motten, Saul^olj f dalagen ju laffen; bie ©tabt mirb ferner mit einem aSeid^bilbe auögeftattet : il^r merben 100 §ufen anbaufäl)igen £anbe§ t)erliel^n, ber 3Balb am ©tranbe biö jum SReftbai^e unb baö Wtoox^ unb Sffiiefenlanb, meldE)e§ fid^ jmifd^en ber ^erfante unb 3tega an ber Äüfte l^inftredft; i^r mirb ferner freie gifi^erei auf ber Öftfee unb ber ^erfante gegeben, bie Söel^ren auf ber Sflabüe unb ^erfante fotten ju il^ren ©unften entfernt merben, unb mittfürlii^er 33efd^afeung beö ©alj* bergs burd^ bie Sanbeöl^errn mirb burd^ eine fefte Slormirung beö ©alj^^ jinfeä begegnet; enblid^ mirb fie mit bem Sübifd^en Siedete bemibmet,

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wie baffctte in ©reiföwalb geübt wirb, ber ©reiföroalber diatf) wirb il^r }ur ein^olung von SRed^töbelei^rungen in jweifel^aften gätten unb ak aippeUationöinftanj angeroiefen, ber ©reiföraalber ©d^effel wirb einge^ fül^rt, unb ber 3ott foH nad^ ber ©reiföroalber SRoIIe erhoben werben ^). SDer ©reiföwalber SSogt unb t)ier Slati^männer ber ©tobt waren, bei ber SluöfteHung ber ©rünbungö^Urfunbe jugegen unb unterjeid^neten fie ate Beugen, unter i^nen ift ber aus einem ritterbürtigen ©efd^led^te aSorpommemö ftammenbe Safob v. Srebetow ber erftgenannte. ©eit 1250 angefe^eneö 3)iitglieb beä ©reiföwalber Slotl^eö, fpäter 1262 ber Segrünber von ©reifenberg, weli^eö in gleid^er SBeife, wie ©olberg, eine ©reiföwalber ©olonie ift, mit bem Sifd^ofe ^^xmann^ an beffen §ofe wir i^n jwei Saläre t)orl^er (1260) finben^®), in enger aSerbinbung fte^ienb, mujs er ju ben ajlännem gered^net werben, bie baä Sntereffe ber norbbeutfd^en Äaufmannöwelt uertretenb mit 33ewuJ3tfein unb ©ifer bie ©ermanifirung beä ©lat)enlanbeä unb bie Slnlegung beutfd^er ©tobte betrieben |iaben. (6in ©olberger SBürger t)on gleid^em Familiennamen, ^enjefe Srebetow, wirb 1335 al§ Sefifeer beö Ärugeö von ©elnow genannt ^0-

es ift natürlid^, bafe ber Slntl^eil, ben ber ©reiföwalber 9latl^ an ber ©rünbung von ©olberg na|im, ju einer t)erftärften ®inwanberung auä jener ©tabt ben 2lnftofe gab. SDer 5Rame eineö ber t)ier älteften ©olberger ©onfuln, weld^e bie ©rünbungö-Urfunbe ber ©tabt unterjeiiä^s net ^aben, 3o|ianneä t)on Sübed, wirb in bem ©rünbungöjalire ber ©tabt aud^ von einem 3JHtgUebe beä ©reiföwalber Statl^ö gefül^rt. 2)erfelbe finbet fi(^ 1257 nod^ einmal im Golberger Statine, bann vet^ f(^winbet er |)ier, wäl^renb 1258 berfelbe Jiame wieber im ©reiföwalber SRatl^e auftritt. D^ne Sweifel l^aben wir es mit ein unb berfelben ^erfon ju tl^un. Soi^anneö von ßübedf ift bei ber SBegrünbung 6oU bergö in ben neugebilbeten 3latl^ eingetreten, um bie aSerl^ältniffe orb=^ nen ju Reifen, unb ift bann naä) ©reifäwalb jurüdgegangen. 3tn Sai^t 1260 erfd^eint ein Sol^anneö v. Sübedf im ©tralfunber Statte, wä^renb er im ©reiföwalber Statine nid^t mel^r genannt wirb^^^). ©ö f^eint alfo, alö ob biefe unrul^ige Äoloniftennatur ben SBoJ^nfifi nod^ einmal gewed^felt i)at ©benfo finben fidi^ nod^ mel^rere ber älteften ©olber^ ger gamilien aud^ in ©reiföwatb Vertreten, wie: von S)ortmunb (Tre- mojiia), Sol^ann unb Seml^arb; von SRoftodE, von ©noien; unb etwaö fpäter aBitte, SBeftp^al, ©olbog^e, ©ifeler, bod^ mögen einige von i^nen aud^ aud 9ioftodE ober iBübed( getommen fein, wo 3weige berfelben

g^amtlien anfäffig tDarat. "^tn anä) bei ©reifätoalb fid^ flnbenben Flamen SRofenbal für ein itid^t lange nad^ ber (Srünbung ßolbergs ge^ nanntes, in ber 3läf)e beö ©tabtroalbeö gelegenes SBormer! unb ben noä) mel^r an bie §eimat erinnemben ©ripöwolb ober ©ripöiDolbelen, welken eine Gruppe von ©el^öften t)or bem 3Rül^lentl^ore führte, n)er= ben biefe ©inwanberer auö ©reiföwalb mitgebrad^t l^aben. aus il^nen unb ben älteren, fd^on in ber ©tabt anfäffigen gamilien (t)iettei(^t ben b^ne g^amiliennamen aufgefil^rten, wie ©melric^, Semarb, ben balb atiftretenben ßolbergö*) fefete fid^ ber ältefte 3iati) jufammen, il^nen n)ar baö 5Red^t ber 3Kutterftabt, baö fie auö mel^rjäl^riger ©rfal^rung fannten, lebenbigeö ©igentl^utn, fie waren beöl^alb bie geeigneten Sei: fi^er beö unter bem SBorfifee beö fürftlid^en Sogtö tagenben ©erid^tä, fie t)erftanben ein ©emeinwefen ju leiten, lurj fie bilbeten baö ältefte ^^Jatriciat ber ©tabt.

©(^on in ben erften Salären t)ergrögerte fid^ biefer ältefte ©tamm ber 33et)ölfenmg burd^ 3ujug von anbem Orten l^er. 3n ben benad^^ barten wenbifc^en Surgfledfen, bie no(§ nx6)t mit beutfd^em diente beroib^ mtt waren, l)atten fd^on manö)e beutfd^e §änbler il;re SBaarenlager aufgefd^lagen. ©ie jogen mol^l bem nod^ immer unfid^ern Slufentl^alt unter ber menbifi^en 33et)ölferung baö fidlere SBol^nen in ber gefd^lof= fenen ©emeinfdiaft il^rer ©tammeögenoffen t)or. 3u biefen werben ^er^ mann v. Selgarb, 35itmar v. SBoHin, §ermann t). Ufermünbe, t)iellei(^t - aud^ Sol^anneö unb Safob t). ^ammin gel^ören.

ifl ju erwarten, baJB aud^ ber SBifd^of §ermann bemül^t ge^ wefen ift, ber ©tabt neue Sewol^ner jujufül^ren. S)a von einer ©in^ wanberung aus ber SRarf in ßolberg fid^ wenigstens in biefer 3eit feine ©puren finben, fo ift wol^l anjunel^men, ba§ §ermann t). SBerben (1257 genannt) aus bem bamals nod^ jum Sistl^um ßammin gel^örenben SÖBerben an ber 3Kabüe l^erbeigefommen ift, unb gewi§ geprt baS ©e^ f(^led^t ber be 2Biba (salice von ber SBeibe) ju benen, bie ben ©ra^ fen von ©leid^en aus Si^üringen unb bem SBogtlanbe nad^jogen, um fi(^ in Sommern eine §eimat ju grünben. g^nf ^a^xe na(^ ©rünbung ber ©tabt faufcn mer Srftber biefes ©efd^led^ts gegen einen jäl^rlid^en 3ins von 80 Sonnen ©alj einen ©aljfotl^en vom ©apitel, unb jwanjig Solare fpäter befifet Soi^annneö be SEiba allein 2 ftotl^en auf ber reiften

*) 1316 flnbct {14 ber S>lamc fd^on in ü^edC, wol^in bie Samilie aud (^l- berg eiitgetoanbert fein mug.

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unb tttel^rete ^fannftftttcn auf ber linlen ©eite unb baju ausgebeizte äldfergränbe auf ber ©olberger g^elbmarf. Sie gel^ören ju beu auge^ fel^enften unb begütertften unter ben älteren ßolb^rger ©efd^led^tem, unb burd^ reii^e 3Sermä(J^tniffe an bie Atriale l)aben fie ifircm 5Ranien ein gefegnetcs 3lubenfen eru)orben. ©eit ber jroeiten §älfte be§ 14. ^a!^x^ l^unberts l)ört bie gamilie auf in ber ©efd^ic^te ber ©tabt eine Stoße JU fpielen, ein unmünbiger £)tto be äßiba (1376) mib ein 9llbred^t V. b. aSeibe, ber ein §auä am ?ßfannf(J^niiebent^ore befifet (1408 u. 22) finb bie legten (im ©tabtbud^e) urlunbUd^ bezeugten 3Kitglieber beö ©e^ fd^le($tö in ©olberg.

SBenn ßolberg in biefer 3eit fi^on Sujug au§t bem 3Beid^feIlanbe erl^alten l)at, worauf ber 5Raine SWe^anber o. ®anj! (1266) l^inbeutet, fo wirb ba§ bie golge ber 3Serbinbung getoefen fein, in loeld^e baS Älofter aWogplna burd^ bie ©rwerbung oon ^^Jfannftätten unb baö ^otronat über bie Soi^anniöfird^e mit ber ©tabt getreten war.

®ö ift nid^t }u bejroeifeln, bag bie ©tabt au(^ aus il^ren früheren äJerl^ältniffen ein Srud^tl^eil wenbifd^er aSeoöUerung über^ Jommen f^at. S)od^ finb l^ier jroei klaffen ju unterf($eiben. ©o wenig bie beutfd^e gamilie ber 9tamel 3lnftofe nal^m, fid^ mit ben wen* bifd^en 3iatiboriben ober Sorfö, unb bie ber ©l^uben, weld^e aud^ auf ber ßolberger g^^lbmar! eine Sefifeung l^atten, fid) tnit ben Äamefe^ö JU oerfd^wägern, fo wenig würbe beit wenbifc^en 2lbetegef(^led^tern ber ©intritt in bie beutfd^e ©tabtgenoffenfd^aft gewehrt. SDer r257 ge^ nannte angefei^ene Sürger, wal^rf^einlid^ SHat^mann, Shmeftin 3la^ taoij (Slaölaoij) ^^^) ift oon unjweifell^aft wenbifd^er §erfunft, unb wenn fid^ ein beutfd^er 33ürger ber ©tabt Henriais filius Jullae (Suttenfol^) mit ©laoifirung feines 3tamenö aud^ Suttij ^^) nennt, fo ift barin woi^l eine f($wdd^e Stüdwirfung bes wenbif(^en ©lements auf baö beutfd^e JU ernennen. SDod^ nur ber Slbel fanb 3utritt, bie geringeren ©tam^ mesgenoffen waren l^ö(^ftens gebulbet unb t)on ber ftäbtifd^en ©emein= fd^aft unb ben 2lemtem auSgef(^loffen. S)aö felbftbewuJBte öürgertl^um bulbete ben unfreien SBenben nid^t in feiner aKitte, es t)erwies i^n in bie entfernteren Stjeile ber ©tabt, in bie 9iäf)e ber SBobelei (©d^arfrid^terei), in bie ©trajse, bie in ben ©tabtbüc^eru platea Slavomm genannt würbe unb nod) jefet ben 9tamen äßenbenflraJBe fül^rt. S)ort lebten bie alten ©öfine bes ßanbes gebrüdft neben bin ftoljen ©inwanberern, bis fie oor il^nen aus ber ©tabt wi(^en^^), ober ©prac^e unb ©itten ber Parieren 3iace annahmen* 3n ber lefeten Sejie^ung freilid^ l^aben fie

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nur ba§ ©d^idffal il^rer t)omel^meren ©tammesgenoffen getl^cilt, anü^ biefc mbcrftel^en niSjt lange bcr ©inwirf ung, xodd)e ©pra(^e unb Sitte i)er beutfci^en (Senoffenfd^aft auf fie ausübt. Sei ben Äamefe'ö ift baö Seroujstfein wenbifd^er ©igenart fc^on 1302 1*) fo erlofd^en, bafe fie bie Sprache ber ©iiiroanberer afe bie irrige bejei(^nen. Sänger afe in ber ©tabt rairb n)of)l wenbifc^e ©prad^e auf benachbarten Dörfern i^r '^^a^ fein gefriftet ^aben: um 1300 liegt auf ber ©olberger getbmarf an ber 3Wa§nife (3Jlafee) eine Drtfd^aft SRoöglem, bie alö eine Sel^aufung ber Sffienben begeidjuet wirb (habitatio Sluvomm ©tbb.); bo(^ ber immer ftärfer anbringenbe ©trom ber beutf(^en ©inraanberung l^at mit ben anberen SReften be§ SBenbentl^umä aud^ biefe tleine n)enbif(^e ©prad^infel fortgeftut^et, unb romn im Sal^r 1539 ber Siatl^ ben ©eraerfen il^re alte ©emol^nl^eit beftötigt, bafe fie feinem SBenben ben Eintritt in ein ©emerf t)erftatten unb feine menbifd^en Sungen in bie Seigre nehmen fotten^^), fo ift t)ielleid^t barauö ju f(^liegen, ba§ ba§ jefet l^inter bie fiupon) jurüdEgebrängte, im 2lu§fterben begriffene 5laffubif(^e bamalö no6) weiter nac^ SBeften gereid^t, unb bajs n)oI;t au(^ burc^ ©prad^e unb Srad^t fennttid^e Sßenben in ©olberg S)ienft unb Unterl^alt gefud^t l^aben, aber nidjt, ba^ bie ©tabt nod^ unter feinen SBewol^nem einen wenbifd^ rebenben Sl^eil gel^abt l^at,

SBeit wichtiger aber afe alle bis jefet aufgefül^rten Sujüge mürbe für bie ©tabt bie etma jmanjig Sai^re na^ i^rer ©rünbung beginnenbe ftärfere (Sinroaubemng au§ Silbed unb aJiedEIenburg , fie filierte il^r in großer Sal^l neue Präger beö ritterlichen ©inneä unb beö faufmänni: f(^en Unternel^murigögeifteö ju unb gab il^r einen mäd^tigen 2luffd^n)ung. aRan(^e biefer ©efd^led^ter, namentlid^ au§ 2ühed, ftnb ol^ne 3meifel burd) ben lebhaften §anbelöt)erfel^r, ber jmifd^en ben ßftfeeftöbten be^ flanb, ober burd^ bie aSerbinbung mit ©reiföroalb nad^ ßolberg gefül^rt, aber ben §auptanfto^ ju ber maffenl^aften ©inmanberung grabe a\x^ ^Died^lenburg l^aben bie bort fd^on lange angefiebelten ©ifterjienfer Älö^ fter 2)obberan unb S)argun gegeben.

Äeine ©enoffenfd^aft l^at ein größeres aSerbienft um bie ©ultur unb ©ermanificung ^ommernö alö biefer SKöni^öorben. ©eine aJiit^ glieber, ©eiftlid^e unb Sanbmirtfie in einer ^erfon, bemirt^fd^afteten mit il^ren Saienbrübern, (Convcrsen) §albmön(^en mit 9Könd^ögelübben il^re ©üter felbft; mo fie il^re 2Birtl^fd^aftöl|öfe (grangia) errid^teten, mürbe ber Soben t)om ©eftrüpp gereinigt, bie aOBälber gelichtet, unb faftiger unb ftro^eitber ftanben bie älel^ren auf bem äRoorgtunbe, i>en

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i^r fd^Tüercr ^flug umri§, alö auf bem Ieid)ten 93oben, ben allein bet §a= fen ber wenbifi^cn porigen bejn)iugen fonute. aSor il^ueii unb il^rem ®e= folge, ben beutfd^en Sauem, ©etbern unb ©(iulimad^ern, fd^wanb SBenben- tl^um unb §eibentl^um auf bem Sanbe, burd^ fie würbe 6^riftentf)um unb beutfd^eö SBefen l^ier im DoHen §errfd^aft gebradEit Sänge fd^on I^atten iene Älöfter in ßolberg i^re gäben angefponnen, fd^on in bem wenbifd^en ©olberg raurbe baö raoHene ©eroanb mit bem fd^watjen ©fapulier unb bem iJebergiirtel, an metd^em ber 3lofenfranj l^ing, i^äufig gefeljn, benn ber Se^ trieb unb bie S3eauffid;tigung ber t)om §erjoge gefd^enften ^^^fannftätten unb ber ©innal^men au§ ben l^erjoglid^en Sabemen erforberte öfteren 33e= fud^ ;aber eine ftärf ere 2lnjie]^ungö!raft übte auf fie au§ bie neugegrünbete beutfd^e ©tabt, bort fanben fie einen trefflichen 2Karft, ber ben ^reiö il^rer lanbroirt^fd^aftlid^en ©rjeugniffe fteigerte, unb auf bem ©aljberge lolinenben 2lbfafe für baö §oIj il^rer äBalbungen. SDarum fud()ten fie in ber 9?ä^e ber ©tabt ®üter ju geroinnen. 5Da§ Älofter üDargun l^atte im 3a(;r 1266 9ierefe, 1269 Sßeffin t)om »ifd^ofe gefauft, im Sa^r 1288 luurbe i^m baö 35orf Saft von biefem ^ereignet, roeld^eö er von ben 9tonnen von 2lltftabt für anbere Sefi^ungen eingetdufd^t f)atte, unb 1335 fam anä) in ben S3efife von SBolfö^agen mit einem von bem ßifterjienfer Älofter 3ieu?fiamp angelegten 9Birtl^f(^aftö^ofe. SDob^ beran l^atte fd^on 1260 baö SDorf 33orf t)on bem 6«mminer SJlünjer ©erbert, ber alö l^erjoglid^eä fielen befa§, mit ©inioilligung beö ^er^ jog äßartiölao gefauft, überlieg baffelbe bann ber g^rau ©ertrub von Sannen unb il^rem ©emal^l S)ietrid^ alö Se^n unb ert)ielt 1280 naä) bem Sobe beö lefeteren von jener jurüd^^). Gliben bem Meinen SBenbenborf (villulä) 33orI errid^teten bie SKönd^e ifiren SBirtl^fi^aftös l^of, unb alö fie ba§ 2)orf fiebsel^n Sa^re fpäter an bie §et)bebredEä mieberoerfauften, entl^ielt ber §of ein Snoentar an ©(^afeu, ©(^mei? mn, Siegen, §unben, SBinter^ unb ©ommerfiüi^ten, frifd^em unb trodfe- nem 9tol^r, SBagen, ^^flugfd^aren unb anberen ®erätl)fd;aften, meld^eö auf 200 3Karf gefd^äfet mürbe. 3m Sa^r 1290 erwarb baö Älofter nod; Älein^ unb @rofe=3eftin von ben Jiamelö. 2lud^ Sufom, baö erft 1252 gegrünbete Sod^terKofter von 35afgun, fefete fid^ balb in ©olberg feft; lieg fi(^ 1264 von bem §erjoge SBartiölav alles, maö bem^ felben nod^ am ©aljberge gel^örte, unb einen Si^eit ber ßolberger SIKül^? lenpoft ^ereignen. Um nun bie ^robufte ber Sanbroirtl^fd^aft bequem mer abfegen ju fönnen, fauften bie 3Könd^e ©runbftüde in ber ©tabt, auf benen fie SBirt^fc^aftögebäube errid[)teten, ^Rel^rere Älöfter l^atten

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fi(]^ in bicfet SBeifc in ßolberg angefiebclt. ©o befaj3 baö Älojler ' SufoTD einen §of in ber ©tabt, weld^er ben SRamen „öufon)" filierte. ®ö überlief il^n im Sal^r 1355 bem ©olberger Sürger ©alfelb jur Senu^ung auf Sebenöjeit, bafür t)erpfli(ä^tete fid^ biefer, äffe Sauliiä^s feiten auf feine Soften im ©tanbe ju erl^alten, bie fiä^abl^aften ^a^ traufen ausjubeffern unb bie näd^tlid^en 'ü&a^en unb bie Sejal^lung beö ©d^offeö an bie ©tabt ju übemel^men; na(j^ feinem unb feiner g^rau STobe foffte ber §of mit ben t)on il^nen errid^teten ©ebäuben an baö Rlofter jurüdfaffen. @r lag in ber SanbeöbanbftraJBe unmittelbar neben bem älteften Slatl^l^aufe ber ©tabt £)l^ne 3meifel um baffelbe ermei^ tetn JU fönnen, l^atte ber SRatl^ von ©olberg einen Sl^eil beö §ofeö ben SWönd^en abgefauft")

@inen äl^nlid^en §of l^atte baö Älofter 35argun in ber ©tabt, er l^iejs ber ,,?!Könfel^of", lag ebenfaffs in ber Sanbesbanbftrajse unb jmar an ber ©de ber ?!Kön(^enftraBe, meli^e, wie ba§ 9Jlönd^entl^or (fpäter au(3^ Äütertl^or), t)on il^m feinen Flamen erl^alten |iat, unb reid^te biö an bie ©tabtmauer. @r blieb ©igentl^um beö Älofterö bis jum Slnfange be§ 16. Sal^rl^unbertö, mo il^n ^an^ ^ol^enl^aufen fäufli(^ an fi(^ bra(3^te> um i^n im Sal^r 1508 mieber an baö ©amminer ©apitel ju Derfaufen. 5ßon biefem würbe er 1535 einem Sulgrin fäuf(i(^ übertaffen.

?!Ke]^rere Umftänbe beuten barauf l^in, ba^ auc^ S)obberan feinen §of in ßolberg l^atte. SDaö ^rämonftratenfer klofter ®robe l^atte me^ nigftenö fein ©aftl^auö in ber ©tabt (domus hospitis), rao feine äJlönc^e, bie l^äufiger na(^ ©olberg famen, einfel^rten unb bie il^m t)om ©alj» berge unb bena(^barten S)örfem juftel^enben §ebungen in (Smpfang nal^men.

3ene Sifterjienfer Älöfter l^atten fd^on lange in SÄedlenburg auf ©tabt unb fianb einen roeitgreifenben ©inPujs ausgeübt, aud^ in ben aWedlenburgifd^en ©täbten, felbft in Sübed, l^atten fie il^re Älofier^ l^öfe, fie ftanben mit ben angefel^enften ®ef(^led^tem beö Sanbeö in enger aSerbinbung. 9?id^t feiten unterwarfen fid^ 9Jlitglieber ber festeren, um ben ^rieben, ben il^nen bie fturmt)offe 3eit t)erfagte, ober ein ®rab auf geweil^tem Äloftergrunbe ju gewinnen, alö 3Jiön(^e ober Saienbrü= ber ber ftrengen ©rbenöregel. ©o ftanben bie balb in ©olberg auf^ tretenben ©efd^Ied^ter ber SBiefe unb aSraunfd^toeig bem Älofter 2)obberan nol^e; im %a\)x 1244 war ein Hermann SQBiefe Saienbruber bafelbft, unb 1282^^) wirb ein Sol^anneä t)on Srunäwif ate ein getreuer Stn* l^änger unb ^reunb beö Älofters be}ei(^net. Unter jel^n im %a^xt

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1331 genannten Äloftergeiftlti^en bafelbfl gel^ören peben ©efd^le^tem an, bie fid^ in biefer Seit and^ in ©olberg niebergelaffen ^aben, töie bie 33raunf(ä^tt)eigö, SJBiefeö, SDortmunbö unb ^^opeö,

SRur t)ereinjelt f^nb in ben erften beiben 3a()rje^nten ber ©tabt Slnfiebler a\i^ SWedlenburg gelommen, wie wol^l um 1266 bie gamilie Juvefiis (Sunge, Süngling), urfprünglid^ aus SKünfter flammenb unb in jener 3eit auf 9lügen unb in SBotpommem anfäfftg, unb Dielleid^t Suttenjo^n 1257, in berfelben 3eit mi) inSBßismar genannt; erft feit= bem bie Älöfter SDobberan unb S)argun fi^ in ber 9Jö^e von ©olberg feftgefefet l^atten, etwa feit 1277, bem Saläre, in n)el(ä^em ßolberg bmä) bie ©rroerbung ber weftlid^en §älfte ber ßolberger Äafteßanei von (Seiten beö Sifd^ofö Hermann t)on ber SDoppet^errfd^aft frei würbe, begann ber ftarfe 3ubrang auö jenem Sanbe. Se^t roanberten ein bie gamilien ajlönd^ (Monac/iiis), Sol^anneö unb Sibemann, aud^ ein „gett=aRön(^" (pingtiis monachus)\ t)on ber SSBefer, (Soi^anneö de Wissera, Weser a) ; von Saroe, §einri(3^ (nad^ ber mecf lenburgif d^en ©tabt Sage genannt) ; SBinter, Soad^im imb ©erl^arb (hyems) ; Äleine (Parmis), rool^l nid^t von ber fd^on 1258 genannten ©reiföroalber, fonbem ber Sübeder 5<i«^iK^ biefeö SRamenö abftammeub, mit ber fie, wie baö ©tabtbud^ bejeugt, nod^ im 14ten unb löten Sai^rl^unbert in t)ent)anbtfd)aftlid^er 33erbinbung fielet, (eine SJerbinbung, bie n)o(jl ben Sübedfer ^:|Jrebifanten 5Rifl. Äleine mit beftimmt ^at, in Golberg (1530) bie lutf)erifd^e Seigre ju prebigen); von §amme; SBifbolb; oon Sübed; *^Jloiö, Dom Unterrl^ein in bie medEIenburgif d^en ©tobte gef ommen ; ßerbo ; $8ell^aring; 3)arfotü u. a. ©egen ©übe beö Sal^rl^unbertä unb im anfange beö folgenben famen l^inju bie Don Seroe^ou), Äerftinian }uerft 1302 alö ©olberger 33ürger genannt, lange ate ©üljgenoffen in ber ©tobt auf äffig ; bie t)on ßramon (dominus Cramonns) balb roieber auö feer ©tobt tjei^ogen; bie SBiefe, Slotgl^eruö 1305; üieffeid^t aud^ v. SReriite, SHotd^eruö 1294, menig ftenö finbet pd^ ein Flitter Jo de 2»arine 1285 in 3WedElenburg; baö fel^r angef eigene (Sefd^led^t ber Rotten aus SübedE, von il^nen juerft So^onneö 1308 als aWitglieb be§ ßotberger SRatl^eö genannt; ^attenl^ufen; SRofe; §om; Sölner; 2Bolf fd^on 1297 in ©olberg oorl^anben, erfi um 1360 im SRatl^. 2)ie lefetgenannten waren aM Sioftodf gelommen, bie meiften jener gamilien jebod^ l^atten fid^ über mel^rere ©tftbte, SübedE, SBismor, SWoftodE unb ©reiföroalb ret^roeigt, alle maren tl^atfräftige Äolonifiengefd^led^ter, eifrige 3DWttn:= beiter aii bem SBerfe, ^omm^m in ein beutf^eö Sanb uritjuwonbiitti.

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SRand^e biefer ®ef(|te<ä^tcr finb ttad^futjer Seit wieber aus 6ot berg tjerfd^wunben, anbere Ijaben Sai^r^unberte fiinburd^ ber ©tabt SSütöermeifter iinb 9tattjmanncn ß^Kefert, aber feins berfelben f)at fo ^lange in il^r geblüljt, alö baä ber Srauufd^weigä, 35a§, tDie fci^ou ber 9?ame ^^6' Brtaimiv) fagt, urfptütiglid^ auö SBrounfd^roeig ftommenbe ©efd^le^t war fci^on um bie SKitte beö 13. Sa^rl^unbertä in aBcdten^ bürg angefiebelt. ®in Sl^ibenian Sr, nnrb fd^on in SBiömar, ein 3o= j^omtes 1283 al§ 3JH'tgIieb beä SRoftocEer SWatl^ö gettannt, ein anbrer So- l^nncö erfd|eint 1 282, nne fi^on ohm enüäl^nt, al§ /?^6'//ä äc familiaris beö Äiofterö t)on SDobberan. ©eit 1292 tritt bie gamitie in ©otberg auf, ein Solennes v. 8r. wirb in biefem Salute juerft als ßolberger 33ürger, jwei Sa^re fpöter als JRatl^mann ber ©tabt genannt Sei ber oben berül^en Söerbinbung beä Sobberaner Älofterö mit ben meutern burgifd^n ©täbten unb mit ©olberg liegt bie SBermutl^ung nal^e, ba^ bie ©olberger öinie aus 3Re(ilenburg, t)iettei($t aus Sioftod, wo ber Slame fpöter nid^t wieber oorJommt, eingewanbert ift, bod^ läfet fid^ mit ©id^erl^eit nid^ts barüber beftimmen, ba [id^ aud^ in ©traljunb unb in ©targarb fd^on um 1282 3Ritglieber bes ©efd^led^tes flnben^^).

SDie binnenlänbifd^en ©täbte nal^men bamalö nod^ einen lebl^aften, unmittelbaren 2lntl;eil m bem ©eeljanbel, unb »on ben ©eeftäbten aus verbreitete fid^ leidet bie Äunbe üon ber nmti\ woljlgelegenen ©tabt tiefer in baö Snnere oon 5Rorbbeutfd&lanb. 2lud^ t)on bortl^er ftrömte ii^r frifd^e SBoHsJraft ju. Um 1305 l^atte ein ©olberger Bürger ^l(^t^ trus Sänge (Longiis) auf bem Sobtenbette in feinem Seftamente aBe ßlöfter, ©tifter unb §oSpitäler iai 33raunf(^weig mit reid^lii^en Segaten {grandis pemivia) bebad^t, unb bie 3lebte unb Slebtiffinnen, bie ^ro- curatoren ber §ospitäler unb im folgenben Salute (1306) auc^ bie 5Ratl^5 mannen ber ©tabt S3raunf($weig erfud^ten ben 3latl^ t)on ©olberg, bie ©eiber, bie er in aSerwal^rung l^abe, bem SDiener beö 2lbteö von ©ob^ beran einjul^änbigen ^^). 6s ift ba^er nid^t ju bezweifeln, ba§ biefer ^etrus fiange aus Sraunfd^weig ftammt unb bem oltftöbtifd^en angefe^ Irenen ^atriciergefd^led^t angel^ört. S)er gleid^namige ©ol^n beffelben fa§ 1308 im ßolberger SRatl^e. S)ie gamilie 3tömer {Romanns), im älnfange bes 14ten Sa^tl^unberts im Siatl^e, fd^on 1273 in ber ©tabt anfäffig, ftammte aus aWeifeen ober bem SJoigtlanbe, wol^in bie ^amilie wo||l aus 3lümberg gefommen war, ©ertrub, bie ©ottin §einri(^ 340:^ »erd, bes erften ©inwanberers aus biefem ©efd^led^te in ©olberg, öemöMS aiomei;, jwar woj^l aus 3»ü||ll^aufeii, ba fie (im Soi&t: 1273)

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t)or bem ©olbergcr Statine auf ben il^r get)örenben jwölften Sl^etl einer Surie in jener ©tabt SBerjiiä^t teiftete ^^). ^nä) bie gauiilie SWolenl^ufen wirb bortl^er ftammen.

SDie größere 341 ber a\x% SWedlenburg eingeroanberten ®t^(i)U(S)' ter ftotnmte urfprünglid^ auö SBeftpl^alen, aber anä) unmittelbar finb Äinber ber rotl^en ©rbe a\x^ il^rer §eimat mä) Solberg gejogen. S)ie be ©pten (ober @ben) l^aben il^ren Planten oon ber £)rtf(ä^aft @t)ten in ber ^arod^ie ©Ifepe, ein ßfbert von @ben ftfct 132622) im ©tabtratl^e oon ©efefe; bie gamilie ©labbele ifi entroeber unmittelbar auö bem gleichnamigen Drte, ober auö 2)ortmunb, mo fte fi(^ um 134323) im Sftatl^e finbet, na(^ ©olberg gefommen, 2)er f($on 1276 in ©olberg ge:5 nannte §ermann oon ®rgeft metft auf bie toeftpl^älifd^e Drtfd^aft (Srgfle bet^ferlol^n, unb Spmboriä^ auf bie glei(]^namige ©tabt l^in, unb auf ing auögel^enbe SRamen wie 33ot)bing unb ©tefeling finb ed^t n)eflp]^älv= fd^en Urfprungö. SBal^rfd^einlii^ meftpl^älifc^^er §erfunft ift au^ ber mit Sol^ann ©teteling oerfd^wägerte S)itmer von Sanbeöbanb 2*) , ber feit 1297 Kämmerer war. S)er SRame ber oomel^men gamilie l^at in ber „Sanbeäbanbftraße" Sal^rl^unberte lang in ßolberg fortgelebt. 3)ie alte §eimat unb bie bort jurüdgelaffene SSermanbtfd^aft übte anä) in ber gerne noä) längere 3eit il^re Slnjiel^ungöftaft. 9Bie jener ^etruö Sänge auf bem ©terbebette ber Älöfter feiner SBaterftabt gebadete, fo fefet ein Sad^^n (1359)25) in feinem STeftamente feinen aiutterfd^meftern in ©ortmunb Segate au§, unb ein §antebule l^at ebenbort um 1350 nal^e aSerroanbte. 3toä) Sai^rl^unberte lang fanb ein lebl^after SBerfel^r na^ SBeftpl^alen fiatt, unb es laffen fid^ anä) aM fpäterer Seit no(^ man(^e gamilien aufjäl^len, bie oon bort l^erübergeroanbert finb.

3lud^ bie alten SBafferbal^nen, auf benen fd^on t)or Sal^rl^unberten bie ©d^iffe beö roenbifi^en ©olbergö l^in unb l^er ful^ren, l^aben von ben gegenüberliegenben Snfeln unb Äüften oereinjelte Suwanbrer l^erbeige^ fül^rt. Salb finbet fid^ ber Familienname SBoml^olm in ©olberg, unb normegifd^eö ©ewid^t galt auf ber SEBaffermü^le in ©olberg, bis 1311 aud^ bort ba§ Sübifd^e ajia^ eingeführt mürbe.

Sluö §olftein ifl baä ©efd^led^t ber SBolte eingemanbert, §erber 33olto 2«) auö Sfeel^o (de Isco) gel^örte ju ben SBürgermeiftem ber ©tabt, meldte juerft als SBertreter berfelben auf einem ©tdbtetage ju Sübedf ge^ nannt werben; ber in ber Ställe oon Solberg in ©toifom 1296 anfäf* fige aSolrabuö §olfatuö, ber fid^ in biefem Saläre mit ber ©tabt über bie ©renjen beö beiberfeitigeit ©ebiets oergleid^t, mag mol^l bem fd^on

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etwas frtil^er in SUfedlenburg angeftebclten ®cf(]^led^te ber §oIften ata gel^ören, um bie SJJitte beä folgenben Sai^rl^unbettö finb fie an^ in ber ©tabt als ©üljöenoffen. aSon il^m ober feinem gleichnamigen ©ol^n l^ot baö an bie ©tabt t)erfaufte t)erfd^n)unbene (jur ©tabtmarf ge* f($lagene) aSottrabsl^agen feinen SKamen erl^alten«

6in ftarfeö Kontingent l^aben für bie junge ©tabt mhliä) bie in Sommern angefiebelten äJafaHem unb 3lbefegef(ä^le(^ter beutf(^en unb TOen:^ bif^en Urfprungö aM ber M^e unb gerne gefteHt. ©in ^etrus ^a^ ralt, (ber oon 1257 biö 1261 alö SRatl^mann genannt n)irb), war au(3^ Sefifeer oon Äoifoio geraefen, el^e baö SDorf (1277) an ßolberg fam. SDer SRat^mann growinuö ftammt auö bem SBaf attengef(3^Ie(ä^te Barnims I., roeld^eö bei ^ßrenjtau jwei S)örfer befa^ fvillae Frowini). Sol^ann unJt SRifolauö oon ©d^utforo gel^örten ju einer gamilie, bie im Sefifee t)on ©d^öfeom war; in glei(ä^er SEBeife beuten bie Familiennamen t). Ärajinfe (Ära^ig) unb Sienfefoto, menigftenö bie nä(^ftt)orl^erge]^enbe ©tation ber gamilien an. Sie ^atricierfamilie ®at)ib ift tool^l ju bem gleichnamigen aSafaHengefd^led^te 33ifd^of §ermannö ju re(^nen*), baö au(^ in ©olberger Urlunben genannt ift, ebenbal^in gel^ört §inje Sirene unb Siifolauö 93an)aru§ ober 33auruö (33eier), beren 5ßamen \\i^ in bem oon il^nen gegrünbeten Seieröborf bei ?Pt)rife erl^alten l^at. >Db bie 1297 genannten Sol^anneö unb %xooxi o. ©ripl^enberg (dilecH nodri propria hereditate gandentes), ber lefetere mit ed^t flaoifd^em a?or=^ namen, ju bem balb axxi) in ber 3?ä]^e oon ©olberg anfäffigen 3Wtter:= gef(^led^te ber o. ©reiffenberg gepren, ober au§i ber 1262 gegrünbeten ©tabt ©reifenberg an ber SRega eingetoanbert finb, unb ob ber Jtatl^:: mann g^riebri(^ Ltisms (©(^eel) in oerwanbtfi^aftlidEier Sejiel^img ju bem SRitter unb SSafaHen Sifd^of §ermannö 3Bot)no Lnscus fielet, ober unmittelbar auö ben loeftliC^en §anfeftäbten gelommen ift, läfet ficä^ ni($t entfd^eiben. Slnnuö o. ©tolp, Bürger in ßolberg fd^on 1302, wo ber SWatl^ eineö SReC^töftreiteö l^alber, in meldten er mit il^m geratl^en war, eine ©efanbtfd^aft nad^ Sübedt fd^idfte, um jugleid^ SRad^träge ju bem Sübifd^en Sfled^töcobej ju ^olen, gehörte wo^l ju einem wenbifd^en Slbelö- gef(^led^te im öftli(^en Sommern.

3u ben berül^mteren unter ben älteren gamilien biefer klaffe gel^ören bie ©lafenapp, ©amife unb aSelow. SSon ben erfteren wirb Sertl^olb ©lafenapp juerft alö ©olberger Sürger genannt. 3m Sai^r

*) 1254 tDirb ein Beuge ^aoib 5ufammen mit ^dldb o. Sreptoto genannt

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1291 befennt er, bem ^tnje t). aWönfter 200 3flatt ftä^iilbig ju fein, feit 1296 erf(]^eint er itn SRatl^e, balb ate SJürgermeifter*). SDie 5Damife, ein beutfi^eö rittermäfeigeö ©efd^Ied^ t)on no(^ nid^t erroiefener §erhinji, l&aben il^ren Flamen tool^l t)on bem S)orfe S)amife im gürftentl^umer Greife angenommen, fie ex\ä)mm 1308 mit bem SWatl^mann §ermann 2)amife in ©olberg. ift auffaffenb, ba§ in berfelben Seit jmei 'Sx'd^ ger beffelben SRamens, aSolrab unb ^l^ilipp t). SDamüfe, afe Surgmannen t)on 35Bettin aufgeführt werben (1307)27). g?on ben »elowö ift @e= rarb ber erfte, ber fi(ä^ in ©olberg niebergetaffen l^at. 3ni Safir 1322 wirb er als SBürger unb balb barauf alö 3latfimann genannt.

9Son allen ftlteren ®ef(ä^Ie<ä^tem ber ©tabt l^at feinö einen foli^en 9?amen gewonnen, als baö ber ©d^lieffen. S)od) mit Unred^t beanfprud^t es ron aHen ba§ l^ö(j^fte 9ltter. 2)ie unbefangene Prüfung gefd^iiä^tlid^er Seugniffe jwingt uns, il^m unter ben älteren ®ef(3^lec^tem grabe ben jängften ^lafe anjuroeifen. SDie fpätere ©tettung beffelben, bie S^l^aten eines gemaltigen aWanned, ber ben Äampf mit ©apitel, Sifd^of, §et^og unb 3lbel auf fid^ nal^m unb babei ben Sann ber Äird^e auf leidsten äd^feln trug, l^at aud^ einen glänjenben ©d^immer auf bie 93ot^eit beö ®efd^led^te§ geworfen, unb bie Sll^nl^erm beffelben finb oon ber ©age ju ©aljjunfem unb SSürgermeiftem gemad^t in einer 3eit, mo nod^ feine ©aljgilbe unb feine Sürgermeifier gab. Äeine ©pur meifi barauf ^n, baj3 fie in menbifd^er 3eit ©olberger 33urgmannen gemefen finb, unb faft fiebjig Saläre l^inbur(^ fud^en mir in ben Urfunben unb in bem ©tabtbud^e ber beutfd^en ©tabt t)ergebens ben 9?amen ber gamilie. 9lad^ gefd^id^tlid^en 3eugniffen ift ^etruö ©tepoo« ber erfie aus il^r in ßolberg, er wirb in einer Urfunbe t)on 1 321, meldte ber ©tabt in ben Sanbfd^aften ©laoe unb Hiügenmalbe Sottfreil^cit gemalert, als Siatl^^ mann genannt; in gleid^er SBeife, oi^ne aSomamen gefc^iel^t jmeimal (1333 unb 1335) feiner Sffiittme unb feiner ©öl^ne ermäl^nung ^^). 3mei axx^ berfelben Familie, ^etruö unb 5Hfolaus, finb Sürger in S3elgarb unb von bort aus 1326- jufammen mit einem Sute Älofe m^ einer balb aud^ in ©olberg genannten gamilie in ß^lberg als 3eugen üxmt^ fenb. §enning ©d^lieffen ift im 35efi| x)on 9Jiöln unb t)erfauft bieö SDorf 1333 an ben Solberger Sürger ^ermann SDamife**). SSkxl^rfd^eim tid^ ift er eins mit bem von 1365 an l^äufiger im ©tabtbud^e genannt

♦) (Kln ^nhho ©lafenopp crfd^cint 1310 al0 SSefifter tjon ®arrin. @tbtb. **) IBenlgfienS no^ €. o. mmmmt unb ^d^c^en H. R V. e. 435.

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ten Henning ©(]^ltcffcii, ber rool^I ein ©ol^n jene« ^cter ift. S)ic iir* !unbUd^ gcfid^erte gorm beö SRamenö, bie bibtifd^cn Sßontameu laffen unö in il^ncn ein wenbifd^eö Slbetegefd^Ied^t erfennen, weld^eö n)oI)l auö ber ©egenb t)on Selgarb in ©olberg eingeroanbert ift. 2)er äl^nlid^ Ilingenbe 5Rame l^at bie älteren ©enealogen t)eranla6t, baffelbe mit einem äl^nlid^ kntenben beutfd^en ®e^d()k^te jufammenjuTOerfen. 35ie weitere ©efd^icä^te ber erft im 15. Sal^rl^unbert ju Iiöl^erem ©influfe in ber ©tabt gelangten g^amilie folgt 6ap. 8.

Äein SKnl^alt pnbet fid^ für bie Verleitung ber SRatl^öfamilien §alefon), ambrofliiö, ©emelin, 99unbe, SBebele, ©Werfen fpulc/ier, fauber, f(3^ön); bie SDobetften mit beutfd^en aSomamen fönnten mit ber nieberrl^einlänbifd^cn 9lbclöfamilie Sobbelftein juf ammenl^ängen 2») ; bie Särroalbe werben luol^l nid^t auö bem pommerfd^en, meld^eö erft meit fpäter alä ©tabt genannt mirb, fonbem auö beut neumärfifd^en, f(^on 1295 t)orfommenben Särroalbe ftammen.

©ö ift eine bunte 9Kufterfarte von ©täbten unb Sänbem, au§ benen bie erften a3en)ol;ner ber ©tabt fid^ jufammengefunben l^aben, bat)or Derfd^minbet ber alte ©tamm ber ©reiföroalber ©inmanbrer, unb erinnert bie 3ufammenn)ürfelung el^er an ein ©. granjiöfo, alö etwa an eine gried^ifd^e Kolonie, bie meift an^ Sürgem berfelben ©tabt be* ftel^enb, in ©prad^e, SRed^t unb 3teligion ben S^puö ber 3)?utterftabt aud^ in ber g^rembe fortpflanjte. Snbeg abgefel^en von bem geringen Srud^tl^eil eineö freinbrebenben ©tammeö geprten bod^ bie ©inwanbe^ rer einem 3Solfe unb jroar jumeijl bem nieberfäd^fifdEien ©tamme an. §atten fie aud^ !ein l^eiligeö g^euer von einem ©taatstierbe mitgebrai^t, fo TOurben fie bo^ burd^ gemeinf amen ©lauben unb gemeinfameö SJolfö^ tl^um, gleidfie ©itte unb 3ted^t jufammengel^alten unb mud^fen barauö balb ju einer nenm SebenSgemeinfd^aft jufammen. 3lnt ba^ bie 3St\^ f^ung beö Jaufmdnnifd^en unb ritterlid^en ©eifteö ju fe^r ju ©unften be§ le^teren ausgefallen war, unb bafe bie uerl^ältnifemägig Meine ©tabt ju t)iel ber braufenben ©toffe in fid^ aufgenommen l)atte, bie faum batin einen ©pielraum l^atten unb im näd^ften 3cil)rl^unberte fid^ au(^ in inneren kämpfen unb für t)ie ©tabt oft unl^eilooHer ©eraalttl^at entluben.

irittw Ö^aßM

I)te ^taU mit i^rett X^orett^ Strafen^ ^li^eit^ (SeBiuben ttnb il^ter

nSl^ereu tttngekng«

©d^on im Sal^r 1289 fid^ertc ein (SxhroaH bie SSorftabt t)on ©t ©eorg, unb ein eben fold^er, t)ielleid^t nod^ bur(^ ein ^Uanlennjer! vex^ ftdrft, bilbete in ältefter 3eit wol^I an(^ bie einzige Scfeftigung ber ©tabt. SBann an bie ©teffe bejfelben bie ©teinmauer getreten ift, bar* über geben bie bürftigen 3lnöjüge aM beni ätteften ©tabtbu(ä^e feine Sluöfunft 3laä) SBad^ö, bem baffelbe no(^ üottfiänbig 'vorlag, wäre ber S5au an ber SEBeftfeite nad^ ber ^erfante ju angefangen unb erft im 15. Sal^rl^unbert burd^ bie SCuöfüIlung ber ©trede jwifd^en ©teim tl^or unb SKül^lentl^or t)oIIenbet worben. SDaö lefetere ipt fidler unrid^? tig. SEBad^ö Derwed^felt offenbar ©rbauung unb äCuöbefferung. ©d^on im Sal^r 1380 fül^ren, wie baö ©tabtbud^ jeigt, Sugänge von ber ^an^ ftrafee ju jenem, angeblid^ erft im 15. Sal^rl^unbert erbauten Sl^eile ber ©tabtmauer, unb Älebbuben an il^r an biefer ©teile werben um biefelbc Seit genannt. 3ft ber 3luöbrud ,,innerl^alb ber aWauem von ©olberg", ber fid^ fd^on um 1300 in ben UrJunben flnbet, roörtUd^ ju Derftel^n, fo war bie ©tabt f(^on in biefer 3eit, wenigftenö jum größeren Steile, mit einer ©teinmauer umgeben, ©id^er fd^on um 1450 mar biefe mit größeren unb fleineren aSi!? (ßriegöO tl^ürmen üerfel^n. 3)er einjig er^s l^altene berfelben, ber Äunftpfeifertl^urm, biente fd^on im 17. Sai^tJ^un^ bert jur SBol^nung beä Äunftpfeiferö.

9lur einmal l^at bie ©tabt unb jwar fd^on im 3lnfange beä U. Sal^rl^unbertö eine, überbie^ nid^t erl^eblid^e Sßergrögerung er= fal^ren, inbem ber anfänglid^ unbebaute 3taum jmifc^en bem 3Jläl^len:: graben unb ber ^erfante mit §äufern befefet mürbe. S)er nm entftan^

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benc ©tabttl^eil ctl^iclt, im ©egenfafe ju ber von beu S)eutf(^en ange^ legten, älteren ©tabt, nid^t etwa ber roenbifi^en Slltftabt, ben Flamen Sleuftobt (noca cicitas). 3tn übrigen ift ber Umfang ber ©tabt biö auf unfere Sage unt)eränbert geblieben. 3lud^ in ber Stid^tung ber ©trafen unb in ber 3lnlage ber Si^ore gleid^t baö neue ßolberg im wefentlid^en bem alten. Offenbar ift bie ©tabt glei(^ t)ermutl^li(^ nad^ ©reiföwalber SKufter nad^ einem ein^ieitlid^en ^lane mit breiten, graben, fid^ re(^tn>inflig burc^fd^neibenben ©trafen angelegt, unb bie ältefe, fd^on t)orgefunbene Slnfiebelung |)at fid^ biefem ^^Jtane einfügen muffen. finben fid^ beö^alb aud^ feine erl^eblid^en ©d^raierigfeiten bei ber Ermittelung ber Dertlid^feiten ber alten ©tabt. SRur in ben älteften Sl^omamen l^errfd^t einige aSermirrung.

3m Sa^r 1289 überliefe ber 3tat^ bie bis ba^in in ber ©tabt, unb jroar l^inter bem t;eiligen ©eiftl^aufe mo fid^ jefet bie größere aWül^le beflnbet gelegene fleine aJiül^le, bie er fäuflid^ an \iö) ge^ bra^t l^atte, gegen eine beftimmte Slbgabe ben beiben SBürgem Sol^am neö be SQßefera unb §enrifuö be Slenfefowe, um fie t)or htm X^ore Jrotering (valva Frolering) „jur ©id^erung unb Sefeftigung ber ©tabt" lieber aufjubauen. 2)en beiben Sefifeern mürbe t)erftattet, bie fleinen SSßafferläufe auf ber ßolberger gelbmarf biö jum unteren Si^eile beö !Dorfeö SRofenbal jur äJerftärfung beä SBad^ö, ber t)on ©t. ®eorg l^er fam unb bie 3Kül^le trieb, jufammeniuleiten. ©taumale m bem 3)amme bei ©t. ®eorg unb nä^er an ber ©tabt bejeid^neten bie erlaubte §ö^e ber Slufftauung unb fid^erten JJelber unb SBiefen ber 93ürger gegen Ueberfd^memmungen. 2)afür Iiatten jene bie SBerpflid^tung, bie S)ämme unb bie 33rüd£en über bie SBafferläufe, mit 2ludnal^me ber 2)ämme unb S3rüdEen t)or bem „l^ol;en S^ore" (alla mkm), meldte ber 3iatl^ felbft erforberlid^en gallo auöbeffern laffen moUte, in gutem ©tanbe ju er^ galten. SDer 33ad^ l^eifet 100 Sa^re fpäter SDiald^om (t)on maly Kein) unb ift nid^t ju t)em)ed)feln mit bem weiter öftlid^ in ber SRäl^e beö ©tabtmalbeö fliefeenben gleid^namigen SBafferlauf. S)urd^ bie 3ufam^ leitung ber Meinen Säd^e mürbe ein 3Kül^lenteid^ {molcndilc, pisciiia^ slagfium) gebilbet, ber nod; lange nad^ ber 2Bieben)erlegung ber f leinen aWü^le in bie ©tabt (f. f|)äter) beftanben l^at unb nod^ im 15. Sal^rl^unbert im ©tabtbud^e jur Sieftimmung ber Sage von Käufern unb ©runbftüdEen benufet mirb. 3la^ bem aSerfd^minben beffelben blieb ein unbebeutenber SBafferlauf übrig, nod^ im vorigen Sa^rl^unbert „®ate" genannt, ber^^ felbe ^ad), ber nod^ jeftt bie beiben ^^Jfannfd^mieben IrenuL

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S)aß ohm genannte SS^or grotertng läfet fid^ mit jiemli(^er ©i^ d^er^eit beftimmen. 3)ie fleine 3Jiül^Ie wirb nämlid^ einige ^af)xe fp(i:= ter alö t)or bem Sl^ore §enrici be 3ieutfd^er (?) unb um 1300 vor bem ©aljtl^ore (porta salis) Uegenb bejeid^net. Offenbar bejeid^nen biefe 9tomcn ein unb baffelbe Si^or. S)aö ©aljtl^or ifi baä jefeige aKünber= tl^or, unb bie beiben anbeni Jiamen rül^ren n)oI)l t)on Familien l^er, bie in ber 5Wäl^e beffelben i^re 33el^aufungen l^atten. 2lel^nlid^e§ finbet fid^ in anbern ©täbten, wie in ©reiföwalb unb Stralfunb, aud^ t)on ©oI- berg wirb gleid^ nod^ eines äl^nlid^en gaUö ®rn)äl^nung gefd^el^n..

©d^roerer ju beftimmen ift baö „\)oi)t S^or." S)ie ©id^erung ber ©täbte in geraalttl^ätiger 3eit ma(^te mögtid^ft wenig SDurd^bred^ungen ber Sefeftigungen wünfd^enöwert^. 2BiIl man nid^t annel^men, ba^ ©olberg in ältefter 3eit ein S^or me^r gel^abt l^at, alö 100 Saläre fpäter, fo fann jeneö nur ein älterer 9iame für einö ber beiben anbe= ren großen Si^ore fein; ob bieö ba§ ©teintl^or ober baö 3Kül^lentl^or ifi, bafflr ift fein 2ln^alt.

SDaö ©aljtl^or (im 17. Sal^rl^unbert aud^ Safetl^or), fo genannt, weil ben §auptx)erfel^r nad^ bem ©aljberge oermittelte, l^eifet tt^ was fpäter aud^ Pansmedendor {vatva fabromm satargmum) unb 1445 baö j^nige dor% ^enn bie älteren ©l^roniften auö biefer lefe^ ten Sejeii^nung unb auö ber fpäter ju erwäl^nenben Snfd^rift beffelben gefd^loffen l^aben, bafe biefeö Sl^or bamalö überl^aupt erft gebaut, unb aller SBerfe^r nad^ bem §afen unb ©aljberge buxä) baö fogenannte aJlü^lentl^or gegangen fei 0/ fo i^aben fie überfeinen, bag im ©tabtbud^e fd^on lange oorl^er aWönd^em unb ^pfanufd^miebentl^or ald oerfd^iebene ST^ore nebeneinanber genannt werben, unb bajs jener 33au nur oon ©r^ rid^tung eineö nmm S^orgebäubeö an ©teile beö älteren t)erflanben werben !ann.

S)er SRame beö eben genannten, jwifd^en ^erfante unb ©aljtl^or gelegenen aKönd^entl^orö (mönkedory valva monaclionm) ift fd^on im vorigen (Sapitel oM bem anftofeenben §ofe ber SWönd^e ,,t)on SBaji" erflärt. ©ö l^eifet aud^ Äütertl^or {jcaka mactatorum^ maäalurae) t)on bem öffentlid^en ©^lad^tl^aufe, weld^eö unmittelbar t)or bemfelben nad^ ber ^erfante ju ftanb. SDaö g^leifd^ergewerl t^eilte fid^ in bie Äno^ d^enl^auer unb bie eigentlid^en ©d^läd^ter, wetd^e Äüter feigen. 3um ©d^lad^ten waren nur bie lefeteren bered^tigt. Unter ^riebri(i SBil^elmö I. ^Regierung würbe t)on ben ftrengenSReoiforen beö ftäbtifd^en SBefenö mijs^ fällig bemerft, bafe baö nüfelid^e ©d&lad^tliauö^ weld^eö einft in ©olberg

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gemefcn, eingegangen fei, unb bem Statine aufgegefeen, ein neues ju er- tid^ten. S)er Siame .JdUerdoreken^', ben aud^ fü^rt, jeigt, ba^ nie ju ben größten Si^Dren gei^ärt l^at ©d^on um 1660 war es gef(§loffen unb würbe iura SRunitionäl^aufe t)em)anbt 3u SBad^fen^ö 3eit biente ate SBol;nung beä geftungöjimntermannö.

25aä ©teintl^or ^rö'&Ä lapidea^ saxea steendor) wirb feit 1350 genannt. war gegen @nbe beö Sai^rl^unbertö, ebenfo wie baö 9Kül^5 lentl^or unb baö ©aIjt(;or, mit einem 2lu§entl^ore t)erfel^en. 3)ieö äu- ßere ©teinti^or, ,,jwifd^en jwei Si^ürmen ftattli(^ gewölbt", würbe im Sal^r 1653 abgebrod^en unb bie ©teine jum Sau ber SBaradfen in ber ^^roöiantftrajse »erwanbt. 2luf einer an ber Säufeenfeite beffelben befefiigten ©teintafel ftanben jur ©rinnerung an bie enbli(^e Beilegung eines großen ©treites jwifd^en Sürgerfd^aft unb 3iatl^ im 3lnfange beö 17, Sai^rl^unberts bie SSorte:

pax in c/ioro pax exterfia

pax in foro pax interna

pax in ioro pax aeterna

Sie SBebürfniffe eines planmäßigen geftungsbaus l^aben bie SBer? legung bes inneren ©teintl^ors notl^wenbig gemad^t. S)as alte, am ®nbe ber S3auftraße gelegene Sl^orgebäube ift ju einem ©peid^er unu gefd^affen, an beffen 2lu§enfeite man nod^ jefet ben Umrife ber alten SDurd^fal^rt erfennt.

3wifd^en ©tein^ unb 3Kü]^lentl^or befanb fid^ nod^ bas fteinere aWii^aelisti^or fporia SL Micliaelis^ lilUke doreken), es war burd^ eine fi^male ©äffe t)ou ber Saugaffe l^er jugänglid^ unb führte nad^ ber augerl^alb ber SKauer, jwifd^en ©tein? unb 3Kül^lentl^or gelegenen aKii^aelisfapelle.

S)as 9Rü||lent^or (?nolendor, porta motsndimrum) wirb juerft um 1380 genannt

3lud^ bie nad^ ber ^erfante fü^renben brei SBafferti^örd^en werben fd^on um biefelbe 3eit genannt: baS gifd^ert^or (öalca pisealortim) am enbe ber ©(^liefenftrafee, bas Srobfd^amentl^or am Ausgange ber Srobfd^arnen:: (jefet SiubenO ftraße, dou ber angefel^men ©ülj^erm^ familie ßpres aber Sjprs aud^ ©äprst^or unb fpöter t)on ber SSol^nung bes ßai^sfängers iJac^sfängertl^or genannt, unb am 6nbe ber ÄlauS:; ftrajse bas Älausti^or {porta SL Nicolai^ beffen Si^ürmd^en (naä) 3lango) 1437 erbaut würbe. Slußerbem war bie aWauer nod^ an »erfd^iebenen ©teilen burd^ fleinere, ju beji ©tabtgräben fü^renbe ,^©tegpforten"

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\)uxä)hxoö)m. S)ie ©tabt war fo angelegt, ba& man bte brei §aupfc tl^ore t)on ber @(Je ber Sau^ .unb ©attter::®affe feigen fonnte.

SBie in einer auf amerifanifd^em SBalbgrunbe entftel^enben ©tabt, war urfprünglicj^ in ©olberg nur ber ©trafeeulauf bejei^net unb bie ©rö^e ber ^aufteilen angebeutet. S)aju gefiörten t)on 3lnfang an SBurten unb SBief en. (®in „§au§ mit einer SBurt" ftnbet fid^ öfter int ©tabt= bud^e, mä) eineö Sfflurtgelbeö (einmal t)on 12 ß) gefd^iel^t @m)äl;nung. @rft admä^lid; füllte fi^ ber 3iaum mit ben 2Bol^tmngen ber l^erbeijie^^ ^enben Slnfiebler. 3)ie reid^en g^amilien lauften wol^l mel^rere Sau- päfee, um barauf tl^eilö meift auö Sel^m unb §olj gebaute 93ubcn, bie fie bann an ^anbroerfer unb fleinere Seute üermietl^eten, tl^eilö für fi(^ grofee ©teinl^äufer ju errid^ten, bie mit ben ©iebeln an bie ©trafen ftie^en, ober burd^ bat)or liegenbe, von Suben ober ©d^eunen gef(^lof= fene 2Birtl)fd^aftöl)öfe oon i^r getrennt waren, ©o lag bie ©urie ber Sraunfd^weigö in länbli(^er 3lbgefd^iebenl^eit, burd^ jwei baju gel^örenbe 33uben oon ber ©tra^e gefonbert, pifd^en il^nen war bie ©infal^rt auf ben Söirt^fd^aftö^of unb ju bem SBol^nl^aufe , ben ©tallungen unb ©peid^ern.

Um 1500 war ©olberg eine „oon eitel fteinernen Käufern er- baute" ©tabt, aber bie in älterer 3eit l^äufiger wieberfel^renbe, auö- brüdlid^e ©rwäl^nung ber „©teinl^äufer" beweift, ba^ ber ©teiitbau frül;er nid^t ber oorl^errfd^enbe war, unb bafe ber aWe^rjal^l ber Sürger nod^ ein §au§ auö ßel^m unb g^ad^werf genügte. 3)ie §äufer waren gewö^nlid^ burd^ f^male ©äuge von einanber getrennt, l^atten meift bewolinbare Äeller, bie größeren mel^rere 33obenräume über einanber, unb ftanben in älterer 3eit meifi unter ©trol^= unb Stol^r- bäd^ern. S)iefe l^atten nod^ jur 3eit ber ^Reformation nid^t ganj ben ©teinbäd^em ^lafe gemad^t, benn unter ben g^orberuttgen, weld^e bie 3ünfte in bem älufftanbe oon 1524 an beit 3iat^ fteHten, war aud^ bie, ba§ ju feinem ©ebäube aufeerl^alb ber ©tabt aus ber ftäbtifd^en 3ie5 gelei 3iegel oerabreid^t werben foHten, bis alle §äufer in ber ©tabt bamit gebedft wären. Sleinlid^feit ifi fein Sßorjug ber mittelalterli($en ©täbte, unb bie SSerorbnungen beö diaü)^ von ©olberg, fott fein Slaö auf bie Äir(^l^öfe unb auf ben äJlarft geworfen werben, bie ©d^miebe foHen mm unb Unrat^ gleid^ l;inter ©t. Safob fd^affen, ber 3Kift fott binnen jwei Sagen von ber ©trajge fortgebrad^t werben, SRamen wie ber Salbaunen^ (ßlumenO 33erg beweifen, ba§ l^ier biefelbe ©leid^güU tigfeit gegen ein faubered %n\t^n ber ©trafen l^errfc^te, wie anberäwo.

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3)0(3^ l^atte baö Jfteinl^atten bcr ©trafen aud^ feine natürl^e ©(^wie^ rigfeit: fie toaren uttgepftaftert, nur bie ©offen waren mit Steinen eim gefaxt, unb bei Slegenwetter, wenn m^ baju bie langen l^öljenten, über bie ©trafen l^inragenben Sad^traufen i^r SEBaffer ausgoffen, ba mag es mä) ben e^irfamen ©onfutn in il^ren bidfen §oljf(ä^ul^en fd^roer geworben fein, auf baö SRati^l^auö ju gelangen, ©ö wirb bal^er bie ©tabt bei biefer Unfauberfeit, bei ber unregelmäßigen Sefd^affenl^eit ber §äuferfronte, wo ©teinl^äufer, mit S^orwegen t)erfel^ene ©(^eunen^ S3uben, ©artenjäune unb ©d^weineftälle (bie fid^ 1616 fogar nod^ am 3Warfte fanben) in bunter SRei^ie abwed^felten, in älterer Seit einen fel^r unwirf(^en unb borfartigen Slnblidf bargeboten l^aben.

g^rül^er alö für bie ©trafen in ber ©tabt l^at man ©orge ge^ tragen für bie SBerfel^röwege außerl^alb berfelben, fd^on vov 1300 fül^^ ren fefte 3)ämme burd^ baö 9Koor, unb baö in feinem ßolberger Sefta^ mente fel^lenbe Segat „für SBege unb ©tege" außerl^alb ber ©tabt war wol^l veranlaßt bur($ einen Sefd^luß beö Statins, ber baö Seftament ol^ne baffelbe für ungültig erllärte.

3Wangel an Srinfwaffer in ber ©tabt l^at frül^ eine 2Bafferleitung notl^wenbig gemad^t 2)od^ würben bie 3lö|ren berfelben nxä)t auö ber ^erfante, fonbern au§ bem SJlaftfer^Seid^e t)or bem ©teintl^ore gefpeift, unb erft bei ©rrid^tung ber neuen SBafferfunft im Salute 1666 jog man bem ungefunben, mit fauligen ©toffen t)erfefeten ©umpftran! baö fri^ fd^e SBBaffer beö %l\ifit§t vov. ©o wirb erflärlid^, weöl^alb bie Sünfte bem 3latl^e im Sollte 1524 au§ ber SSemad^läffigung jenes Seid^ö einen f(^weren aSorwurf machen unb brol^en fonnten, fie würben il^n auf eigne §anb aufräumen laffen. Xu S3abeftube bagegen bejog fd^on im Saläre 1300 i^r SBaffer auö ber ^erfante burd^ SRö^ren, bie t)om ;,®runbwerl" ber 3M)U ausgingen. Sin t)erfd^iebenen ©teilen ber ©tabt, wie in ber ©d^liefen?, SBau^: unb Srobfd^arren^ttafee werben 3iel^5 brunnen (Sod puteus) erwäl^nt. 5ßon ber fonftigen Sefd^affenl^eit ber SSajferleitung wiffen wir nur, bajs bie SRöl^ren ni(^t tief genug gelegt waren unb bei ftrenger Äälte leidet jufroren, fo bafe bann SBafferman^ gel in ber ©tabt eintrat.

SRur bie von $Rorboft gegen ©übweft gel^enben, auf bie ^erfante ftofeenben ©trafen gelten als ^auptftrafeen, bie anbern als Ouerftra^ §en (plaleae transversales). S8on \tmn ift bie erftgenannte bie ßan^ besbanbfirafee. älnfänglid^ SSergftrafee genannt (pktea montis), erl^ielt Tic balb ienen SRamen t)on bem ©efd^led^te ber Sanbesbonb^ bas fid^

So- leier fein ©teinl^auö erbaut l^atte (ubi Ditmartis de Landesb. domiim lapideam eonstruxü). ©er 3iame würbe im ©tabtbud^e in fpöteren Sal^ri^nnberten, wo man feine Sebeutung nid^t mel^r t)erftanb, in San« beöbene?, Santmannö^: unb fianbbergösftrafee entftettt Stango leitet baft 2öort fälfd^Ud^ non einem öunbe ab, ben l^ier bie angefel^enften 3Wdns= ner beö Sanbeö jum SBol^l beffelben gefd^loffen l^dtten. S)ie ©trafee gel^örte in älterer Seit ju ben von ben öomel^mflen gamilien am meu^ ften gefud^ten.. 2)ort lagen gegen 1400 bie ©urien unb ©teinl^ufer ber .Äleift, §om, ßewejow, SSofe, SWolen^ufen, SBpfe, ©tubbe, ^ajen* t)ot, aBodeniJot, äßuffefen, be Slega u. a. unb noä) im 15* Soi^tl^ bert anä) ber S)amife, ©d^lieffen, Äalfow unb ^ol^enl^aufen. §ier lag baö ältere ©egler^uö. Slud^ bie aJiönd^e von SDargun unb S3ufow l^atten fi(| in bie öomel^me ©efettfd^aft eingebrängt. 2)er Älofterl^f ber erfteren lag, wie f(|on erwäi^nt, an ber ©de ber £anbeöbanb^ unb SUlönd^enftrafee, baä ©el^öfte „Sufow" neben bem ©ebäube, weld^eö bie (gewaltigen ber ©tabt grabe in biefe ©trafee loiite, neben bem älteften 3tat^^aufe. 3lfe ber grofee Äurfürft fid^ anfd^irfte, baä il^m von ben ©d^weben fo lange ftreitig gema(^te §intetpommem in Sefife ju nel^^ men, unb ben SRatl^ von ßolberg um bie Einräumung eines porläufigen ©elaffeö für bie Äat^lei erfud^te, würbe i^m baju ein §auÄ t)or8efd^la;5 gen, baö bamalä §enning §ol^enl^aufen gehörte, ,,ein ftarfeä, in feften 3Jiauern gebautes §aus mit jwei fertigen ©tuben unb guter ©elege»! I^eit ium ©efängnife, baö einft in alter 3eit ber ©tabt 9tatl^l^auö ge* wefen." S)er ^rfürft faufte es, überliejs es jebod^, ba für bi« ^Regierung nx^t geräumig genug war, 1663 ber neuen reformirten ©e^ meinbe, um jur Äird^e umjubauen. 2)ie reformirte Äird^e fielet alfo auf ber ©tette beö älteften Siatl^l^aufeö. ©in „gangelti^urm/' (imris captivorum) in ber Sanbeöbanbftrafee wirb wol^l in ber 3lä^e beö SWatl^l^aufeö geftanben l^aben. Slud^ nad^bem biefeö auf ben SKatft oerlegt war, übtt immer nod& baö ariftofratifi^e äJiertel feine SKr^iep i^ungsfraft auf bie votni^men gamilien auö. SRad^ bem großen Srat^e von 1630, ber über bie §älfte ber ©tra&e in Slfd^e legte, erhielt fie ein üöHig »eränberteö Slnfel^n: ba§ ©egler^iauö erftanb wieber an feiner alten ©teile, ober t)iele ^rioat^äufer würben nid^t wieber auf? gebaut, an bie ©tette berfelben traten bie S3araden unb ?ßroüiantl^äufer, bie ber ©tra^e il^ren jicftigen Slamen gaben.

SDer SRame Älauäftrafee (pL Sf. Nicolai) ifi nur aus ber 3Sin^ nafime ju er£lären^ bag l^ier urfprünglid^ eine S^ifokifird^e gelegen l^ot«

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Sift jur ©rünbung be« beutfd^en Softcrgö xoo^ntm ble 3)oml^erm auf ber aitfiabt neben il^rer ber 3)laxxa geweiften §auptfird^e. 9lun mod^te baß religiöfe S3ebütfnij3 ber an ber untern ^erfante aamäi^liij^ entfte:: l^enben SRieberlaffung ben S3au einer befonberen Äird^e bafelbft erfor:: bem, unb es lag nal^e, biefe bem ?ßatron ber ©eefa^rer unb g^if^er, bem i^eiligen Sltfolaö, ju toeil^en. 3ltö aber bte S)oml^erm aus ber fd^neU rerfallenben SÄttftabt in bie neue ©tabt überfiebelten, mujgte bie Slifolaiftrd^e toox ber ju errid^tenben SWarienfird^e weid^en benn bie ftäbtif(^en Statine fallen ungern ju vkl SB^irfe in ber ©tabt, bie unter frember ©erid^tsbarfeit ftanben unb würbe auf ben 2^eil beö Sil- lenbergö t>erlegt, ber ben S)om]^erm geprte. §ier lag fie f(^on 1276 ^) n)o fie juerfi genannt wirb, auf einem bem ©apitel gel^örenben ©runb^ fifide, einer enflaue inmitten ftäbtif(^en a3efi|ed, bie idoI^I fd^on lange beffen ©igentl^um geroefen war. ©ein Sefi^red^t t)eranlajBte im Saläre 1 333 ^) einen ©treit ju)if (^en il^m unb bem 5Ratl^e, ber ba^^ l^in gef(^li(^tet würbe, bajs baö ßapitel ben ®runb unb ©oben mit ben ba%\i gel^örenben Söiefen, ©arten unb SBol^nungen ber armen 2e\xte ge^ gen eine jäl^rli^e Sal^Iung von 12 SUlar! an ben SRati^ abtrat, bie jur aSerbefferung ber 2)ompräbenbe, ju ber bie Slifolaifird^e gel^örte, t)er^ wanbt werben foHten, Äird^e unb Äird^l^of blieben unter bem ßapitel. 3n ber ©tabt erl^ob fi(^ nun an il^rer ©teile bie ftolje SWarienfird^e, ober bie ©trafee, an weld^e biefe ftiejg, erl^ielt in il^rem Sßamen baö ©ebäd^tnife beö ^eiligen, bem ber ^lafe urfprünglid^ geweil^t gewefen war. Silel^nlid^e SBerlegungen von Äird^en fommen aud^ an atibem jOrten vor. ®ine anbere ©rflärung für bie auffaHenbe ßrfd^einung, baj3 biefe ©trage, bie bod^ e^er 3JJarienftraJ3e l^eigen foHte, ben SRamen Älauöftrage fül^rt, wei§ iä) nid^t anjugeben.

S)ie ßlauöftrafee gel^örte ju ben ftiHeren ©traJBen ber ©tabt, in i^r log, ber Äird^e gegenüber, ber äJicarien? (fpäter ©d^ut) l^of, l^ier wol^nten oud^ fonft in il^ren „Surfen" (comnwdum) in gemeinfamem üthtn t)iele aSicare, fo baj3 biefelbe niö^i blog räumlid^, fonbem aud^ il^rem geiftlid^en ©l^arafter nad^ in jener Seit alö eine g^ortfefeung ber Somgaffe erfd^eint. 3n biefer (aud^ Papefigasse^ pL saeerdotum^ presbyterömm^ dorm" noruMj clericorum genannt) woljnten, ober foöten wol^nen bie ©om^ l^erm, abgelegener von bem ©eräufd^e ber 9Belt, unb il^r bod^ nal^e genug, nm fie ni(^t a\x§i ben 2lugen ju verlieren. %n i^r lag ber Sifd^ofjfife, wo. bie 33ifd&öfe refibirten, wenn fie ©olberg befud^ten. X)od^ ti^ol^nte Sifd^of 30tortin^ ein gebomer S^olberger, lieber in feinem«

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an ber falten SBSeibe unb betn SIKül^lgraben gelegenen üäterlid^en 6rb^ l^aufe. 2lufeer ben Kurien ber SDoml^errn ftanben l^ier einige 35iiben, beten Sefifeer, wie bie ganje ©trajse, ber geiftlid^en ®eri(ä^töbar!eit un^ teriDorfen waren.

S)ie l^eutige, erft feit bem t)origen Sa^rl^unbert fo genannte Äin^ benftrafee l^iejs frül^er Srobfd^arrenftrafee von ben ©Darren ber l^ier in ber 5Räl^e ber Äiri^e auöftcl^enben 33äder {pL rnaceUoruni paniSj pL pamün)\ aud^ §öfers.ober Ärämerftrafee (/;/. instilomm, pefiestico- rum) t)on \>tn SSuben ber §öfer, bie an bie SädEerfd^arren [id^ anfd^lies: feenb bis auf ben 3Jlarft unb t)on ber ©d^ul^ftrajse abroärtö nad^ bem Si^ore ju fid^ erftredten. 2ln ber ®de ber gd^uljftrajse längö beö ^ird^l^o? feö ftanben bie gleifd^erfd^arren am Äalbaunenberge, wo bie Änod^em flauer trofe beö 3Serboteö beä 5Ratl)ö bie gleifd^abgänge Einwerfen mod^ten. Slm untern @nbe in ber SRäl^e beö Älauötl^örd^enö war ein gifd^marft {forum pmium) , weäi^alb bie Strafe aud^ eineSeit lang (1415 30) bie neue g^ifdCiftrajse genannt wirb, bod^ gab aud^ auf bem aWarfte gifd^bänle, ebenfo in ber alten ^Jifd^erftra^e, unb au^erbem lagen bie gifd^erquafeen in langer Steifie t)or ben SJßaffertl^örd^en biö (xn bie frül^ genannte „lange SrüdEe" (ponles longi) , um bie nid;t blog ben ® eift? lid^en, fonbern aud^ bei ben t)ielen gafttagen ben Saien unentbe^rlid^e ©peife barjubieten.

SDie norböftlid^e gortfefeung ber Sinbenftrage, bie SBenbftrage (plalea Slavorum) l^at, toie f^on ermähnt, i^ren 9Zamen t)on ben älteren 33en)ol^nern beö ßanbeö, bie t)on ben S)eutfd^en bei ©eite unb in bie Jtdl^e ber l^ier angelegten ©^arfri^terei gebrängt würben. Sauge i^önnen fie fi^ l^ier nid^t bel^auptet l^aben: um 1380 mol^nen l;ier nur beutfd^e gamilien, unb fd^on um 1350 befifeen l^ier bie 3)0:: mife unb t). ®ben §äufer unb 33uben. ®ine „Subelborg" bei ©t. Mi- (^aeliö wirb t)on bem Siatlie 1480 an ^^kter §orn unb t)on biefem 1501 an ben Sürgermeifter SDiartiu SDargaj »erfauft, mit 3luänal^me einer Sube barin jum öebarf ber Sentier (btirsarä),

SDie alte gifd^erftra^e (olde viscenlr. pL piscalorum^ piscium), jefet ©d^lieffenftrafee, l^at i^ren SRamen üon ben g^ifd^ern, bie l^ier, wie baö ©tabtbud^ jeigt, früher jal^lreid^er gewol^nt l^aben, ober t)on bem gifd^marfte, ber l^ier gel^alten würbe, ©eiibem baö 3?at^l^auö auf bem aRarfte ftanb, jogen fid^ bie angefe^eneu g^amilien gerne aud^ in biefe ©trage. §ier wohnten, befonberö in bem oberen Steile in ber SRäl^e beö aJiarftö gegen 1400 bie ©emelin, ©trippow, äßebele, §olf, SSad^-

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l^olt, S^ene, Solner, S)rct)cIon), Zymloxä), bc SBrufe, »crtolb, SB#, SDat)ib, Selon), SWünfter, an(3^ bie SBraunfiä^wetgö unb SDamife l^aben l^ier Käufer, ©eit 1420 finb au(ä^ bie ©d^Ueffen mit 2 Käufern in biefer ©trage anfäfeig, um 1450 gel^ören il^nen l^ier anger ntel^reren S3uben raenigfienö 4 größere Käufer. Snt Sal^r 1483 wirb bie ©trage im ©tabtbud^e juerft naä) if)xm Partim bejeid^net (1493 pl. condfc- forum Slef). (Sine Seit lang fott fie auS^ ben SRamen Sürgermeifier^^ [trage gefül^rt l^aben, weil alle brei S3ürgermeifter in i^r wol^nten *). SDer ältere 9?ame ift nebenl^er nod^ längere Seit im ©ebraud^. 35er untere STl^eil l^ieg etwa feit ber aJlitte beö 15. Sal^rl^unbertö »ab- flöüer:» ober Saber^trage t)on ber neuen SSabeftube, bie ber "Siat^^ l^ier an ber @(fe ber ©d^miebegaffe fd^on frül^ errid^ten lieg. SDie ältere, 1300 juerft genannte Sabeftube lag bem aWönd^l^of gegenüber in ber 9Wön(ä^enftrage, bie beöl^alb mi) bie alte SBaberftrage (pL antiquae stnbae) l^eigt 35as SBarmbaben galt afö baö einjige SKittel gegen ben f<|redfli(j^en 2lu§fafe, unb geprte beöl^alb ju ben gefunbl^eitö^ polijeilid^en Obliegenl^eiten ber ftäbtifd^en SRätl^e, anä) bem ärmeren Sl^eile ber 33ürgerf(]^aft ©elegenl^eit ju biefer rool^ltl^ätigen SReinigung ju t)erf(|affen, für weliä^e bie wol^ll^abenberen g^amilien bmcS) ©rrid^tung befonberer Sabeftuben in il^ren §äufem ©orge trugen. S3eibe Söabe^ ftuben erl^ielten il^r SBaffer an§^ ber ^erfante. „Sabftöüer" (stuparü) pachteten fie t)om SRatl^e, fo lange fie in beffen SBefife waren. 3nt Sai^r 1329 tjerfaufte berfelbe eine jäl^rliiä^e, Ci\x% ben ©innal^men ber (alten) Sabeftube ju erl^ebenbe IRente t)on 21 9War! an baß ©apitel für 300 aKarf, ba er fein anbreö SRittel wugte, um bie fd^were ©d^ulb, in weld^e bie ©tabt in g^olge einer g^el^be gefommen toar, ju tilgen. Um 1420 ge^^ l^örte ein ©rittet ber alten SBabeftnbe bem Sürgermeifter SEßebele, er faufte bie anbem beiben 35rittel baju, eins t)om SRatl^e, eins t)om ^a^ pitel, (weld^eö alfo nid^t toieber eingelöft mar). SDie SBabefiube l^atte bamafe ben l^ol^en 5B3ert]^ t)On 900 aWarf.

SDie iefeige SBurfenfirage l^ieg frül^er Slpotl^eferftrage t)on ber (alten) 9lpotl^efe beö SRatl^ö, bie 1497 burd^ ben grogen ©türm umgeriffen mürbe, ©d^on bamals mar baö ©ebäube aSerfammlungö:! lo!al ber SSurfenbrüberfd^aft. SDod^ mirb erft nad^ 1540 ber jefeige 3?ame üblid^.

eine ©tabt beö 3Jlittelalter§ ift gemöl^nlid^ ein äugerlid^eö 31b:: bilb ber baö gefammte ftäbtifd^e Seben bel^errfd^enben genoffenfd^aftlid^en ©lieberung; au(^ räumlid^ f daliegen fi(^ bie ®emerf&: unb ©tanbes*

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genoffen an elnanber an. ®ö pnben fi(3^ jwar au^ üereinjelt In on^ bereu ©trafen ^atricierfamilien: fo voo^nt ber Sürgennetfter Sol^ann Serwalbe in ber SBauftrafec an bem JDurd^gange nad^ ©t. 3DMd^aeliö; aber üorl^errfd^enb finb bo^ bie Sanbeöbanb^, ©d^lieffemftrafee unb ber 3Karft von il^nen befefet. ®le Srobfd^arrenftrafee ift von ^anbeUvex^ Ui)X erfüttt, bie Älauö^ unb ©omjiraBe ftnb ber ftitte äufentJ^alt ber ©eiftUd^en. 3n ber Sauftra^e fpL agricolarum, rusticorum^ buwe- s/rate) jtoifd^en ben beiben auf bie SldEerfelber ßolbergs l^inauöfül^ren* ben Sl^oren, bem aRül^len^ unb ©teintl^ore, wol^nten t)orjU9ftn)eife bie SBauIeute jufammen, b, 1^. bie Slderbürger, raeld^e ben eigenen Sldfer, ober gegen eine 2lbgabe an ®elb ober SRaturaHieferungen (öfter wirb genannt eine abgäbe triplicis fnimerdi von SRoggen, SBeijen unb §afer) ben ber reid^eren 5IRitbürger beftettten. Sie vox 1400 f^on genannten ©attler:^ (sedelei^str. pL sellatorum), ^i)n^^ (pL sutorum^ ealcea- torum), (gro^e) ©d^miebe^ (fabrorum^ fabrilh), worin mel^rere ©(ä^mie^ bebuben (pasae fabriles) erraäl^nt werben, unb Sött^erfka^e (/?/. do- leatoriim, boddekerstr.)^ waren, wie [i(^ aus bem ©tabtbud^e erweis fen lä^t, jum grojsen Sl^eile von ben ©enoffen biefer ©ewerfe befefet, bie jum Si^eil in eigenen §äufem, jum Sl^eil in SBuben, weld^e rei(3^eren ga= tnitien gel^örten, jur 3Jiietl^e wol^ntem ®ie „fleine" ©d^micbegaffe (SRo* gelfd^mibgaffe) wirb erfl in bem 17. Sai^rl^unbert genannt, frül^er l^ei§t fie einfad^, wie aud^ anbere ßuergaffen, platea iransversalis ßuergaffe jwifd^en ber SSrobfd^arren^ unb ber alten ^ifd^erftrajge. S)ie aWünber«f ftrafee wirb erft 1409 unter if)rem jefeigen SRamen aufgefül^rt, vofx^x l^eifet fie bie „ßuergaffe, bie ^nm ^anfmebent^ore füi^", aud^ wol^l bie ©d^ulftra]3e (pL prope scholam) von bem älteren ©d^ull^ofe, wel^ d^er in ber SUlünberftra^e nid^t weit von ber SDomfiragenedfe ber SBto^ rienfird^e gegenüber lag. SDie Älofterftrajie l^at felbftoerftänblid^ ü^ten Flamen erft erl^alten, ate bie Swngfrauen jum erften 9Rale in bie ©tobt überfiebelten, im "^ofyc 1498 wirb fie juerft bie „enge ©tra^e beö neuen Älofterö" genannt, vox^tx würbe fie alä ßuerftra^e nad^ ben anftofeen^ ben §auptftra§ett bejeid^net. SHe §äuöd^engaffe l^iefe frül^er baö enge aWü^lengäfec^en.

Slud^ ben Äinbem einei^ l^ärteren ©tammeö unb von ftärferer aOBiberftanböfraft, als fie bie SBetiben befallen, ben Suben, ift lange Seit l^inburd^ ber 3lufentl^alt in Solberg t)erftattet gewefen. ©ie l^öten in ber „engen Sobenfirat" (stricta platea judaeorum) jum erften a»ale 1408, jum leiten SWale 1510 fo genannt,, wel^ S3robf(ä6arrei^ imb

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SSabergaffe mit eitianbcr Dcrbanb, alfo cnttDcber bie je^igc Keine ©$ntie» begaffe, ober ein fd^maleter, je^t verbauter SJutd^gang. SDie §äufer, in benen fte wol^nten, gel^örten ©olberger Sürgem. Stn Sal^t 1460, am btitten ?Pftngfitag, trat ein 6olberger Sube jum ßl^riftentl^um über unb empfing in ber Saufe ben SRamen Safob (?) ^), 3m Sal^r 1499 vexnef^ ein getaufter Sube aus ßolberg, Sftamenö ^al^renl^olt, bem ^er^ jog SBogiöIat) X., bajB eine ©efeUfd^aft von Äauffeuten unter anberen SBaaren ©ilberbarren unb ungeprägtes ©olb unüerjoHt burd^ ©tet^ tin gefül^rt ptte. Db bieö berfelbe Äaufmami 3afob ^al^ren^olt ifl, bei bem ber Sifc^of Senebict fleine Slnleil^en von 4 fl. ma^t unb %nS) im SBertl^e von 10 ff. auf ©rebit entnimmt, ifl fd^wer ju entfd^eiben, ba pd^ um biefelbe 3eit m^ eine 9tatl^§familie biefeß SRamenö in ber ©tabt finbet. Später war ©olberg au^er STempelburg bie einjige ©tabt in §interpommem, weld^e baö SBorrei^t befaj3, bajB fi(^ bort feine Su^ ben fefeen burften.

3)ie ©tretfe an ber aWauer pifd^en bem Äüter* unb Älaustl^or l^iejB ber SBanbral^men, meil bie SEBanb:: (b. f). %n^^) ma(3^er l^ier il^re 9lal^men auffpannten. ®ie fogenannte falte SBeibe*) (erft feit @nbe beö 17, Sal^l^unbertö genannt) eine faltgrünbige SRieberung, jur SBiel^weibe be^ nuisl, lag urfprftngli($ ganj aufeerl^alb ber ©tabt unb würbe erft im 17. unb 18. Sal^rl^unbert mit ber ©rmeiterung ber g^eftungöwerfe in biefelbe l^ineingejogen.

Unter ben ber ©tabt gel^örenben, ober oon ü^r erworbenen ®e^ bäuben werben juerfl bie SDWil^len genannt. Sie gröjiere, urfprüngli(3^ Mf(3^öPid^e, lag mefiliiä^ ber ^erfante, ber ©tabt gegenüber (ultra Persandam erga civitatem) unb mar oon Subbertuä be SBobargl^e erbaut*); fie ftanb fd^on 1265 unb erl^ielt in bemfelben Salute, wo bie fleine aJlü^lc oor baö Sfflünbert^or oerlegt mürbe, (1289 f. ©. 45) bie ©teile biefer am SDWil^lgraben, unb ba fpäter bie fleine aWül^le roie^: herum in bie ©tabt genommen unb il^r ber frül^ere ^lafe ber großen ongemiefen mürbe, fo l^aben bie beiben im Saufe ber Seit il^re ^lä|e gemed^felt. Ueber bie naiveren SBeranlaffungen baju giebt baö ©tabfc: bu(ä^ feine Sluöfunft

S)ürftig unb unjureid^enb finb in ben norbifd^en ©tobten in ber

♦) ^a^ &erm SufHarat)^ Pato'« 3Jleinung ip falte SBctbc au« .faljle ®etbc', ^a^ er in ehtem IWtenftüd gelefen l^at, ücrborBen; e0 l^ötten frül^er am SÜU^lentotal eii^ alte SBe^n geftanben. @d föimte m^ umgefel^rt fein.

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atteften 3eit gewö^nlic]^ bie öffcntUci^en ftäbttfd^cn ©ebäubc, crft mit bem junel^mcjibcn SBoljlftanbe crl^eben fid^ bie SRatl^l^äufer, xodö)e bur(^ 33au unb fünfilerifd^c atuöfd^müöung 3ierben für bie ©täbte werben. Sänge 3eit Iiaben in ©olberg auf ber 3JKtte beö aWarfteö, ber, wie in atten auf flat)ifd^em ©oben erbauten ©täbten, bas SRatl^^auö aufnel^men foHte, nur bie 33uben ber Ärämer ^) geftanben, erft in ber jweiten §älfte beö 14. Sal^rl^unbertö nod^ 1364 werben 3lrbeitölö^ne für bie ©r^ bamuig beö SRat^^aufes Jfc^al^lt fteigt aHmäl^Uc^ über bie ©iebel ber Käufer unb bie SW^l^rme ber 9Wauer l^inauö in bie §ö]^e. 2)er fc^lanf aufftrefcenbe S^urm auf ber 5Rorbn)eftfeite, bie füblic^e gagabe mit ben fünf S^ebent^ürmd^en, meliä^e gleid^ i)0^e ©iebel mit freiörunben Deffnungen einfd^lie^en, unb bie l^alblreiöförmig überwölbten genfter^^ blenbeii^ (nad^ bem ßelgemälbe im ßolberger 9iatl)l^aufe axi^ bem 3a^r 1614 unb "bem Silbe in aWerianä Sopogropl^ie) fd^einen ber im 15. Sal^rl^unbert erbauten gronte beö ©tralfunber Slatl^l^aufeö nad^:» gebilbet ju fein unb werben bal^er wol^l frül^eftenö aus biefer 3eit ftammen. war ein weitläufiges, wie gewöl^nlid^ aud^ bie größeren ©iebel^äufer, etwaö t)erbauteö §auö mit jal^lreid^en SRäumen für bie §errn beö SRatl^ö, bie Sürgermeifter, bie Äämmerer unb il^re SDiener, für bie Sud^üften ber Äaufleute unb für bie Äomüorrätlje, weld^e für aWifewac^ö unb tl^eure 3eit aufgefpeid^ert würben. ftanb in feiner alten ©eftalt biö jum Sal^r 1653 % m feine SSaufättigfeit einen 5«eu^ bau nötl^ig mai^te, welcher auf ben ©runbmauent beö alten ©ebäubeö aufgefül^rt würbe, ©rl^alten blieb ber wof)lgewölbte SRatl^öfetter, „ber feineö ©leid^en nid^t im ßanbe l^atte." S5er JRatli fefete eine ©l^re barin, gute Söeine ju l^alten unb ben burd^reifenben §erm unb gürften, bem Sifd^ofe unb ben SRatl^öfenbeboten auö SübedE ober ©tralfunb, ben SBiH- fommen in unt)erfälfd^tem 51Jialt)afier ober 3tt)t)oli (an^ Sftrien) ju rei^ d^en. "^enn bie SBeinoerfälfd^ung üU^ man bamalö eben fo wie l^eute, unb bie §anfeftäbte im SRorben erfud^ten fd^on im 14. Scil^tl^unbert ben Kölner jiatl^, ben SBeinl^änblern anjubefel^len, bafe fie fid^ beö ^lumpenä beim SBeine entl^alten fottten. Sn ben Urfunben l^eifet baö Sflatl^^auö praetormmj consistorium unb am l^äufigften theatrunfj ba jugleid^ wenigftenö jeitweife ein ©ewanbl^auö war, wo bie Äaufleute i^re STud^e jur ©d^au auslegten. SDod^ l^at bie ©tabt ju 3eiten aud^ ein befonberes Äauf= ober ©ewanbl^auö gel^abt, wal^rfd^ein^ lid^ baffelbe, weld^es um 1410 mel^rmafe xmter bem SKamen Zellimis (©eOrÄaufi^aus) t)orfommt, älud^ am 9Karfte wol^nen, befonberö

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wol^l, fcitbem bas Statl^l^auö feine gebül^renbe ©teHe bort erl^alten l^atte, t)iele tJomel^me gamilieu, wie um IS 80 bie Süllemfe, be §agen, be ^late, 3üt)etfe, Sffiebele, be Seiott), §oH (aSincetttius), SDobelften, ©ettittierort), §ortx u. a. 3l\ä)t blofe fteinertte ©iebel^äiifer, anä) ©tälle uttb Subett fdjiiefeeu tl^n eilt, an if)m liegt aujser bem Zelhause au(ä^ bie ^^milnte^^ (SIKünje). 2)er 9Rarftn)infel an ber Sinbenftrafee l^icß Äol^lenmarft {forvm curhomtm) unb ber gegenüberliegenbe 2Binfel an ber ©attlers unb ©(^lieffenftrafeenede baö „^(?^ dik um'' (angtdus zee dik um^ fiel^ bid^ um). SWad^ ber Äird^e ^ ftanben feine SBoJ^^ nungen, fonbem nur Ärämerbuben.

grül^er alö bie 3tatl^l)äufer tüerben gotteöbienftlid^e ©ebäube aufs gefül^rt. 35ie Äird^e ift bie Sel^errfd^erin beö gefammten irbifd^en ße^ ben§, unb bie erfte ©orge ber 3Jfenfdöen ift, ®otte§l^äufer mit ]^o(^ra* genben ©lodfentl^ürmen ju errid^ten. SEBie bie 3Karienttrd^e fid^ alltnäl^lid^ erl^ebt, ein l^errlid^eö SDenfmal (^riftlid^en unb beutfd^en ©inne§, baä ju jeigen, ift einem befonberen ßapitel tjorbel^alten, nur ber kleineren Äird^en unb ber 3lnnenl^äufer foH l^ier ©rmäl^nung gefd^el;n.

3m Sal^r 1266 (10. Sluguft) mad^t §er}og SBarnim I. bie ©r^ rid^tung eines l^eiligen ©eiftl^aufeö t)on ber ®rlaubnij3 ber ©oml^errn abl^öngig, aber fd^on im 3)ecember beö näd^ften Sal^reö meift er bem Äalanbe ber Sanbe ßolberg utib ©öslin baö l^eitige ©eiftl^auö in 6ot berg alö jäl^rlid^eö S8erfammtuitgäl;auö an. 3tn Sal^r 1277 fauft baö Älofter in 9lltftabt 2ledfer t)on ber ©tabt, meldte biefem §oöpital ge^^ l^örten, unb jn)ei ßolberger Sürger, Sol^anneö 3^ettmön($ unb ®oön)in t). b. SBiebe, üermad^en bett §oöpitaliten in bemfelbett Saläre il^re ©itt^ nal^me an% ber grojsen aJlüljle ^). ®aö ©pital lag, n)ie fc^on ertt)äl^nt, in ber Släl^e beö 3Käl^lgrabenö t)or ber fleinen (fpäter ber großen) aJlül^le utib reid^te mit ber Äird^e, bie 1282 juerft genannt wirb, biö jur ©d^ul^ftrajge. beftanb auö einer Steil^e an einanber gebauter Bellen, uitb ber 3Kangel an ®elaj3 jwang ben 9tatl^ fpäter jur @rri(^' tung eines jmeiten, beö „neuen §oSpitals jum l^eiligen ©eift", tt)el4jeö na(^ 1469 ben in bie ©tabt gezogenen Jionnen ftatt beö älteren l^ei^ ligen ©eifigebäubes mn bem SRat^e überlaffen tt)urbe. SDaS neue §oS= pital lag an ber ©teile, tt)o no(| jefet bas Älofter fielet.

3lud^ baö jmeite größere, au^erl^alb ber ©tabt t)or bem ©tein* tl^ore gelegene §oSpital mar fd^on im Saljr 1 282 t)orl^anben. war bem 2)ra(^entöbter ©t. ©eorg gemeint, bem §elfer gegen bie f(^redElid^e Ärattfl^eit bes äusfafces, unb bie üon il^r ergriffenen maren bie für

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immer von her 9BeIt, vm %nmhm unb SBcrtDanbten gcfiä^iebenen SBemol^s ner beffclben» @$ lag no(3^ um 1500 jtt)if(ä^en ber ©tabt unb bcr ©eorgs* fopcffe unb burfte mol^I metter von ber ©tabt entfernt, aber n\ä)t näl^er an biefelbe l^erangebaut merben. 3loä) im Sal^r 1378 l^eifet bas §au§ ber aWifelfüd^tigen (leprosomm). ©eitbem bie Äranfl^eit anfing naiä^julaffen, biente es, mie baö l^eilige ©eiftl^auö, aud^ afe SBerfor^^ gungÄanfialt für Slrme unb ©ebred^lici^e. 3luf bem „Äirci^l^ofe ber Sir* men" mar hmä) ©ottfrieb v, b. 2Bid)e ein 33etl^auö (Oratorium) er^ nä)tet 9ln beffen ©teile errichtete im ^a^x 1331 ber Statl^mann 6erbo mit 33eiftimmung feiner vier ©öl^ne, von benen jmei ©eiftlid^e, bie beiben anberen Saien maren, bie ®eorgs!apeffe unb faufte t)om SRatl^e für 420 3Warf 4 §ufen unb eine jäl^rliiä^e Sieferung von 24 §ül^nem aus bem S)orfe 3ledn\n jur Segrünbung einer SBicarie an berfelben, $)er JRatl^ l^atte ben IS'SRutl^en langen unb 9 SRutl^en Breiten SRaum baju l^ergegeben *®). @rft naä) 1500 fann baö ©t. ©eorgsl^oöpital in bie 9?ä]^e ber Äir$e verlegt fein.

33or bemfelben JTI^ore lagen no(]^ bie Keinen Äapetten ©t. ^atoU unb ©t. aÄi(3^aeIi§, bie erfiere unmeit beö 3lufeentl^orö in ber 3l'a^e beö 3^auenmarft§, im Sal^r 1303 eingemeil^t, bie lefetere, 1339 juerfl ge= nannt, auf bem ,,9leper' ober aJJi($aeliöberge" jmifd^en bem ©teintl^or unb bem ÜRi(ä^aelistl^ör(]^en. %üx bie „ellenben ©eefen" (bie ^remben unb ^ilger, bie in ©olberg erfranften) befianb f($on um 1400 ein befon= bereö, jmifd^en ©t. Scifobi unb ©t. ®eorg gelegenes §aus, frül^er „©aftl^auö" unb fpäter „©ie^enl^auö" genannt 6s befianb no^ 1638.

2)amit ift nid^t ju t)erme(^feln baö ©ie(3^enl^aud am 5IRönd^entl^ore (f. 6ap. 9) unb baö ^Pefienl^auö, meliä^S 1660 bei aRid^aelis ©otteöader jur Slufnal^me ber bamalö jafilreid^en ^eftfranfen t)om SRot^e errid^tet mürbe. @d brannte 1714 ab unb mürbe nid^ mieber erbaut.

©ie lefeterrid^tete ber 3lu^enfapeIIen ifl bie ber l^eiligen ©ertrub, vor bem SBWil^lentl^ore in ber SRäl^e beö §od^gerid^tö gelegen. 3laä) einer Slngobe bei 3tango ift fie von ©ertrub ©emelin, ber ©attin beö SBürgermeifters ©emelin, im Sai^r 1372 begrünbet. S)a§ in ber Sl^at ber 33au in biefem Scil^re feinen 2lnfang genommen l^at, jeigt ein ©treit jmi^ fd^en SRat§ unb ßapitel in biefer Seit. ®a nämlii^ ber ftdbtifd^e grieb^ l^of bei ber SWarienfird^e für bie Sobten nxä)t mel^r ouöreid^te, l^atte ber SRatl^ aujjerl^alb ber ©tabt gegen ben SBiffen beö ßapitefe einen neuen eröffnet 2)ieö t)ermeigerte nun bie SBeil^e beö ^lafeeö unb im^ terfagte bie @rnd^tung einer Kapelle barouf. S)amit bie S^obten nid^t

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Iftnger in iingewcil^ter @rbe mieten, würbe bcr fRatf) Bei betn ?Papfie ©tegor XI. in 3lt)i9non f lagbar; biefer bra($ burd^ einen aWad^tfprud^ ben SBiberfianb ber ®eifHi(§feit unb befal^l bem S3ifd^ofe von ßammin, bei Slnbro^ung bes Sanne§, im Söi^r 1371 bie SBeil^ung ber ju erri(]^tenben (©ertrubem) Äapelle ju t)oIIjtel^n, wenn eine auöreid^enbe Sluöjlattung für einen SBicar t)orf)anben wäre. 3m Sa^r 1373 vexmad)tz Safob ©alfelb in feinem Sefiamente für bie Unterl^altung hex im S3au begriffenen Äopeffe eine l^albe ^fannftätte, 1378 mar fie tJoKenbet ^0*

S3or bem SWünbertl^or mirb aufeer ber ohtn ermäl^nten, 1276 fd^on t)orl^anbenen SRifolaifird^e in fpäterer Seit im ©labtbn(3^e mä) eine Ra^ peße beö l^eiligen Saurentius genannt, ©ie lag in ber 9?äl^e beö §afen& (prope et ante porhmi) ; imSal^r 1482 fiel ifir ein Heineö ßegat ju.

©(ä^on um bie aKitte bes 14. Sai^rl^unbertö maren t)or allen S^l^oren ©olbergö SSorftäbte. 5Die älteften finb ol^ne Smeifel bie ?Pfannf(imie:5 ben unb bie g^ifd^erfatl^en an ber SRünbe, bie nod^ in bie menbifiä^e Seit jurüdreid^en werben. SDer ^rug bei ber aWünbe mirb juerft 1297 genannt. Sie ^fannf(^mieben reid^ten urfprünglid^ nur bis an bie „®ate." SReben ben SBerfftätten ber ^fannfd^miebe {fahricae sartaginum) l^atten fi(| bort fd^on um 1375 aud^ anbere Semofiner niebergelaffen, ©ärtner unb ^anbmerfer, bie il^ren 3Serbienft auf bem ©aljberge fanben. SDie Käufer gel^örten puflg ben reid^en g^amilien ber ©tabt. 2)ie ßage ber ©d^iffämerften (locus, tibi naves con- strmmtur), ber Safiabie (Sabeplafe), bie 1408 als in ber Mi)t ber . ^fannfd^mieben an ber ^erfante liegenb genannt wirb unb nod^ ju 6. 10. ©immem 3elt (um 1630) tjorl^anben toor, laffen fi(^ nid;t mit ©id^erl^eit befiimmen.

S)er ©tubbenl^agen, ben man paffiren mujste, roenn man t)om ©teintl^or jur ftäbtifd^en 3iegelei moBte, mar ein ßontplej vm fleinen Saul^öfen mit geringem 3ldferbefife, ber mol^l t)on ber gamilie ber ©tubbe feinen Slamen l^atte. 3)iefe gel^örten ju ben äldferbau treibenben ©e^ fc^led^tern ber ©tabt; um 1380 maren fie im 2Berber, im aSormerf unb im ©tuBbenl^agen mit §öfen angefeffen, unb ber verloren gegangene ältere Sl^eil beö ©tabtbu(^ö mürbe fie unö mal^d^einlid^ ate bie 33e^ fifeer be« grö^ren Si^eilß von ©tubbenl^agen jeigen. 3lebtn i^nen be^ fa^en bie 39raunfd^meig§, §olfe unb anbere gamilien §öfe bafettft, bie pa(^eife auögetl^an maren. 35ie Semol^ner befd^äftigten fi^ f(^on bamafe mel mit ©ärtnerei, ©ine SJube bafelbjt l^iejs baä Sabernafel (142a ©tobtbO.

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ein 5lremer]^agcn, an^ einigen SBuben unb §öfcn beftel^cnb, ol^nc Sweifcl t)on ber ©olberger gamilie Äremcr benannt, ift na(3^ feiner Sage m(3^t 511 befiimmen, eben fo wenig bas fd^on (©. 41) genannte aSolrabö^ (aud^ ?PoIIerbö= unb ^olterS^ i^agen, xod6)e^ 1320 jufam- nten mit bem vierten Sl^eile t)on S^ednin t)on bem Statine jur erleid^te== tung ber fiäbtifd^en ©d^ulbenlafi an Sol^anneö §oIf t)erfauft würbe ^^). 3m Sal^r 1416 werben bort 9 Ratten für 100 matt t)erpfänbet

@in t)ierter §agen: iletfen- (Ää^d^en^ ober Äätl^d^en:^) l^agen, au§ wenigen ©el^öften unb ©d^eunen beftel^enb, lag jwifd^en bem ©tubben^ l^agen unb ©t. 3a!ob. ©r war nod^ 1590 vox^anben.

SDie reid^eren g^amilien l^atten anfängUd^ il^re SBirt^d^aftSl^öfe in ber ©tabt, als aber mit ber wad^fenben SetJöHerung ber SBertl^ ber SBauftellen bafelbfi fid^ fleigerte, ©erlegten fie jene t)or bie Sl^ore, be^ fonberö t)or bas aWül^t unb ©teintl^or. SBor bem lefeteren lagen bie Sffiirtl^fc^aftöl^öfe bis ju ©t ®eorg ^in, am g^rauenmarft unb an ber 3Wald^ow, banmter aud^ gro^e ©teinl^äufer benn mand^e ber rei^ d^en g^amilien, wie bie ©tubbe unb SBorwerf bewol^nten il^re §öfe felbft mit ©eitengebäuben unb ©d^eunen jwifd^en Äämpert unb ©arten, ba- neben SBuben von §anbwerfem, wie SBagenma($em, unb JEagelöl^nem.

5Bor bem 3Jiül^lent^ore lagen mim ^rit)atbefifeungen junäd^ft am 2:i^ore §8fe, bie ber ©tabt gel^örten (mriae civitatis), fie würben von bem in ber SBenbeftra^e gelegenen ©tabtl^ofe aM mit ben ?Pferben befiellt, weld^e im aWarfiaHe (Sfallum civitatis) fftr bie SRatl^öfenbeboten ber ©tabt, für bie SDorfl^emi, weld&e bie JRatl^Sbörfer beaufftd^tigten, unb für bie reitenben ©iener gel^alten würben. S)em ©tabtjungen unb bem SBagenlned^t werben mel^rmafe in Seftamenten Keine Segate ausgefegt. Sßod^ jur SBorfiabt gered^net würbe ^^Gripswoldekm'' (in prmirbio) au« ©arten, ßurien unb Suben beftel^enb, weiter l^inauö lag baö „aSorwerf." @ine g^amilie, bie baffelbe in il^ren »efife gebrad^t l^atte, erl^ielt i^ren SRamen bat)on; fte !am aümäl^Iid^ ju SBol^ll^abenl^eit unb Slnfel^n unb gewann 3utritt jum SRatl^e unb jur ©aljgilbe.

3m 3al^r 1277 betätigte ber »ifd^of ^ermann ber ©tabt unb il^ren beiben Sürgem, Sol^anneö unb Sibeman aRonad^uö, ben Seflft einer vox ber ©tabt gelegenen, von ©erarb be ©üben mit §et^og "Söax-^ nimö Suftimmung getauften ©urie nebjl ber baju gel^örenben Sanbung von 8 §ufen, weld^e fie nad^ ©tabtred^t befalen^^). 2)a baö ©ut, wie bie Seftätigung burd^ ben Sifd^of jeigt, in bem SBamimfd^en, von S3ifd^of §ermann erft 1276 erworbenen S^eil ber ©olberger Äaftettanei,

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alfo toefltid^ ber ^erfautc unb baju in ber SRäl^e ber ©tabt {ante ei- vitalem situata) gelegen war, fo ift n)al^rf(§etnlt($ einö mit bem eben genannten „SBorroerf/'

Unter ben £)ertlid^f eiten in unmittelbarer SWäl^e ber ©tabt ift nod^ bemerfenöwertl^ ein bei ©t. Safob gelegener, t)on ©arten unb ©Neunen eingefd^loffener 3lnger, no^ jefet, roie in alter 3eit „g^rauenmarft" {vro- weninarkd) genannt. ®ine 33eftimmung auö ber „Surfprafe" beö Sal^reö 1483 giebt unö ben ©d^lüffel ju ber 6r!lärung beö 5Ramen§. gür ben groj^en Sal^rmarft ber ©tabt, bie Kerkmisse^ bie am Sage itad^ Visit. Mariae (2. %\x\\) begann, rei(§te ber bur($ bie ©rrid^tung beö Slat^l^aufeß nod^ mel^r befd^ränlte SOJarftplafc nid^t auö, bal^er würbe bei ©t Safob in berfelben 3eit ein jweiter SUlarft abgefialten, auf bem allein neben anbern ©egenftänben §oljarbeiten, .raie 9Kolben, ©d^effel, S)ielen feil geboten werben burften. ^^on bem 33eginn be§ Sai^rmarftö mit bem lieben g^rauenfefte l;ie§ biefer jur ©tabtfreil^eit gel^örenbe ^$la^ ber „g^raüenmarlt", ober au(^, unb nod^ im 17. Sai^rfiunbert, ber „liebe g^rauenmarft."

aSon ben 58orftäbten roar bie t)or bem 51Jiül^lentf)ore burd^ feine 33efeftigung gefid^ert, nur weiter l^inauö bei ©elnow ftanb ein SBart^ tl^urm jjÄer^/r//, bergvrede'' genannt, jum 2lu§lug unb jum ©i^ufe ber gelbmar! gegen plöfelii^en UeberfaH. S5ie ©teintl^orf^e SBorftabt bagegen lag innerl^alb ber ©d^ufewel^ren ber ©tabt (intra saepta ci- vitatis 1390), eineö oon bid^tem ^adelwerf befefeten (SrbwaHeö, oon ber ßage nad^ bem ©tabtwalbe ju, §olj' ober SBalbjingel (woltzin- gele) genannt. 3n bemfelben befanben fid^ jwei Si^ore, baö 3iegeltl^or (Tegeläoreken) na(^ ©tubbenl^agen ju (t)on ben ©olberger ßl^roniften fälf^lid^ ate ein anbrer SRame für baö ©teintl^or angefel^n) unb baö ©t. ®eorgö5 ober SBalbtl^or in ber Stalle ber ©t. ©eorgsfapeUe, ba§ nod^ bei ber Belagerung im Sal^r 1758 genannt wirb. §ier ftanb ein jroeiter ^ybtrgvrede'' {propugnaculum^ fortalicitun versus nemus 1409). SDiefer würbe im Sal^r 1422 pon bem SRatl^ mit einem ©tüdE ßanb an ben Bürger ©ulben überlaffen, ber il^n unb baö ©t. ®eorg§s tl^or bafür im ©tanbe unb „fd^lojsi^aftig" ju erl^alten oerpflii^tet war.

2lud^ bie ^fannfd^mieben waren wenigftenö burd^ einen SBart: tl^urm gefid^ert, „SBiftl)urm" unb im 17. Safirl^unbert aud^ „ber alte gort" genannt. SBon il^m erl^ielt bie in ber SRä^e entftanbene SBorftabt ben Flamen „2Bife", ber nod^ jefet nid^t ganj t)erfd^ollen ift. ©r lag in ber 92ä^e bed ^ül;lenteic^d, unb mm \a^ V)n }u Stango'd 3eit als

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eine SBefefligung an, xoe^e bie ©tobt naä) ber ©tranbfette ju üottfiätv: big bedte. 6in mit SBeiben befefeter S)atnm fixierte von ber ©tabt an ber äöife tjorbei jur SKünbe. SlHe brei SGBarttl^ürme fül^ren feit bent 17. Sal^tl^unbert au(ä^ ben Flamen g^inäenburg, t)ermutl^li(^ t)on ben ginfen, (lofeö ©efinbel), fo genannt Herumtreiber, bie geftäubt werben foHten, banb man an ben „g^intenblod." Site bie JEl^ürme in g^olge beö befferen SRei^töiuftanbeö im Sanbe unbenufet ftanben, mögen [ie ftreid^enbem ©efinbel jur Verberge gebient l^aben. 3lu(^ ber feit ber 9teformation wüft gelegenen Scxfobifird^e war fo ergangen, unb bie 3Jlatrifel biefer Äird^e von 1588 banft bem „eblen Sürgen ©u(^e^ ron), ba§ er fie auö einer spelunca latronuvt^ einer SBel^aufung für ©(i^elme unb S)iebe, mieber ju einem ©otteöl^aufe gemad^t liabe/'

2lu(3^ nod^ über bie Sßorftäbte l^inauö l^atte baö frdftig aufblü^ l^enbe ^titn ber ©tabt feine ©(^ö^linge getrieben. %xo% ber Um fi(^erl^eit, bie aufeerl^alb ber f(^irmenben 3Jiauem ber ©tabt in jener 3eit im ßanbe l^errfi^te, l^atten fid^ ßolberger SBauemgefd^led^ter mit il^ren §i)fen an üerfd^iebenen ^^Junften ber g^elbmar! angefiebelt, aßen« fallö gegen ben erften 3lnfall ber ©d^nappl^äi^ne bur(^ eine fteineme §ofmauer gefid^ert. §öfe unb Äatl^en finben fid^ bei bem i^RingenAol^^ (uermutl^lid^ von einer i^äuftger erraäl^nten ©olberger gamilie fo ge- nannt, n)ie aud^ bie „©tridferöberge" fid^ am einfad^ften auö bem ga* miliennamen ©trpder erflären, ber im ©tabtbud^ oon 1410 an l^äufiger t)or!ommt), bem ^^borgwaW bei ber 2lltftabt gegenüber, bei ©elnon), auf bem ©lodenberge irnons campanarum^ xoo bie ©lodten gegoffen fein werben), oon bem bie gamilie be ÄloKenber(^, bie bort ©urien befa^, benannt ift, bei bem SBolföberge (mom lupi 1400), an ber aWafeenife unb an bem l^ol^en Serge^ S)ie Sage einzelner wirb nad^ ben Äreujen unb gnäbigen Silbern bejeid^net, bie nad^ fatl^olifd^er ©itte an Derfd^iebenen ©teilen, namentlid^ auf bem SBege jur Slltftabt er^^ rid^tet waren.

3u ber g^elbmarf ber ©tabt gel^örte aud^ baö S)orf Stofenbal (Rozen-Rosendal) in ber SWäl^e be§ ©tabtwalbeß, f(^on 1287 genannt, weld^eö auö einzelnen ßurien mit baju gel^örenber Sanbung beftanb, bie ©erfd^iebenen ßolberger bürgern gel^örten. ©o l^atte Subwig v. b. SBiebe bort Sefi^un^en. SRad^ ber gen)öl^nli(^en ©t^äl^lung gelten jefet bie aBetten beö SWeereö, wo einft bie gluren beö Sorfö lagen. SnbeJB, mag aud^ baö SReer fein ©ebiet l^ier, wie bei §enfenl^agen, im Saufe ber Sal^rl^unberte etwad t)ergrögert i^aben^ baö S)orf |)at ein anberes @nbe

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genommen. 3m 14. unb no^ im Stnfange bed 15. Sc^l^mtbertd fbel^en bort einige ©el^öfte, aber feit 1422 ifi nur nod^ von einem territorium Colbergeuse bie SRebe, bie SBol^mmgen finb abgebrod^en, mib ber SldEer mirb von ber ©tabt auö ben)irtl^f(^aftet. längere Seit lüftet ber SRame no$ an bem ^oben^ bie £age von Sledem unb äBiefen n^irb bonad^ be$ fümmt iuppe dem roztndaly iuxta, ultra), ©eit 1500 etwa t)erliert fi$ ber Jiame ber S)orfftette, bod^ ^at er fid^ in bem „Slofenbalfd^en 3)amme" bis auf unfere Sage erl^atten.

,,58or biefem, fd^reibt SRango um 1660, l^aben fd^öne ©arten unfre ©tabtmauern wie mit einem mol^lried^enben Slumenfranje umge? ien, aber roäl^renb ber Rriegöjeit finb fie ruinirt unb umgefel^rt töorben." 3Rit tteberrafd^ung nel^men wir nnii^r, ba§ fd^on im 15. Sol^rl^unbert fid^ ein bnntt^ ©artenlanb in reid^er älbn}e(^felung um bie ©tabt l^er^ lagert, ©arten liegen bei ber fiaftabie, an ber ^erfante, in ben ^fann. fd^mieben, an ber SBife, ber ©tubbenl^agen ift ein re^eö ©ärtnerborf, ©arten werben genannt am g^rauenmarft unb an ber SRald^ow, bei ber SRid^aeUöfapeUe, felbft bie entferntere ©ertrubenlapette liegt, wie bie üon ©t. SRilolai, t)on ©arten umgeben. SReiftenä finb 9lufegctrten, Roi)U i^öfe unb SBoumgärten, in t)ielen finb fünftlid^e gifd^teid^e angelegt, um bie feineren ©orten ju l^alten, bie in ©olberg feiten ju 3Karft fommen. ©eit bem 15. Sal^rl^unbert mug aud^ ber §opfenbau einen bemerfend^ wert^en 3luff(^wung genommen l^oben: Hopfengärten werben feit biefer Seit vox allen Sl^oren genannt, äldEerftüdEe, felbft jenfeitö beö Siofenbal«, würben in §opfenl^öfe umgewanbelt. 25od^ reid^te bei bem ftarfen öier? t)erbraud^ unb ber S3ierauöful^r aui^ bie gefteigerte §o|)fenprobuftion nid^t au», Suful^r auö ber 3Karf, fpäter fogar aufi Shifelanb (f. fiap. 70 mufete baä gel^lenbe erfefeen.

3lur nad^ bem SReere gu war bie ©egenb einförmiger, alö jiefet; eine SBafferfläd^e nal^m einen Sl^eil beö 3)Winberfelbeö ein, überl^aupt war ber ganje Äüftenftrid^ bis ium ©tobtwalbe ^m fumpfiger unb wafferreid^c.

SDie ©flfeite ber ?ßerfante war oon ber »fulen S3efe" an (wal^r? fd^einlid^ ift bie SWald^ow unb ber aWül^lenteid^ gemeiirt), wie bie gegen;: überliegenbe ©eite mit ber aJiaiful^le (b. 1^. 33irfennieberung, feit 1480 genannt) mit niebrigem ©ebüfd^ unb Surfen bepftonjt, um ben an^? bringenben glutl^en befferen SBiberftanb leiften ju !önnen. 2)ie i^euti^ gtn ainlagen auf ber aßaifu^le finb im 3lnfange beö n. Sal^rl^unbertÄ t^on bem 9iatl^mann unb ^afeni^errn Sorenj $eiäe begonnen unb um

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1620 von feinem gleid^namigen ©ol^ne burd^ Slitpflanjung von ©tfen, SBirfen, 93u(]^en unb ©id^en erweitert unb erft aUtnäJ^Iii^ ju bem fd^önen ©eplje ertoad^fen, baö jefet ben fd^önften ©d^mudE ber ©tabt bilbet. „®ö wad^fen barin, fagt 9iango um 1670, allerlei rare Simplicia von Kräutern, S3lumen unb aSui^eln, fo in t)ielen Äranf^eiten unb ®ebre^ (^en nüfelid^ finb unb fonft in biefem Sanbe nid&t leidet gefunben wer^ ben/' J)er grojse Saumgarten, ber 1704 in ber Sßäl^e be§ 3lifolai:= fird^l^ofeö angefät würbe, ift gröfetentl^eife von htn SRuffen bei ber jwei^ ten Belagerung unb ber SReft 1807 abgel^auen worben. Slud^ ber fogenannte f leine 33aumgarten, um 1714 auf bem 3Wünberfelbe angelegt, ift wieber Derfd^wunben.

3)ie falfd^e S)eutung beö SBorteö §agen als SBalbborf, wäl^renb es nur einen (befonberö jum Sldferbau) eingel^egten 3taum bejeid^net, Ipat SGßad^fc bei ber großen SUienge ber §agenbörfer an ber Äüfte ju ber 5!Keinung gefül^rt, baJ3 bie ©tabt in wenbifi^er 3eit faft t)on atten ©eiten von SBalbungen umgeben gewefen fei, 3Benn f($on im Sal^r 1159 bei ©örlin ein 3ott vom glofe^olj erl^oben wirb, ber ©aljberg bei 6ot berg alfo ber §oljäuful^r auö ben aSdlbern an ber oberen ^erfante unb atabue beburfte, fo ift baö ein 33ewei§, bajs bie näd^fte Umgebung ber ©tabt nid^t fel^r walbrei(^ gewefen fein fann. ScbenfaHö war ju ber 3eit ber beutf(|en ©inwanberung baä Sttuöfel^n ber Sanbfi^aft in SBejug auf ba§ SSer^ältnijB üon SBalb unb offenem g^elbe nid^t wefent^ li(^ oon bem l^eutigen oerfi^ieben. 3iur wenige unb unbebeutenbe (^e* l^ölje finben fid^ außer bem ©tabtwalbe in jener Seit auf ber ©olberger gelbmarf. SHad^ bem ©tabtwalbe ju, ber wol^l weiter gegen SBeften ge^^ reid^t l^at, in ber Ml^e beö SDleereä lag neben einem SldterftüdEe, „rf^ haze^' genannt, bie ^^Uazenbiet'^ (fpäter Hasenwieth), fd^on 1410 er^: wäl^nt, nod^ im 11. Scti^tl^unbert t)orl^anben, ein ©ei^ölj, beffen $Kame fid^ in bem „§afenbietfd^en SBeg" biß l^eute erl^alten l^at, unb in ber oon ber aJlafeenife (jefet 3ßafee), bie ni(|t weit oon ©t ®eorg ben 3Jlafe5 fer ^xjt bilbete, burd^flo ff enen Siieberung erftredfte fid^ eine ^oljung bis gegen ben S3uIIenwinfel {angulus btiUenwinkel, f(|on 1400 ge» nannt, bamate im Sefife oon §inje ^laten), weld^e, wie ber S3ad^ felbft, bie SWafee i^ieß. S)aö nid^t weit oon 2lltftabt unb jum Sl^eil f)O^Qe^ legene Sßonnenl^olj gel^örte bem ftlofter.

SRad^ einer ©age war baö fogenannte ©ieberlanb einft mit SEßalb beftanben, unb bie l^od^ftdmmigen S3äume beffelben foHen baö §oljwerf )u ber äRarienfird^e l^ergegeben l^aben, ^od^ in ber ©tiftungdurfunbe

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bcr ©tobt fachen wir üergcbenö auf biefem ber ©tabt bamatö t)eretg= neten Mftcnfirid^e na^ SBBalb, wir fiiiben if)n nur mit ®lfcn unb ©cftrüpp bewatä^fen unb jroif^en bief cn SBiefen, 3Jioorgrünbe unb ftagnircnbe SBafferfläiä^en, ein trofe ber SSerbote be§ SRatl^ö t)on ber jagblufttgen Sugenb ber ©tabt oft l^eimlii^ burd^flreifteö SSerftedE ber ©tranbl^afen unb ber wilben @nten (Slntoögel) / für beren g^ang im 16. So^rl^unbert ©ntenbuben errii^tet waren. S)er 5Rame, feit bem t)origen S^l^rl^unbert fdlfc^lid^ mit bem ©aljfieben in Sßerbinbung ge= braiä^t unb auf einen fleinen SWaum befiä^ränft, lautet in ben älteften 3^ormen Zydcrlandj Sieder land (UOO) unb bebeutet „SRieberlanb", niebrigeö ßanb, „Sftiebrigung" ( fo no(^ um 1700); er galt für ben ganjen Äüftenftrid^, weld^er^mit feinen üerfd^iebenen „Sul^Ien" (SRiebe^ rungen) von ber 9Äaiful^Ie an biö an bie alte 9lega reid^te. S)a§ l^ier gele^ gene ©olberger S)eep mirb nid^t t)or ber aJlitte beä 16. Sa^rl^unbertö genannt, ältere 3eugniffe lennen nur ben SRamen ,,3^if(j^er upper der Rega.^^ S)aö Me^t ber gifd^erei auf ber alten 9iega naf)m ber 5Wat§ für fid^ in 3lnfpru(^; bie Sürger, bie bort fifd^ten, muj^ten an il^n 2 aJlar!, bie ®äfte (§remben) 4 3Warf beja^len (1480).

Um 1270 reid^ten bie SBeftfeungen beä Älojlerö SBelbuf öftlid^ bis ju bem „Drte, ber gewöl^nlid^ SDwirin genannt wirb." S)iefe im ©tabtbud^e oft genannte Dertlid^feit lag auf ßolberger ®runb unb SBoben in ber SRäl^e ber 3lega unb beftanb auö jum 21^eil mit niebris gern ®ebüf($ befefeten SBiefenlaub (prata uppe dem dwerin, locus totus in prafis et dumetis 1417). ©in Ärug, ber barauf ftanb, machte trofe ber geringen Slbgaben an ben SRatl^ fd^lei^te ©efd^äfte, SRicolauö Unlüffe, Ärüger bafelbfi, mugte 1382 feine Äül^e unb ©d^weine üer^^ pfänben, unb ein äl^nlid^eä ©(^idfal l^atten inx^ nad^ einanber feine SRad^f olger ©aftrow unb ©peigel, ber lefetere t)etpf anbete im %(äjit 1395 feine gefammte ^dbt für 52 SWarf an Sol^amteö ©d^lief. 5Der Drt ©werin ift alfo nid^t eins mit bem ©olberger S5eep**). S)a§ bort je^ malß ein SDorf geftanben l^at, gel^t weber auö ben 93elbu!er, nod^ aus ben ©olberger Urhmben ^eroor.

3)aS SEBeid^bilb ber ©tabt war in ältefier Seit nod^ t)ielfad^"t)on frembcn SBefifeungen burd^brod^en, bie t)on ber ftöbtifd^en g^elbmarf ein^ gefd^loffen, ober mit i^ren 2ldferffuren in fie einfd^neibenb, bie ®in= l^it ber SSerwaltung ftörten. S)er SRatl^ war beöl^alb bemül^t, bur($ bie Erwerbung fold^er ®üter bem fiäbtifd^en ©igen Slbrunbung unb Sufantmenl^ang ju geben, Sie ©urie mit ben 8 §ufen mx ber ©tobt

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-^ ee

(f. ®. 60) voax ber erfte &ctotxb biefer Slrt. 3loä) in bemfelben Sa^te (1277) t)crei9netc ber S3ijd^of §ertnann ber ©tabt baö SDorf Äoifon)") in ber 3luöbe^nung, wie ^etruö SBarott ju fetner Seit befafe, ol^ne 3n)et fei berfelbe, weld^er 1266 ate ©olberger Statl^mann aufgefü^ wirb. Xnxä) Sßerfanbung unb abfpülung eineß 2:^eife i^rer Sänbereien beraubt, Derarmten bie Serool^ner unb würben, burd^ bie Sage beö S)orfö am ©tobt^ TOalbe t)erfü^rt, ju §oli= unb SBilbfreülern. 3m Sol^r 1506 ift baö 3)orf noä) t)orl^atü)en, im brafeigjäl^rigen ^ege fott vom 3tat]^e aufgcJ^o^ ben fein. 2)er böfe Stuf beö S^aubnefteö lebte nod^ lange in ©olberg fort, unb wer einem 2lnbern etwas SBöfeö anwünfi^en woßte, fagte rooifU „i^ woate, SDu fä&eft .auf Äpifow" i«). 3m ©tobtmalbe nad^ ber Ääfie ju f ollen fi(ä^ no(^ ©puren beö SJorffird^l^ofeö finben..

SDaö alte S)pnaftengef(3^led^t ber Sorten, beffen §auptfife Sabe& war, l^atte au(ä^ in ber ©olberger ©egenb 33efifeungen. S)er SRittcr 33orf, ber lefete ÄafteHan beö Sanbe^ ©olberg, war von bem JBifd^fe mit bem ftäbtif(ä^en 3ott belel^nt, il^m gel^örten £ä»bereien auf ber 6oU berger gelbmarf, wie ber „§(rfen", rpeld^en er 1283 ben $Roimen auf ber Slltftabt f(j^enfte, unb baö S)orf ©elnow {Sdmom). SDieö lefttere t)erfaufte er 1286 mit Seiftimmung beö Sifd^ofö an bie ©tabt, bo(^ mit ber merlwürbigen SSebingung, ba§, wenn etwa eine neue, an -bie = ©tabt (Solberg angrenjenbe ©tabt begrünbet werbjß, bann baö S)orf.in feinem ganjen Umfange biefer überlaffcn werbe«. foUte^ ®ö l^errfij^tc: in jener 3eit ein leibenfd^aftlid^er ®ifer, ©tdbte nad^ivbeutfd^er Sffieife ju . grünben: fo erftanben bd ©üftrow unb ®arj neue ftöbtifiä^e Slnfieblum gen, unb ©tralfunb l^atte lut^e Seit in ©d^abegarb me Slebenbul^lmn* . S)a6 ber SHtter Sorl unter ber; neuen, au ©olberg .ftogenben ©tabt bie wenbifd^e Slltftqbt Golberg t)erftattben l^at, fann wol^ nid^t jweif ell^oft r; fein. aSon l^ier auö J^atte er. einft alö Äaftellan iie Äanbfd^aft befjerrfd^t,^^ unb unmutl^ig flogen ,g«pig: feine ©ebanfen um bie. atte ©tabt, bie- xithtn bem aufftrebenben beutfd^eti ©olberg üerliimmerte unb ju einewi . S)orfe jufammenfd^rumpftc; er.mo§tel^off«i, bafe fie burd^ bie Sewibmung . mit beutfd^em ©tabtred^te ju neuem Sebeu gebrad^t werben fönnte.'

3tn folgenben Salute (1287) oereignete 83ifid&^f ^ermann ber ©tabt baö l^albe SDorf ,9iedfnin (Neckaiuny^), wel^eö SSitteKnuö ®te fenapp mit feinen beibein. ©öJ^nen SSeriolD unb fiutbert nad^ Sel^nred^t , be?. feffen ^atte. SDie jweilte §älfte x)erfaufte ber »ifd^pf §einrid^ 1304 für 40 aJiarf an bie ©otbergeK^SSürger 5Rifolauö ©cutfow unb Sol^auf neö pon SRünfter^^). S)fr Slnt^eU beö elfteren fam.balb barauf ÄU.iie

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©tabt, bie CS iebo(§ fd^on 1320 au§ ©clbuerlegcnl^eit tüieber an ben SBütgcr So^anneö §o« fäuflic^ überliefe i^).

SBenn bem SRatl^e nid^t gleiij^ gelang, bequem gelegene ©üter in feine §anb ju bringen, fo fud^te er roenigftenö bie nod^ unfid^eren ©renjen naiver ju beftimmen. 3n fold^em %a&e ging ein feierlid^er 3ug von SRatl^inannen unb benad^barten ©runbbefiSem über bie glu= ren unb be|iimmte ©röben, §ö^en, ®id^en, wilbe SSirnbäume unb ©teine als SWaljeid^en für bie ftreitigen ©renjen, ©o würben 1287 bie ©renjen jroifd^en bem 2)obberaner Älofterborfe SBor! unb ben ^Dörfern ©toifott) unb ©arrin feftgefe|t 2)ie S)orffIur beö erfteren reid^te l^ientai^ wefilii^ bis jum S3erge 3)oberönon), t)on ba in grober SRid^tung na^ einem „SBolföberge" unb öfili($ biö jur insiilay weli^e, n)ie bie ßolberger Sloti^mannen eiblid^ bejeugten, jum ßolberger ©ebiete geliörte^^). Um fd^toer ift in biefer insula (SBerber) ber aus ber fumpfigen 9iieberung infelartig fid^ erl^ebenbe SBerber ju erfennen, ber bamalö no(^ nid^t mit §öfcn befefet geraefen ju fein fd^eint ©päter liegen au^ l^ier 3Birtl^= fc^aftöl^öfe ßolberger 83ürger. ©in g^olpred^t, ber bafelbft eine (Surie befafe, erl^ielt baoon ben SRamen v. SBerber, ber il^m anä) blieb, alö er nad^l^er im SBorwerf fid^ anfaufte unb nieberliejs.

3m folgenben Sa^iri^unbert gelang ber ©tabt burd^ ©rroerbung ber S)obberaner Ätoftergüter Sorf unb ber beiben Seftin i^r ©ebiet nod^ mel^r abjurunben unb ju erweitern. 3tn ^oi)x 1329 cerfaufte ber 2lbt Sol^ann von S)obberan ben äßirtl^fd^aftöl^of ju 33orf, raie baö SDorf felbft unb bie beiben (©rofe^ unb Älein^) Seftin, bie t)om Älofter vox^ex fd^on an §enning ©enior be §eibebredf auf Sebenöjeit überlaffen, nad^ beffen 2obe aber an baffelbe jurüdfgefallen waren, an bie Sriiber Hen- ning unb SBertram be §eibebredfö für 2200 aWarf ßolberger 3Künje* fRot^ unb Sürgerfd^aft leifteten SBürgfd^aft für bie 3al)lung unter ber SSebingung, bafe bie ber ©tabt alö ^fanb gefegten ©üter il^r gel^ören foHten, wenn jene binnen pei Sauren fie nid^t burd^ 3a^lung ber ©umme auögelöft l^ätten^^). SDa bie ©tabt bie 3al^lung wirflid^ lev^ Pen mufete, fo überliefen il^r bie §eibebredfö baö SDorf 33orf für 200 aKarl (1337), aber über Seftin entfpann fid^ mit ben SBrübern Sertram unb S)ubijlauö be §eibebre(i ein längerer ©treit, weld^er 1346 burd^ ben ?Propft Seml^arb von ©ammin fo beigelegt würbe, bafe ber 6ot berger Sftatl^ an bie ©ebrüber be §epbebredf unb il^re ©d^weftern 3Jlargaj= retl^a unb ®lifabetl^, ©attinnen von ^etruö senior unb ^etruö iunior be Äomrfe, 500 3War! jal^lte^^). ^er SBifd^ot Soi^ann von ©ammin

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beftätigtc ben SBerglei(3^ 1 347 unb überlief jugtcid^ gegen eine Sal^tung t)on 1000 3Karf ber ©tabt ba§ ©ertd^t an §ate unb §anb, ba§ ^a^ tronat in 3eftin unb beffen gittal Rtxvin unb gab i{;r ^Befreiung t)om aSogteigerii^t, ben 3oIt unb ben SJWüntepennigen, mit ber ®inf^ränhing, baß ber diatS) bie @üter niä)t an g^tirften, ©rafen unb §erm vet- faufen unb fein Äaftett baraüf anlegen bürfe^^).

3m Sa^r 1368 fam aud^ baö SDorf ©peg an bie ©labt SDer aiitter §einri(j^ t). b. JDften ju ^late (uppe dem Inise tu Plote) t)er!aufte mit allem Steinte baran, baö er t)on feinen SBorfal^ren erl^alten l^atte, für 250 2Karf an bie ^romforen beö l^eiligen ©eifteö in ©olberg ^%

®ö xoax ein fd^öneö a3efifetl^um, roeld^eö bie ©tabt in bem erflen Sal^rl^unbert i^rer ©efd^id^te burd^ bie ®unji beö 33ifd^ofä §ermann unb bur(| il^r guteö ®elb gewonnen I;atte, unb mit Sel^agen mod^te ein Sürgermeifter ber ©tabt t)om 3Karient]^urm auö auf baö ßolberger ©gen l^erabfd^auen, meld^eä frei t)on frember ©eridtjtäbarfeit, allein unter ber §errfd^aft be§ SRat^eö ftetienb »mit ^ßäd^ten unb 2)ienften unb aller ®ere(|tigfeit ber ©tabt erblid^ jugetfjan" in äedEern, SBormerfen, §öfen unb Dörfern, mol^l abgerunbet fid^ t)or i^m ausbreitete.

©erfaffnug ber 6tabt in älterer 3eit, Ser^öltnijj pm ganbeS^erm.

9Wtt ber ßinfül^nmg beö lübifc^en dte^% rt)el(3^eö ben ©täbten jugleid^ bte g^orm il^rer" SBerfaffung gab, würbe überall bie SSerwaltung unb Seitung beö ®emeinbett)efend einer auö bürgern jufatttntengefefeten Äötperfd^aft von 3iaÜ)manmn übergeben. 3ln il^rer ©pifee ftanb an^: fänglii^ ber 5Bogt, ein fürftUi^er Seainter, ber raieber von bem an bie ©teffe beö iuenbif(^en ÄafteHanö getretenen £)bert)ogte beö ganjen Sejirfö ernannt würbe. 2)erfetbe leitete in aSerbinbnng mit ben JRatl^:: mannen bie SBevraaltung ber ©tabt unb l^anbl^abte ba§ ®eri(^t, balb aud^ ben fonft bem Dbert)ogte juftel^enben SBIutbann 0-

3n (Solberg erf(3^eint ber aSogt etwa 40 Saläre lang alö baö §aupt ber 3iatl^mannen, unb fein SWame wirb bal^er in ben Urfunben biefer 3eit vor biej^n genannt. ®ine, wenig Saläre nad^ ©rünbung ßolbergö t)on bem ©reiföwalber SRatl^ bem ßolberger ertl^eilte SRed^töbelel^rung beginnt mit einem ©ruße beö SBogtö unb ber ^iatl^mannen von ©reiföwalb an ben SSogt unb bie 9tatl^mannen t)on ßolberg^), ebenfo fielet er no^ 1294 in einer Urfunbe, in wel(^er biefe bem ßapitel ben 5?auf von SRiclinö bejeugen, an il^rer ©pifee. 3)ie SJlamen von mel^reren finb aufbewal^rt. S)a jebod^ beibe, ber £)bert)ogt wie ber Unten)ogt, untere fd^ieböloö ol^ne 3ufafe bloß aSögte genannt werben, fo ift nid^t mit ©i* d^erl^eit ju entfd^eiben, weld^er t)on beiben gemeint ift. 3u jienen ge= l^ören wol^l, ba fie nid^t Sürger, fonbem lanbfäffige SSafaHen finb, SBorpölauö (1286) unb §einrid& be S3ome (1287) »). SBo^in ber Sßogt ®ietri(^ (1266) unb beffen gleid^namiger aSorgänger ju red^nen ift, bleibt ganj jweifell^ft.

3m Sal^t 1297 ift eine wi(^tige aSeränberung in ber ©teHung beö UnterDogtö eingetreten.

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lleberatt ftreben bie ftäbtif(3^cn SJätl^e bama^, ^iä) bcr Scltung beä fürftUd)en 33eamteu ju entjte^u uiib feine ®tmt)trfung auf bie ftäb^ tifd^en SÄngelegenl^eiten ju befeitigen. ^a§ Sluftreteii i)on Sürgennel^ fteni iprocojistdes) bejeii^net ben 3eitpunft, tdo ber Siatl^ bie tx- ftrebte Unabfiängigfeit gewonnen l^at. 3luf biefe, bie Dom SRatl^ felbft auö feiner aJJitte erwäl^It werben, get)t jefet bie Oberleitung ber ftäbti^ f($en S3em)altung über, unb bem SBogte bleibt nur ber 33orfife beö ftäb* tif(j^en ®eri(3^tö.

3m jroeiten ßapitel ift g^eigt, ba§ erft mit ber ftarfen ©inmon^ berung aus 3HecElenburg unb ben mefili^en ©eeftäbten bie ©tabt einen größeren 3luff^n)ung nal^m. @rft t)on b'iefer 3eit an, mit bem Sal^r 1277, in n)el($em bie ©tabt aud^ ganj unter ben bifd^öfli(^en Ärumnv= ftab fam, beginnen bie 2lufjei(^nungen beö älteften ©tabtbuiä^ö, mdl^rettb t)orl^er bie SSer^anblungen tooI^I nur mflnbliij^ gefüi^rt finb. SDie aud Sübed, Stoftod u. f. xo. jujiel^enben g^amilien, bie bort jum Sl&eil fiä^on im Statine gefeffen ^aüzn, fannten bie beffere £)rbnung ber ftäbtif^en aSenwifc tung auö il^rer §eimat]^, unb bra(3^ten fie mit nad^ ©olberg, mo il^re Wo^ fül^rung f(^on bur(3^ bie mit ber 3unalime ber ©inwol^net^al^l mad^fenbe Sluöbel^nung ber ©efd^dfte jur SRotl^roenbigfeit mürbe.

©ntfpred^enb ber Sßergröfeerung ber ®inn)o]^nerja|il wm^ö SWad^t unfe (ginflufe beö "Sioi^ unb bie 3a^l feiner 3JHtglieber. 5Die ©rüitbungi^ urfunbe ber ©tabt ift oon nur t)ier SRatl^mannen utiterjeid^net. ©Ä ^ bieö jmar fein Semeiö, ba§ bamafe überl^aupt nid^t mel^r t)or|ianbett maren, bo(^ blieb iuk^ längere 3eit bie 3al^l ber SRatl^ömitglieber In (Solberg geringer, alö in ben meiften gröjgeren ©d^mefterftäbten. 3n ben Sauren 1266, 1282 unb 1287 pnben fid^ imölf Siat^mannen auf* geführt, unb ber3ufafe jum Sal^r 1287: coimdibus Urne exislmtibiis bemeift, ba§ mir mit biefer 3al^l ben ganzen SWatl^ oor ux^^ l^abcn. dagegen flnben ft(^ im Sal^r 1294 alö 3eugen bei einer ©renjberid^s tigung fd^on 23 SRatl^mannen genannt, fo ba^ um biefe 3eit ber 6ot berger 3latl^ bie gemöl^nlid^e ©tär!e biefer ßörperfi^aften erreid^t ^t Dl^ne Smeifel l^aben mir als eine SEBirfung beö baburd^ gefteigerten ©elbftgefül^lö unb ber t^ermel^rten Äraft anjufel^n, baJ3 ber SBogt um biefe 3eit feinen ^tafe an ber ©pifee beö SRatl^ö ben ftöbtifd^en Sür^ germeiftem räumen mu^e. 3)iefe mürben im %o!fyc 1297 jum erften aRale genannt, unb il^t:e Siamen finb: §err §artmob unb §err Soi^ann t)on ©emelin; neben il^nen finb alö Äämmerer aufgefül^rt: §err Sub* mig t)on ©ortmunbe unb §err 2)itmar Sanbeäfbant *).

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^ie 3al^l bcr aKitgltebct bcö SRatl^ö war in älterer Seit erl^eblid^ grdjlcr, äte jefet: bas Slmt, weliä^eö batnate nur geringe ©innal^men bot, fonnte ben 9tatl^mann ni(^t emäl^ren, war nur ein S^ebenge^ f(^äft für i^ feine §auptt^ätigfeit war auf feinen ©efd^öftöbetrieb gerld^tet. ©ine fefte SWormirung ber SWitglieberjal^l fanb in ber älteften Seit ni(^t ftatt, nid^t feiten wirb bie gewöl^nliiä^e 3al^l t)on 24 SJlitgliebem fiberf(^ritteit, im Sal^r 1302 finben fi(^ fogar wenigfienö 30 SRatl^mam ncn, unb erft 1380 wirb, ol^ne Sweifel naä) bem SSorgange ber t)ier Stäbte ©tralfitnb, ©reiföwalb, S)etttmin unb änHont, bie 1353 ein äbfommen über bie ©tärfe be§ SRotl^ö getroffen l^otten, eine Statl^ä^ imSiüx abgefaßt, - nad^ welcher bie 3al^l auf 24 feftgefe^t würbe*). SHefe 3al[)l ift geblieben biö ju ber Seit beö breifeigjä^rigen Krieges, wo baö §erfonimen bem SBebürfniffe einer fparfameren SSerwaltung wei^ <ä^n mu^te.

^ S)ie Sal^l ber Sürgermeijier betrug gewöl^nlld^ brei; wenn 1297 unb 1302 nur jwei genannt werben, fo finb biefe als bie „fifeenben" anjufel^n, unb ber vierte, ber 1335 unb 1381 aufgefül^rt wirb, fann nad& ber ganjen ©inrid^tung beö SRatl^ä nur ben Sitel gel^abt l^aben, o|^e baö 9lmt wirflid^ ju verwalten, ®er Sal^I ber Sürgermeifter entfinrad^ bie ber Äämmerer.

2)ie 5Dauer ber ämtsfüi^rung war lebenölängliiä^, bod^ befanb fid^ nld^t immer ber ganje 3iatl^ in Sl^fttigfeit 3n jebem Saläre f(^ieb ein 2)rittl^eil beffelben auö, unb eine gleid^e 2lnjal^l trat bafür ein, f o ba^ für gewöl^nlid^ 16 SOKtglieber ben ^^sittendm rdf bilbeten. 5Rur bei wid^tigen Slngelegenl^eiten würbe aud^ baö au«gef(^iebene drittel beru:= fen. S)ie SRamen beö eintretenben ©rittefe (de ingande rath) würben jebeömal bei a?erlefung ber Surfprafe ben a3ürgem befannt gemad^t. %vx Sal^r 1294 werben juerft in ©olberg bie „alten unb neuen" ©on^ fuln {noei et antiqui) genannt, unb feit biefer Seit l^at ber Unterf(^ieb ittweränbert bis in ben Anfang bes 17. S^l^tl^unbertä fortbefianben.

SDie SBaf)l neuer SRatl^mannen fanb, wcnigftenö feit ber 3JHtte beö 15. Sol^rl^unbertß, im Slnfange beö Saläre« um bie Seit beö ^eili= ligen ©relönigötageö (6. Scinuar) jiatt, wo bie 83ürger, mn ^anbelö^ reifen jurüdtgefel^rt, am erfien ju §aufe waren; in biefelbe Seit fiel bie fogmannte Umfefeung ber Remter. 3lur bie Slemter ber Sürger- melfier unb Äämmerer waren ftftnbig, bie übrigen würben in jebem Söl^e Don neuem t)ertl^eilt „umgcfefet." ®ö gab eine grofee Sal^l ber= fcttm. 2lm frühen werben bie ^prooiforen ber ©pitäler, ber aJiariem

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fit(3^c, beö Ätoflerö, ©t 3afoBi genannt, im 14. unb 15. Sal^tl^unbert treten nad^ unb nad^ bie §oljl^erm, .^afenJ^erm, ©amnil^errn, Siegell^erni, 9Kül^lenl^erm unb S)orf^erm l^eraor, beten Dbliegenl^eiten fi(^ f(3^n aus il^ren SRatnen ergeben. S)en Slatl^mannen finb baju SBürger aus ben erften ©täuben beigefettt.

®em diatf), ber feit ber Sefeitigung beö SBogtö bem Sanbeö^errn gegenüber in ftäbtifiä^en Slngelegenl^eiten üöHig autonom war, ftanb bie SBerroaltung ber ©tabt, bie 3lbfd^liej3ung t)on SBerträgen, bie äufnal^me t)on 33ürgem, baö ©eleitöred^t, bie ^olijei, bie aiufnal^me ber ^ppotl^efett^ fa(3^en, 3luflaffungen unb SBerpfänbungen im ©tabtbu(3^e xutb bie ©efefe^ gebung ju. 2ln ber festeren l^atte aud^ bie 33ürgerfd^aft einen äntl^eil (f. QaTf. 5), unb bie ©erid^töbarleit t^eilte er nod^ mit bem Sanbeö^erm.

2)ie oberfte ßeitung unb aSertretung ber ©tabt nad^ au^en ftanb ben Sürgermeiftem ju, ben Äämmerem bie SSenoaltung beö ©tabtoer^ mögenö, bie ®injiel^ung ber 3lbgaben unb Sered^nung ber Sluögaben, bie erl^altung ber ftäbtifd^en ©ebaube, bie Dberauffid^t über bie von bem SWarftmeifter gel^anbl^abte SWarftpolijei, bie aSennictl^ung unb Stn^ meifxmg ber SBuben, bie einjiel^ung ber SBufeen für „§artod^ unb SDieö^ bage" (§aarjiel&n unb aJleffergebraud^) bei Sal^nnärfteu unb in i'er^ binbung mit ben SDorfl^ernt bie SBeauffid^tigung ber ftäbtifd^en ®üter, fo weit fie unmittelbar jur ©tabt ge||örten unb oon ä>ögten imb 3lmt' leuten bewirtl^fc^aftet mjirben. S)enn mand^e biefer ®üter würben, na- menüxä) in frül^erer 3eit, fo gut wie einjelne 2l)eile ber gelbmarf, ßolberger Sttrgem fäuflid^ alö freies ©igentl^um übertaffen, nur mit ber 6infd^rän!ung, bafj ;fie unter ber ®eri(^töbarfeit beö SHatl^eö bUe= ben unb nid^t an grembe t)erfauft werben burften. ©o würbe ©et now fd^on 1287 an mel^rere Bürger oerfauft, 3loff entin würbe juerft t)on ©olberger SSürgem fäuflid^ erworben, 3leänxn gel^örte längere 3eit, wenigftenö jur §älfte, nid^t unmittelbar ber ©tabt. 3lud^ einjetne ©runbftüdfe, §öfe, Ärüge t)erpfänbete ober t)erfaufte ber Jiatl^ an Sür^ ger. SDod^ l^atte er feit bem 2luögange beö 15. 3ctl^rl^unbertö bie ®üter meiftenö wieber an fxä) genommen unb Iie§ fie burd^ SSögte oerwalten. Unter ber SCuffid^t ber Äämmerer ftanb aud^ ber SRatJ^öweinfeHer. 3m Sal^r 1480 nal^m ber diatf) ben §anbel mit eblen SBeinen ganj in feine §anb, „beö gemeinen Seftenö wegen wiH er ben SBein felbft fd^enfen", nur ber Sluöfd^anf beö Sanbweinö befonberö auö ber SRarf, auö ®ubeti unb ßanböberg, ber, mit Sngwer gewürjt, neben bem 83ier t)iel getrunfen würbe, oerblieb gegen eine Slbgabe, wie Dor alterö, ben

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SWirgem. aJHt bem SBetnl^anbcl ma^tc ber SRatl^öfeKcnticiftcr im ^a:^ mm beö 3iatl^ö einträgliij^e ©efd^äfte, ba bic benachbarten (Sbelleute, bte einen guten Snml liebten, wie baö ganje §interlanb bis na(!^ ^olen l^inein auf im ßolberger Mat^öfeller angeraiefen waren. Sie ©olberger Äaufleute mußten il^re SBeine wenigftenö im Statl^öfeffer nieberlegen unb bm Äämmerem von bem au§gef(^en!ten SBein ein „Siappelgelb" bejaljlen.

S)er SBalb, für ben anfängli($ aud^ bie Äämmerer ju forgen litten, mürbe ate einö ber §auptfteinobe ber ©tabt angefel^en. @r mar, fo meinte man, befonberö jum 5Wufeen beö gemeinen 2Jlanne§ ba, unb Siatl^ unb ©emeinbe mad^ten eifrig über feine ©rl^altung. 2ln bie ©aljgilbe burfte beöl;alb fein §oIj barauö t)erlauft werben, nur bem Statine, ber anä) ©aljfoti^en l^atte, mar tjerftattet, feinen Sebarf baju bal^er ju entnel^men, bod^ muJBte atteö ©alj, meld^eö bamit gefotten mürbe, jur 3?otl^burft ber ©tabt t)ermanbt werben. Sie SBalbmirt^fi^aft ftanb nod^ auf fel^r niebriger ©tufe, unb bie fonftigen SSerorbnungen beö 9iatl^§ bartiber befd^ränfen \xä) barauf, baö ^oljl^olen ju ungef)öriger Seit uitb baö ©dalagen ber ©id^en ju verbieten, bie für bie SRaft ber ©d^meine, bie in jeber aBirll^fd^aft gel^alten mürben, von SBid^tigfeit maren. 3m Sal^r 1537 befd^IoB ber diaü), baß fein §oIj auö bem ©tabtmalbe ju ©deuten unb ©d^iffen gegeben werben foHte, (im ©tabtbud^ ju biefem Sai^e), unb wer ein neues ©d^iff l^atte bauen Uffen, mußte t)or bem 3latl^ eiblid^ erl^ärten, baß bie halfen utib ^laufen bajU nid^t aus bem ©tabtwalbe genommen feien.

2lud^ für ben §afen, afe einer wid^tigen ßueHe beö SBol^lftanbeö, würbe von bem SRatl^e befonbere ©orge getragen, ©d^on in früher Seit finben fi(^ in Seftamenten fleine ßegate ju feinem 33eften ausgefegt. 6inö berfelben, auö bem Scxi^re 1412, ift baburd^ merfwürbig, baß il^m „in bie ®^re von ©t. SWifokö" jugewiefen wirb unb fo bie alte SSerbinbung biefer Äird^e mit bem ©d^ifffal^rt unb gifd^erei treibenben Sl^eit ber SBeoöIf crung ßolbergs, namentlid^ alf o mit ber 3Rünbe bejeugt. 3m 3al^ 1444 (©tabtbud^) faßte ber SRat^ beti Sefd^Iuß, baß fein Sefiament gültig fein foHte, in weld^em nid^t ein Segat für ben §afen auögefefet wäre. ift fd^on erwähnt, baß aud^ für bie S)ämme außerl^alb ber ©tabt eine äl^nlid^e Seftimmung oorl^anben gewefen fein muß, ba au(^ biefe „SBege unb ©tege" in feinem Seftamente oergeffen finb. SDie Segate bcftel^en gewöl^nlid^* in einer Sonne Sier ober 1—2 aJiarf, erreid^en jebod^ bisweilen, befonberö für ben§afen, bie §ö^e oon 100—200 SKarf.

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3n rWc ^ftfenfoffe ffofe au^ ber Soll unb ba§ «Pfa^gelb, weld^eö ft«rtbe ©i^ffe für bie Senufeimg bcö ^afetts ju ^nttid^ten l^atten; bicö betrug 1524 für ©d^ijfe über 18 ßaft 1 aWarf tuib baruntet 8 ß. S)er SWünber aSoflt bitrfte fein ©d^iff au§ bem ^feti laffen, bi§ fid^ burd^ ein „3et(^en" t)ijn ben ^afen^erm (1480) ober bem rabenben Särger- .tn(jiftet (1024) fifcer hu Sejal^tlittg auilgewiefen l^atte. Senem ftanb fiberl^anpt unter Seitung ber §afenl^erm bie Sluffiiä^t über ben §afen unb beffen Umgebungen p, er l^atte barauf ju feigen, baj5 fein ©(|iffer feinen SBebarf an SJattaft aus ben ©teinen beö SBottroerfö nal^m, ober '§oIj unb ©traud^werf jmif<^en ber aRünbe unb ber „fulen SJefe" fd^lug, ba biefeö jur ©ii^ung beö §afen§ gegen ©türm unb SQäellen forgfam gefd^ont würbe* ^uä) bie götterung ber als ©pibol ber ÄBeiÄl^eit unb ber ßiebe ju Äunft unb SBiffenfd^aft, mie in mand^en onfaeren ©tobten, fo l^er auf ftäbtifd^e Soften auf ber ^erfonte untere i^altenen ©d^mäne gel^örte (wenigftenö 1570, n»o urfunblid^ bie ©li^äne juerft genannt werben) ju feinen Dbliegenl^eiten.

^em Statine lag femer bie ©orge für bie ©id^erung unb SSer^ tl^eibigung ber ©tabt ob, unb bie ©eroerfe mad^ten il^m im Sol^t 1524 jum fd^meren SBorwurfe, baß er SWauem unb SBiftl^ürme l^obe t^er* fatten laffen. SDie ©rrid^tung ber lefeteren überlief er aud^ wol^l ^ri^ natleuten: im Sal^r 1493 trat er ben 3iaum smifd^en ber (alten) Äpo^ tl^efe (in ber Surfenftraj^e) unb ber ©tabtnmuer an ben Äämmerer aWartin ©argaje ab, um bort ein ©ebäube an ber aWauer oufeuffi^ren, unter ber Sebingung, ba§ er es, mennJDrlog (Ärieg) fäme, ber ©labt einräume, um ^ult)er unb 3Bel^r l^lnau^ubringen. Um biefelbe Seit nrtrb Slüftoro'ö SBif^auö ermähnt SDie ©dilüffel ju ben ©taW^oren mürben oon einem ^atl^mamte, ber „©omfd^lüter" genannt nmrbe, cA^^ bewahrt; bafe fle fid^ 1524 in ben §änben ber ©d^miAe befonben, mürbe oon ben ©emerfen als JKiBbraud^ gerügt.

SDie bewaffnete Sürgerfd^aft fianb um 1600 unter bem Dbetbefel^l eines oon bem ^cdf) ernannten äBad^tmeifters, unter bem bie £luar:s tiermeifier ober Äapitdne bie loier Quartiere ber ©tobt fommonbitten, in meldte bie Sürgerfd^aft ju militärifd^en Smedfen geti^eilt mar. S5ie gleid^e militürifd^e Drganifation ber SBürgerfd^aft in anbem ©täb* ten im fpäteren SJHttelalter lägt fd^Uegen, bag biefe @intl^eilung in Quartiere aud^ in @olbevg menigftens im 15. 3(xl^rl^unbert fd^on t^tn^ i^anben mar. 3n frül^erer Seit mar aud^ l^ier bie Sürgerfd^aft ol^ne Smei^^ fei mili^f<$ nad^ Sttnften gegUebert am 9%at|e fanben fid^ immer

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friesötfli^^ttgc aWänitet, n)eld&c bie militärlfiä^c gli^nmg fibetnel^men fonnteu: in bctn großen Äriege ber §anfe gegen Sffialbemar 9ltterbag, In bem langett Kampfe gegen ^etjog unb 33tfd&of unb in ben geloben gegen ben benaiä^barten Slbel tt)Qt:en> tüte bie ®ef^i(ä()t^ ber ©tabt jei^ gen wirb, Siatl^mannen bie §anptleute ber SBürgerl^eere.

©(i^on um 1380 befaf^ bie ©tabt, wie 83ru(ä^ftft(fe alter Senator renregifter auji ben Salären 1381 unb 1383 auöroeifen «), ein SRüft^auö, in bem neben ^anjem unb anberen SQBaffen baß fiä^were ®ef(^üfe ber ©tabt aufberoal^rt würbe. 2)ieö beftanb bamalß ni^t nie^t allein aui ben SBBurfgefd&üfeen älterer 3eit, ben SBliben, welcJ^e f^were ÄÖr^i^t? im S3og.enn)urfe fiä^Ieuberten, unb ben treibenben SCBerfen, bie, wie große .Slrmbrüfie, pfeilartige ©taugen in l^orijontaler SRid^tung Dorraärtö trieben^), fonbem aud^ aus ben bamate no(^ feltenen ^uloer* gef^üfeen, 'pixides 93üd^fen, (b. % Äanonen). Sm Sa^t 1381 ermatten bie SRabma(3^er für i^re 2lrbeit ^n bem §olje ber Südife 28 ß unb m bem SBagen berfelben 3 aWarf 6 pf., bie Seute aus ®arin unb ©emmeron) fal^ren ©teine l^eran, bie ber SKaurermeifier §ermann ju Äugeln .t)erarbeitet 3m Sal^r 1383 werben für eine f feinere Süd^fe 6 SKarf aus ber ©tabttaffe gejal^lt, fo baß alfo ßolberg bamalä jtoei ^uloergefd^üfee in feinem Seug^aufe gel^abt l^at. ©in jum Saläre 1381 genannter S3ü(3^fenmeifter aus Sübed war wol^l t)on bort t)erfd^rieben, weil man in ©olberg mit ben neuen ©efd^üfeen no(3^ ni(ä^t umjugel^n mußte. 3n bem großen Kriege, ben bie ©tabt im folgenben Sa^r? I^unbert mit §erjog unb Sifd^of fül^rte, mar fie fd^on reid^licä^er bamit t)erfe]^en, unb 1524 ließ ber atatl^ 12 xityxt ©efd^üfee gießen. S^ie 3luf= jid^t über baö Seugl^auö fül^rten mol^l bie ||in unb roieber genannten ©d^ottl^erm. 3lud^ ^euerpfeile (vurpile), mit einem jünbenben ©toffe t)erfe^ene ^Pfeile, bie oon Slrmbrüften gef(3^leubert mürben, werben in bemfelben SRegifier genannt £)b ber ,,geuerf(3^üfee", imrsdmtle) beö ©tabtbud^ö aus biefen Salären g^amilienname ift, ober baö ©efd^äft be= jei(^net, läßt fid^ fd^mer entfd^eiben ^). 3?ad^ ber 3?eformation l^tte bie ©fabt eine eigene ^utoermü^le, frül^er f d^eint bie SBercitung be§ ^ut perö ein SRebenoerbienft ber ©tabtbiener gemefen ju fein. 3m 3al^r 1484 wirb bem oberfien ©tabtbiener §einrid^ ^ipenborg wegen feiner treuen S)ienfie oom SRat^e ein Äol^lgarten gefd&enft unb babei bie Äunft fertigfeit gerül^mt, mit weld^er er ^uloer unb geuerpfeile angefertigt Ij^abe. %^x bie älteren, au(^ nod^ lange wxi^ ber 2lnwenbung beö ©d^ießpuloerft üblid^en SSaffen wehren bie entfpred^nben ©ewerbe üi

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ßolberg auörei(3^enb vertreten. Um 1550 l^atte bte ©tabt eine befoit: bete „§amif(3^mtil^Ie", einen Äupferl^antmer jum ©(j^lagen ber §amifd^e unb ber Supfetptatten auf bem ^itd^enbai^e. §amif(ä^mafer, ^latem (Stuftl^arnifd^O ^^l&Qtx, ©(^toertfeger, 3ltmborftmafer werben f(^on t)or 1400 genannt. S)iefe ©ewerbe .l^atten guten SSerbienft, benn jeber SBürger war jur SSertl^eibigung ber ©tabt unb jur Haltung von Söel^r unb SBaffen t)erpfi[i(3^tet, unb ber SRatl^ [teilte von Seit ju Seit eine 9let)ifion berfelben in ben §äufent an. ©elbft bie SBittraen, bie baä ©ewerbe ber 3D?änner fortfefeten, l^atten für SBaffen ju forgen, um im e^aHe ber 3totf) einen 3Jiann auörüften ju fönnen. Sei SBerluft beö §alfe§ raar bie 3luäful^r von ^utüer unb 33Iei aus ber ©tabt vex^ boten. 2)ie jal^Ireic^en Seftamente beö 15. Sal^rl^unbertä jeigen, wie reid^Iii^ njenigftenö bie t)ome]^meren g^amilien mit SBaffen Derfel^en waren: ber SRatl^mann §anö ©teen v^tma^t 1488 jebem ber fünf ©ö^ne von ©aöpar ©d^lief einen ?ßanjer ober eine ^late, einen @ifen= l^ut, einen ©(^ilb unb ein ^$aar §anbf^ul^e, vmb um biefelbe Seit vtx^ erbt ein ämterer Bürger feinem ©ol^ne^ bem er fonft nur 12 9)larf l^interläjgt, boä) einen SBaffenrod, jwei ©(3^ilbe, barunter einen von ®ifen, eifeme §anbfd^ul^e unb eineti ©peer.

©0 flanb bem diati)e ein aHjeit fd^lagfertigeö §eer ju ©ebote, unb meljr aU einmal legt bie @ef(|id)te ber ©tabt Seugnife ab, ba^ bie 3Känner au^ ben 3Berfftätten unb ben ^raiububen, ro^nn ber Ärieg fie oon il^rer frieblid^en Slrbeit abrief, eben fo gut, wie mit Pfriemen unb ®lle, aud^ mit Sttrmbruft unb §ellebarbe umjugel^en wußten.

2lu|Ber ben gewölinlid^en amtlid^en DbUegenl^eiten l^atten bie SRatl^mannen beftimmte augerorbentlid^e aSerpflidjtungen. SDaju gel^örte bie Setl^eiligung an gewiffen ^^rojeffionen, befonberö jur g^aftnaiä^t. 3n biefer Seit ber auögelaffenften ^olfeluft, wo Sung unb Sllt in tjer^^ fd^iebenen SSermummungen burd^ bie ©trafen jog, unb bie grofee ,,diat^^ föfte" ftattfanb, l^ielt^bie ganje Sürgerfd^aft am gafteUabenb felbft, nad^ ©ewerfen georbnet, jebeö ©ewerl mit Äreujen, Säumen unb gal^nen t)erfel^en, t)on ben ©eiftlid^en beä ©apitete, benen ein großes filbemeö GrucifiE ooraufgetragen würbe, begleitet, eine feierlid^e ^rojeffion burd^ bie Äir(^en unb burd^ bie ©trajgen ber ©tabt. ©ie ^iejg de grote rey unb bie Surfprafe von 1480 beftimmt: ,jde grote rey skall gan unde de werke sholeii hömchen gan vor dem groten reyJ"^ %m %ofyc 1505 mad^te ber SRatl^ feinen SDiitgliebern baö alte §erfommen, nad^ weld^em aud^ er fid^ ber ^rojeffion anfd^lo^, jur gefefelid^en SBerpflid^tung,

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^er folle bis in btc Äiriä^c utib an ben großen 3Ktar mltgc^n, um bort t)ot ben öerfantmelten ^rieftem ein ©elbopfer niebetjulegen; wer fi(% ol^nc triftigen ®runb bauon auöfd^Iöffe, ber foffe feines Pfeffers vex^ lufüg gelten, ber il^m fonft jur Seit ber grojgen Äir(3^meffe gerei(3^t würbe/' Slud^ an ben ^rojeffionen, bie an ben SSier Seiten (ben vkx Wtttoo^en na^ Invocamt^ ^fittgften, Äreujerl^öl^ung [14. ©ept] unb bem britten 9lbt)entöfonntage) unb bem g^ro^nlei(^namötage abgehalten würben, mußte ber Siatl^mann 3tntl^eit nel^men, xotxm er nid^t auf ben 2Bein t)erjid^ten woHte, ben ber 3?atl^ an bem lefeteren S^age bei feinen aWitgliebem l^erumfanbte. ^)

Sm 17. Sal^rl^unbert würbe alö ein alter S3raud^ bejeic^net, baß bie fe^ iüngfien SRatl^öl^erm bie Seid^e eitteö geftorbenen ßoHegen ju ®rabe geleiteten unb babei eine §anb auf bie t)on ben SWatl^sbienem ge^ tragene 33al^re legten. 2lte fid^ 1636 ber 9tatl^§l^err Sol^ann ^ol^em l^aufen fi^on jum jweiten 9Kale weigerte, fi(^ ber alten ©itte ju fügen, l^olte ber Siatl^ ein @uta(^ten t)on ber juriftifd^en g^acultät ber ©reifö^ walber Unioerfität ein. ®ieö fpra(^ fid^ gegen bie t)om Siatl^e beabfu^^ tiflte fofortige ©ntfefeung t)om 2lmte aus unb rietl^ junäc^ft bie ©rl^e* bung